Upskirting: Fotografieren unterm Rock - dafür kommen Täter jetzt in den Knast

+
Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss künftig in England und Wales mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. Verurteilte werden außerdem als Sexualstraftäter registriert.

Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss in England und Wales mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. Man spricht vom sogenannten Upskirting.

Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss künftig in England und Wales mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. Verurteilte werden außerdem als Sexualstraftäter registriert.

"Es gibt keine Entschuldigungen für dieses Verhalten und die Täter müssen die volle Härte des Gesetzes spüren", teilte Justiz-Staatssekretärin Lucy Frazer am Freitag (12. April) in London mit.

Frauen waren 7 bis 70 Jahre alt

Die Opfer des sogenannten Upskirting waren 2018 nach Angaben der britischen Polizei 7 bis 70 Jahre alt. Die Motive der Täter hätten von Demütigung bis zu sexueller Befriedigung gereicht.

Die Fälle seien deutlich gestiegen, doch die vorliegenden Statistiken dazu unvollständig, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Fast alle Opfer seien Frauen und nahezu alle Täter Männer, hieß es.

Upskirting-Opfer hat den Stein ins Rollen gebracht

Das neue Gesetz war von der Autorin Gina Martin in einer 18-monatigen Kampagne angestoßen worden. Sie selbst ist ein Upskirting-Opfer geworden. Ein Mann hatte im Jahr 2017 mit seinem Handy Fotos unter ihrem Kleid auf einem Festival im Londoner Hyde-Park gemacht. Die Polizei legte den Fall schließlich zu den Akten.

Während ihrer Kampagne hätten sich Hunderte von Opfern bei ihr gemeldet, berichtete die 27-Jährige den britischen Medien. Schottland geht bereits seit einigen Jahren härter gegen solche Täter vor. Im britischen Nordirland gibt es noch kein entsprechendes Gesetz.

Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren Fälle bekannt, bei denen Frauen heimlich unter den Rock fotografiert wurde. Es liefen dann etwa Ermittlungen wegen sexueller Belästigung oder auch wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und Beleidigung. In München gab es 2014 einen Prozess wegen Spanner-Fotos, bei dem der Angeklagte eine Geldstrafe bekam. Mit dpa-Material