Tatverdächtiger geschnappt

Zwei tote Kinder in Hanau: Polizei fasst flüchtigen Vater bei Paris

In der Innenstadt von Hanau wurden zwei tote Kinder gefunden. Die Polizei hat nun den flüchtigen Tatverdächtigen geschnappt. Es handelt sich um den Vater.

Hanau - Am Mittwoch, 11. Mai, hatte die Polizei in einem Hochhaus von Hanau ein totes siebenjähriges Mädchen gefunden. Ihr elfjähriger, schwerverletzter Bruder starb kurze Zeit später ebenfalls. Ein Familiendrama? Die Polizei hat nun den Tatverdächtigen in Frankreich festgenommen. Es handelt sich um den 47-jährigen Vater der beiden Kinder, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau am Samstag.

Bluttat in Hanau: Polizei nimmt Vater der Kinder in Frankreich fest - bislang schweigt er

Bereits am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft über Hinweise auf einen familiären Hintergrund der Tat gesprochen. Zielfahnder des Hessischen Landeskriminalamtes sei es nach der Tat gelungen, die Spur des Verdächtigen aufzunehmen. „Mit Unterstützung weiterer Experten der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes wurde der 47-Jährige am Samstagmorgen in der Nähe von Paris lokalisiert und dort festgenommen“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau mit.

Der Mann sei im Rhein-Main-Gebiet wohnhaft. Er leistete den Angaben zufolge keinen Widerstand bei der Festnahme. „Bislang hat er sich zu der Tat nicht geäußert“, hieß es. Die Staatsanwaltschaft Hanau gehe davon aus, dass er in wenigen Wochen nach Deutschland überstellt und dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden wird. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Mordverdachts gegen den Mann.

In diesem Hochhaus in Hanau wurde am 11. Mai ein totes Mädchen gefunden. Die Polizei fasste den tatverdächtigen Vater nun in der Nähe von Paris.

Familiendrama in Hanau: Obduktion offenbarte Todesursache der beiden Kinder

Die Tat geschah offenbar in der Wohnung in Hanau, in der die beiden Kinder lebten. Bereits mehrere Monate vor der Tat hatten dem Hanauer Jugendamt Hinweise auf familiäre Probleme vorgelegen, wie die Stadt bekanntgegeben hatte. Die Eltern lebten wohl getrennt. Der Vater, der seine Kinder nur in Begleitung eines Jugendamt-Mitarbeiters sehen durfte, soll bei einem letzten Treffen mit seinen Kindern vor der Bluttat in Hanau angekündigt haben, dass „etwas Schlimmes“ passieren werde. Wo sich die Mutter zum Zeitpunkt der Tat aufhielt, war zunächst offen geblieben.

Eine Obduktion hatte ergeben, dass das Mädchen an Verletzungen durch „scharfe Gewalteinwirkung im Halsbereich“ starb. Bei dem Jungen hätten multiple innere Verletzungen zum Tod geführt, die auf einen Sturz aus großer Höhe zurückzuführen seien. Die Gründe für den Sturz seien Teil der Ermittlungen. Passanten hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie vor einem Hochhaus nahe dem Hanauer Marktplatz auf dem Boden den schwer verletzten Jungen entdeckt hatten. In Hanau hatte 2020 ein 43-Jähriger mehrere Menschen aus rassistischen Motiven ermordet - nun gibt es erneut Fragen zu den Ermittlungen. (chd/dpa)

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