Zwei Tanker in Seenot - Scheinbarer Angriff vor der Küste des Irans

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Im Golf von Oman geriet der Öltanker "Front Altair" der norwegischen Reederei Frontline nach einem Angriff in Brand. Foto: Uncredited/Iranian Students' News Agency, ISNA/AP/dpa

An der Küste des Irans wurden scheinbar zwei Tanker angegriffen. Betroffen waren am Donnerstag zwei Schiffe einer deutschen und einer norwegischen Reederei.

An der Küste des Irans wurden scheinbar zwei Tanker angegriffen. Betroffen waren am Donnerstag (13. Juni) zwei Schiffe einer deutschen und einer norwegischen Reederei.

  • Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff.
  • Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar.
  • Die EU warnt vor vorschnellen Reaktionen.

Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff auf den Öltanker "Front Altair". Das norwegische Unternehmen Frontline meldete eine Explosion und einen Brand an Bord des Schiffes. Die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter "Kokuka Courageous" gebracht worden. Das Schiff sei am Morgen beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden.

Iran: Hintergründe des Vorfalls noch unklar

Die Hintergründe der Vorfälle unweit der Küste des Irans waren zunächst ebenso unklar wie die Verantwortlichen.

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Ein Sprecher der iranischen Flotte erklärte, mehrere Expertenteams seien mit Hubschraubern über dem Seegebiet im Einsatz, um die Zwischenfälle zu untersuchen. Die iranischen Agentur Irna meldete, Rettungsteams des Landes hätten die Rettung von 44 Seeleuten mit koordiniert.

Wichtigste Meerenge der Welt

Die betroffene Meerenge ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Straße von Hormus läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Die Ölpreise stiegen nach den Zwischenfällen stark an.

Die EU warnte nach den Vorfällen vor vorschnellen Reaktionen. "Die Region braucht keine weiteren Elemente der Destabilisierung und keine weiteren Spannungen", sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel. Das norwegische Seefahrtsamt erhöhte seine Sicherheitsstufe für das betroffene Gebiet. "Wegen der Angriffe und der unklaren Umstände" rate man Schiffen unter norwegischer Flagge, sich von iranischen Territorialgewässern fernzuhalten.

Kein Schiff ist gesunken - die Ladung ist intakt

Nach den neuen Zwischenfällen meldete die norwegische Seefahrtsbehörde, es sei von drei Explosionen auf der "Front Altair" berichtet worden. Die Reederei Frontline wies zugleich Berichte zurück, das Schiff sei gesunken. Sie bestätigte auch nicht die Angaben der norwegischen Seefahrtsbehörde, die von einem Angriff gesprochen hatte.

Nach Angaben der Reederei BSM besteht keine Gefahr, dass die "Kokuka Courageous" sinkt. Die Ladung sei "intakt". Der Schaden sei auf der Steuerbordseite im hinteren Teil des Frachters, sagte der Sprecher. Die 21 Seeleute seien mit einem Rettungsboot auf ein anderes Schiff gebracht worden.

Der Zwischenfall ereignete sich diesen Angaben zufolge in etwa 70 Seemeilen Entfernung vom arabischen Emirat Fudschairah und etwa 14 Seemeilen entfernt von der iranischen Küste. Weiterer Anrainer der dortigen Meerenge ist das arabische Sultanat Oman. Die BSM gehört zur Hamburger Reederei Schulte Group. Mit dpa-Material

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