Aus reiner Mordlust: 19-Jähriger soll Schwangere getötet haben - "Ich habe dabei keine Gefühle gehabt"

Prozess nach Mord an Maria in Zinnowitz
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Prozess nach Mord an Maria in Zinnowitz

Im März dieses Jahres sollen auf der Insel Usedom zwei Männer eine Schwangere mit 19 Stichen erstochen haben. Das Motiv: Jemanden sterben zu sehen.

Im März dieses Jahres geschieht auf der Ferieninsel Usedom ein schreckliches Verbrechen: Zwei Männer sollen dort eine Schwangere mit 19 Stichen erstochen haben. Ein heimtückischer Mord. Das Motiv: jemanden sterben zu sehen.

  • Der mutmaßliche Haupttäter war während der Tat betrunken, im Prozess zeigte er kaum Emotionen.
  • Die Schwangere war eine Bekannte der Männer.
  • Der Mord sollte vom tristen Alltag der beiden Arbeitslosen ablenken.

Eine junge, schwangere Frau wurde brutal ermordet - und das scheinbar nur, weil zwei perspektivlose Männer Ablenkung von ihrem tristen Alltag suchten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-Jährigen mutmaßlichen Haupttäter Heimtücke und Mordlust vor. Er und ein weiterer Angeklagter hätten gemordet, weil sie einen Menschen sterben sehen wollten.

Update, Freitag (6. September), 11:40 Uhr: Im Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria ist das Urteil gefallen. Angeklagt vor dem Stralsunder Landesgericht war der 19-jährige Nicolas K. und der 21-jährige Niko G.

Der Haupttäter Nicolas K. wurde zu einer zwölfjährigen Jugendhaftstrafe mit anschließendem Maßregelvollzug in einer psychatrischen Klinik verurteilt.

Sein Komplize Niko G. erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Das Gericht stellte bei ihm die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung ist damit so gut wie ausgeschlossen.

Schwangere Maria war das leichteste Opfer

Dass es die 18-jährige Maria traf, erklärt der Beschuldigte damit, dass sie von allen Bekannten, die ihm einfielen, diejenige gewesen sei, bei der es am einfachsten schien, sie zu töten. Dass sie schwanger war, wusste er. "Sie hat sich darauf gefreut", erzählt er.

Als er die Tat schildert, rufen Prozessbeobachter nur "Mein Gott!". Am Landgericht Stralsund legte der 19-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. Der 21-Jährige mutmaßliche Mittäter muss sich unterdessen während der Verhandlung übergeben und bestreitet, bei dem Mord geholfen zu haben.

Opfer schrie "Hör auf"

Allerdings schildert der mutmaßliche Haupttäter emotionslos, wie er an dem Tag im März gemeinsam mit dem Mittäter geplant habe, jemanden umzubringen. Es fielen Sätze wie: "Lass es uns heute machen." Die Wahl fiel dann auf die Schwangere 18-Jährige. Maria, die beste Freundin der Lebensgefährtin des mutmaßlichen Täters.

Unter einem Vorwand hätten sie sich Zugang zu Marias Wohnung in Zinnowitz auf Usedom verschafft. Dann habe er seinem Opfer von hinten einen Stich in den Hals gegeben. Maria habe "Aua" und "Hör auf" gerufen.

Mittäter hielt Marias Beine fest

Anschließend stach er weiter auf die am Boden liegende Frau ein. Am Kopf und Hals zählte die Gerichtsmedizin später 19 Stiche. Der 21-Jährige mutmaßliche Mittäter soll währenddessen Marias Beine festgehalten haben. Außerdem soll er geholfen haben, Spuren der Tat zu beseitigen. Doch nur Letzteres räumt der 21-Jährige in seinem Geständnis ein.

Auf die Frage der Richterin, was der 19-Jährige mutmaßliche Haupttäter bei der Tat gefühlt habe, gibt er an, keinerlei Gefühle gehabt zu haben. Jetzt droht ihm wegen Mordes eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren. Aufgrund seiner Alkoholisierung und einer psychiatrischen Erkrankung könnte er bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen sein.

Dem 21-Jährigen Mitangeklagten droht dagegen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Mit dpa-Material