„Was ist da los?“

Warntag in Bayern verwundert viele - Feuerwehr mit trockener Erklärung zu Sonderfällen im Freistaat

In Bayern wird am heutigen Donnerstag für den Katastrophenfall geübt. Im Rahmen des bundesweiten Warntags 2020 heulen dabei unter anderem um 11 Uhr die Sirenen - doch nicht überall.

  • Am Donnerstag, 10. September, findet ein bundesweiter Warntag statt.
  • Auch in Bayern heulten deshalb um 11 Uhr Sirenen, auch Warnapps wie KATWARN sollten auslösen - was nicht überall klappte.
  • Nicht überall im Freistaat lief der Aktionstag gleich ab.

Update von 13.56 Uhr: Auf Twitter äußerten einige Nutzer ihre Verwunderung über den Warntag. Apps lösten nicht aus, auch Sirenen waren nicht überall zu hören. Viele User nahmen das aber mit Humor: „Alle, die keine Sirene hören, bekommen das Warnsignal per Fax oder Post in den nächsten 14 Tagen zugestellt“, schreibt beispielsweise Oliver.

Eine weitere Nutzerin kommentiert ironisch: „Ich möchte feststellen, dass mich meine Timeline zuverlässiger über den Warntag 2020 informiert als alle Sirenen, Kirchenglocken und technischen Geräte zusammen. Im Ernstfall werde ich den Weltuntergang also vermutlich auch via Twitter mitbekommen.“

Update, 10. September, 12.15 Uhr: Nicht bei allen Bürgern in Bayern funktionierten die Warnapps um 11 Uhr einwandfrei (siehe Update von 11.24 Uhr). Auch der Sirenenalarm, der mancherorts ausblieb (siehe Erstmeldung), sorgte für Verwunderung.

In den sozialen Netzwerken äußerten viele User aus dem Freistaat ihre Meinung zu dem bundesweiten Aktionstag - und sparten dabei nicht mit Kritik. Ein Nutzer auf Twitter stellt sogar einen fiesen Vergleich zu den Test-Pannen in der Corona-Krise in Bayern* an. „Keine Push-Benachrichtungen, keine Sirenen. Alles safe. Der Warntag läuft in Bayern so zuverlässig wie die Corona-Tests in Bayern“, schrieb er.

Eine Sprecherin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn äußerte sich zu der Kritik an den Warnapps, die stumm blieben. „Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat“, erklärte sie. Teilweise sei es aber auch zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen. „Deshalb gibt es gerade Verzögerungen bei der Auslösung“, so die Sprecherin weiter.

Warntag verärgert Menschen in Bayern - Feuerwehr mit trockener Erklärung zu Sonderfällen im Freistaat

Update, 10. September, 11.45 Uhr: Wie ein Twitter-User berichtete, empfing man über die Warn-App NINA bereits die Entwarnung. Die App soll allerdings eines Tweets zufolge nicht wie angekündigt um 11 Uhr, sondern erst um 11.17 Uhr ein Warnsignal gesendet haben. Auch die Warnung im Rundfunk, empfanden manche User als nicht ausreichend. So habe der Radiosender Bayern3 es „nur kurz in den Nachrichten erwähnt.“

Warntag in Deutschland: Warn-Apps Nina und Katwarn lösten offenbar nicht überall aus

Update, 10. September, 11.24 Uhr: Heute findet ein bundesweiter Warntag statt. Ab 11 Uhr heulten die Sirenen, wenn auch nicht überall. Die technische Infrastruktur in Deutschland soll getestet werden (siehe Erstmeldung). Auch Apps sollen auslösen - offenbar funktioniert das aber nicht überall. So schreibt der Twitter-Nutzer „Superspreader“, dass Katwarn und auch die Nina-App es offenbar nicht für nötig halten würden, am Warntag zu warnen. „Was ist da los? Macht Bayern wieder sein eigenes Ding?", fragt er.

Update, 10. September, 11.08 Uhr: Seit 11 Uhr wurden nun Warnungen ausgelöst. In einigen Orten Bayerns heulten zwar keine Sirenen (siehe unten), doch Warnapps und Hinweise in TV und Radio wurden überall ausgelöst. Auch auf Twitter ist der Warntag 2020 Thema. Erinnert wird dabei auch an „Warntage" aus früheren Zeiten, wie eine Aufnahme aus dem Jahr 1963 zeigt.

Nicht alle Bürger in Bayern nehmen den Warntag allerdings besonders ernst, wie ein anderes Posting zeigt.

Warntag in Bayern: Sirenen heulen jetzt und KATWARN löst aus - nicht überall im Freistaat läuft es gleich ab

Erstmeldung vom 10. September, 10.30 Uhr: München - Bereits seit Tagen verbreitet sich die Ankündigung: am heutigen Donnerstag (10. September) findet der erste bundesweite Warntag* statt. Konkret heißt das, dass von 11 Uhr bis 11.20 Uhr für den Katastrophenfall geübt wird. Am gemeinsamen Aktionstag von Bund und Ländern werden in ganz Bayern Sirenen heulen und Lautsprecher-Durchsagen gemacht. Bei dem Warnmittel-Test werden auch über Warnapps wie NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) und KATWARN Meldungen verschickt. Auswirkungen hat der Warntag auch auf das TV- und Radioprogramm.

Warntag in Bayern: Sirenen heulen und KATWARN löst aus - nicht überall im Freistaat läuft Aktion gleich ab

Bereits am gestrigen Mittwoch (9. September) wies die Bayerische Staatsregierung via Facebook noch einmal auf den Warntag hin. „Achtung, Probealarm! Morgen findet der Bundesweite Warntag statt – auch in Bayern wird ab 11 Uhr die Warnung der Bevölkerung geprobt! Am gemeinsamen Aktionstag von Bund und Ländern wird die technische Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland getestet. Im Freistaat wird das Sirenenwarnsystem mit einem Heulton von einer Minute Dauer ausgelöst. Auch andere Warnmittel, wie zum Beispiel Apps, kommen zum Einsatz“, heißt es in dem Posting. Zusätzlich wird dabei noch auf die Website des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Sport und Integration verwiesen, wo es eine Erklärung zur Sirenen- und Lautsprecherwarnung gibt.

Bayern: Warntag 2020 in München ohne heulende Sirenen - Aktionstag von Ort zu Ort unterschiedlich

Bürger im Freistaat, die sich nun auf heulende Sirenentöne einstellen, könnten mancherorts allerdings auch überrascht werden. In der bayerischen Landeshauptstadt München beispielsweise wird kein Sirenenheulen zu hören sein*. Die Feuerwehr München liefert für diesen wichtigen Umstand nur eine trockene Erklärung, die sie in einem Twitter-Posting mitteilt: „Weil es in München gar keine Sirenen mehr gibt.“ Auch in einem anderen Ort in Oberbayern bleibt es am Warntag still*.

Gewarnt wird überall etwa durch die Warnapps - doch ob Sirenen zu hören sind, ist von Ort zu Ort teils sehr unterschiedlich. Wie das Portal idowa berichtet, sind in Niederbayern beispielsweise in den Landkreisen Straubing-Bogen und Rottal-Inn mobile Sirenenanlagen zu hören. In der Oberpfalz sollen etwa in der Stadt Regensburg* und dem im Landkreis Regensburg Sirenen zu hören sein: in der Gemeinde Holzheim am Forst (Ortsteil Trischlberg), in der Stadt Neutraubling, der Gemeinde Obertraubling, dem Markt Regenstauf und dem Markt Schierling.

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