Video: YouTuber zerlegt die Politik der CDU - "das ist fucking heftig"

Rezo hat ein Video mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" online gestellt. Darin wirft er den Christdemokraten unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und "krasse Inkompetenz" beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen. Foto: Privat/dpa
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Rezo hat ein Video mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" online gestellt. Darin wirft er den Christdemokraten unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und "krasse Inkompetenz" beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen. Foto: Privat/dpa

Eine Stunde lang spricht YouTuber Rezo über die Politik der CDU. "Was ich dabei herausgefunden habe, war fucking heftig", sagt er selbst.

"Der aktuelle Kurs von CDU und SPD wird unser Leben und unsere Zukunft zerstören", das ist im YouTube-Video von "Rezo ja lol ey" zu hören. Knapp eine Stunde nimmt er sich Zeit, um über Politik zu sprechen. Laut eigener Aussage habe er dabei mit vielen Experten gesprochen und führt auf 13 Seiten seine Quellen auf. "Was ich dabei herausgefunden habe, war fucking heftig", sagt er selbst.

Das Video ist ein absoluter Klick-Hit, es wurde inzwischen 3.179.429 Mal geklickt - Stand Mittwoch (22. Mai), 14 Uhr. Und das, obwohl es sich nicht mit den klassischen YouTube-Themen wie Beauty oder Mode beschäftigt. Eigentlich ist der YouTuber (677.122 Abonnenten) bisher eher mit Spaß-Videos in Erscheinung getreten. Jetzt rechnet der YouTuber, der im wahren Leben Max heißt, mit der CDU ab. Und das ziemlich erfolgreich: 423.702 User geben unter dem Video einen "Daumen nach oben".

YouTuber Rezo: Politik der CDU sei unverantwortlich

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Anlässlich der anstehenden Europawahl versucht der YouTuber "Rezo ja lol ey" die Frage zu beantworten, ob die Parteien - speziell die CDU - überhaupt im Einklang mit Wissenschaft und Logik agieren. Dabei stützt sich der 26-Jährige auf knapp 250 selbst recherchierte Quellen. Er meint, die Politik, die in den letzten Jahren maßgeblich von der CDU mitbestimmt wurde, sei unverantwortlich.

Die CDU kommt nicht wirklich gut weg. Zwar werden auch Parteien wie die AfD oder die SPD stark kritisiert, aber die CDU ist der große Verlierer in dem YouTube-Video. "Rezo ja lol ey" setzt sich dabei mit zentralen Themen der Politik auseinander. Themen, die in vielen Wahlprogrammen stehen. Themen, die unser Leben heute und in Zukunft maßgeblich bestimmen werden.

YouTuber Rezo nimmt die CDU auseinander

Mit dabei sind: Gewinner und Verlierer der Politik, Bildung, die Klimakrise ("Wie die CDU unser Leben zerstört"), die Inkompetenz der Politiker, Krieg und die Diskreditierung von jungen Bürgern. Besonders der allgegenwärtigen Klimakrise räumt der YouTuber viel Zeit ein.

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Erderwärmung, Artensterben und Klima-Flüchtlinge. Das sind Themen, die der 26-Jährige anspricht und erklärt. Mit vielen - wirklich vielen - Quellen rollt er das Thema aus und versucht es anschaulich darzustellen. Besonders kritisiert er, dass die deutsche Politik sich nicht an das Pariser Abkommen hält und selbst gesetzte Ziele ignoriert. Er spricht von "inkompetenten Shit" und davon, dass es kein Verhalten für eine Bundesregierung sei. "Ziele setzen und nicht einhalten, das ist doch kein Verhalten für 'ne fucking Bundesregierung."

Die CDU würde sich selbst zerstören

Zwar nimmt er die Partei knapp eine Stunde lang auseinander und lässt kein gutes Haar an der CDU, aber er sagt, er wolle die Partei nicht zerstören - Titel des Videos: "Die Zerstörung der CDU". Das würde die Partei schon ganz alleine machen. Durch ihr Handeln würde sich die Partei selbst und ihre Wahlergebnisse zerstören.

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Das alles will die CDU nicht auf sich sitzen lassen und hat ein eigenes Video angekündigt. Auch gab es bei Twitter schon einige Reaktionen zu dem Video. So twittert der Büroleiter des früheren Generalsekretärs Peter Tauber: "Man kann vom #Rezo-Video halten, was man will. Ich sehe 1 Stunde unsaubere Recherche, einseitige Darstellung & viel Clickbaiting. Er suggeriert, dass 'zigtausende' Experten seiner Meinung wären. Aber: Andere Meinungen lässt er einfach außen vor."

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CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak meint, der YouTuber würde Pseudofakten vermischen. Er ist darüber beunruhigt, wie viele Menschen das Video bereits gesehen haben.

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"Diskreditierung, statt inhaltliche Kritik"

Der 26-Jährige erzählt in einem Interview mit der dpa, dass die CDU bisher nur mit belegloser Diskreditierung, statt mit inhaltlicher Kritik geantwortet hätte. "Axel Voss sprach vom Aufstacheln junger Leute, ein anderer Abgeordneter von Fake News. Ein Vorsitzender der Jungen Union bezeichnete mich als linksgrünen Aktivisten, der im gläsernen Loft in Berlin Mitte demagogische Botschaften produziert."

Laut eigener Aussage hat der YouTuber mehrere hundert Stunden an dem Video gearbeitet. "Ich hatte einfach den intrinsischen Drang, mich in Themen rein zu arbeiten, Bürgerinnen und Bürger aufzuklären, einen Diskurs anzukurbeln und dabei dafür zu sorgen, dass Menschen unabhängig vom politischen Background mitdiskutieren." Mit dpa-Material

Inzwischen hat die CDU sich zu Wort gemeldet, wenn auch nicht - wie angekündigt - in Video-Form.

Für Aufsehen hat kürzlich auch dieses Video gesorgt. Mit dem Edeka-Werbespot zum Muttertag hat sich der Konzern alles andere als beliebt gemacht.