Schwimmerin gewinnt Wettkampf - und wird dann wegen ihrer Figur disqualifiziert

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Schwimmerin wegen ihrer Figur disqualifiziert

Eine 17-jährige Schwimmerin gewinnt einen Wettkampf in Alaska. Doch nach ihrem Sieg disqualifizierte die Schiedsrichterin sie wegen ihrer Figur.

Anfang September hat die 17-Jährige Breckyn Willis einen Schwimmwettkampf in Alaska gewonnen. Doch die Freude der Schwimmerin mit der kurvigen Figur währte nur kurz. Denn kurz nach ihrem Sieg disqualifizierte die Schiedsrichterin das Nachwuchstalent aus fragwürdigen Gründen.

  • Offiziell heißt es, die Schwimmerin habe zu viel nackte Haut gezeigt.
  • Die offizielle Begründung verschleiert jedoch den wahren Grund für die Disqualifizierung - die Figur der Sportlerin.
  • Denn: Die Schwimmerin trug den vom Verein vorgegebenen Schwimmanzug.

Figur der Schwimmerin führte zur Disqualifizierung

Die Schiedsrichterin störte offenbar, was sie sah. Der offiziellen Begründung nach, hatte die Schwimmerin die Regel, wonach Brüste und Po vollständig vom Badeanzug bedeckt sein müssen, missachtet.

Gegenüber der Lokalzeitung Anchorage Daily News begründete die Schiedsrichterin die Disqualifizierung damit, dass sie hätte sehen können, wie "die eine Pobacke die andere berührte".

Zuviel nackte Haut also. Die Folge: Eine Disqualifizierung der Schwimmerin. Das Problem allerdings: Breckyn Willis trug denselben Anzug wie alle anderen Schwimmerinnen ihres Schulteams auch. Doch die wurden nicht disqualifiziert.

Doch die 17-Jährige ist kurviger als ihre Teamkolleginnen. Ihr Badeanzug saß deswegen laut Berichten der Lokalpresse schlicht knapper. Letztendlich disqualifizierten die Richter sie also wegen ihrer Figur. Nicht wegen eines Regelverstoßes.

Bodyshaming: Bei Sportlerinnen an der Tagesordnung?

Der Fall schlägt in den USA bereits hohe Wellen. Die New York Times und auch die Washington Post berichteten über diesen neuen Fall von Bodyshaming und der Übersexualisierung weiblicher Sportlerinnen. In den sozialen Medien wird ein Ende der sexistischen Betrachtungsweise weiblicher Körper gefordert.

Denn auch andere Sportlerinnen müssen immer wieder diese Art der Demütigung über sich ergehen lassen. Selbst die Erfolgreichsten unter ihnen kommen um eine Kritik ihrer Körperformen nicht herum - egal wie viel Leistung sie zeigen.

Selbst bei Spitzensportlerinnen wie Serena Williams wird die Beurteilung ihres Aussehens im gleichen Atemzug mit ihrer Leistung genannt. Im vergangenen Jahr sorgte besonders eine sexistische und rassistische Darstellung der Tennisspielerin als Cartoon für Aufsehen.

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Der Schwimmerverband hat laut nzz zwar inzwischen reagiert und der 17-Jährigen Schwimmerin ihren Sieg doch noch zuerkannt, doch für den Teenager bleibt der fade Beigeschmack des Erlebten bestehen: Als Teenager wegen der eigenen Figur diskriminiert zu werden.

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