Verhandlungen geplant

Ukraine-Krieg: Über 200.000 Flüchtlinge in Deutschland +++ Gasversorgung noch nicht gesichert

Die russischen Truppen von Wladimir Putin belagern Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Alle Entwicklungen im Live-Ticker.

Dieser Ticker wird nicht mehr weitergeführt. Wichtige News zum Krieg in der Ukraine gibt es aber weiterhin bei RUHR24.

Update, Sonntag (20. März), 11.20 Uhr: Wie das Bundesinnenministerium mitteilt, sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 218.301 Menschen aus nach Deutschland geflüchtet. Bei den Zahlen erfasst werden allerdings nur Menschen, die von der Bundespolizei an den Grenzübergängen kontrolliert werden.

Krise:Ukraine-Konflikt
Krim-Annektion:20. Februar 2014
Beginn des Krieges: 24. Februar 2022

Da die Menschen aus der Ukraine kein Visum brauchen und es in der EU keine festen Grenzkontrollen gibt, ist die Zahl der eingereisten Ukrainer vermutlich deutlich größer. Insgesamt sollen mehr als drei Millionen Menschen bisher aus dem Land geflohen sein, teilt die UN mit.

Erneut heftige Angriffe rund um Kiew: Mehrere Tote und Verletzte

Update, Samstag (19. März), 21.55 Uhr: Die Ukraine hat über mehrere Tote und Verletzte bei erneuten russischen Angriffen berichtet. Im Ort Butscha nordwestlich der Hauptstadt Kiew seien gestern durch Beschuss sieben Zivilisten ums Leben gekommen, teilte die Polizei der Region Kiew mit.

In der ostukrainischen Region Donezk sprach die regionale Polizeibehörde von Dutzenden Toten und Verletzten ebenfalls bei Angriffen. Die Angaben ließen sich laut DPA zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Krieg in der Ukraine: Selenskyj ruft Russland zu ernsthaften Gesprächen über Frieden auf

Update, Samstag (19. März), 20.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland nachdrücklich zu ernsthaften und ehrlichen Gesprächen über eine Friedenslösung aufgerufen. „Sinnvolle Verhandlungen über Frieden und Sicherheit für die Ukraine, ehrliche Verhandlungen und ohne Verzögerungen, sind die einzige Chance für Russland, seinen Schaden durch eigene Fehler zu verringern“, sagte Selenskyj am späten Freitagabend (18. März) in einer Videoansprache.

Sollte die territoriale Unversehrtheit der Ukraine nicht wiederhergestellt werden, so werde Russland „ernsthafte Verluste“ erleiden. Selenskyj bekräftigte seine Forderung nach direkten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Friedenslösung.

Russlands Krieg in der Ukraine: Friedensdemo in NRW mit hunderten Teilnehmern

Update, Samstag (19. März), 18.21 Uhr: Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in NRW gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und für Frieden demonstriert. Rund 600 Menschen hätten in Düsseldorf an einem Aufzug vom Landtag zum Hofgarten teilgenommen, sagte ein Sprecher der Polizei.

„Stand with Ukraine“ oder „Putin kills children“ hieß es auf den Bannern. Zudem hatten die Teilnehmer eine ukrainische Landesfahne vom Rhein an der Staatskanzlei vorbei gespannt. Die Demonstration sei friedlich und störungsfrei verlaufen, so der Sprecher. Zuvor hatte die Polizei mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet und bis zu 1000 Demonstranten erwartet.

Bei der Demonstration gegen den Krieg und Kriegsverbrechen in der Ukraine haben die Menschen eine lange ukrainische Landesfahne gespannt. Etwa 400 Menschen versammelten sich vor dem Landtag.

Wegen Russlands Krieg in der Ukraine: Gasversorgung in Deutschland noch nicht gesichert

Update, Samstag (19. März), 16.28 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) sieht die Gasversorgung in Deutschland für den kommenden Winter noch nicht komplett gesichert. Dies sagte der Grünen-Politiker vor einer Reise nach Katar im Deutschlandfunk.

„Das heißt, wenn wir zum nächsten Winter noch nicht mehr Gas bekommen und die Lieferverbindungen aus Russland würden gekappt werden oder abreißen, hätten wir nicht genug Gas, um alle Häuser warm und alle Industrie laufen zu lassen.“ Habeck warnte zugleich: „Also Gas wird vor allem in der Industrie zu Anfang der Lieferketten eingesetzt und dann gibt es eine Art oder kann es eine Art Domino-Effekt geben.“Zu einer einseitigen Abhängigkeit von einem Lieferanten wie Russland sagte Habeck: „Das war einfach dämlich.“

Wegen Krieg in der Ukraine: Russische Propaganda wird auf Youtube blockiert

Update, Samstag (19. März), 13.45 Uhr: Auf Youtube wurden diverse Kanäle blockiert, welche bewusst russische Propaganda verbreiten. Die Medienaufsicht des derzeit stark kritisierten Landes fordert nun die Videoplattform zur Freischaltung der blockierten Kanäle auf.

Youtube befürchtete, dass die Webseite in Russland abgeschaltet werden könnte. Dieses Schicksal erleidete zuvor auch schon Twitter, Instagram und Facebook.

Krieg in der Ukraine: Russland setzt Hyperschall-Rakete ein

Update, Samstag (19. März), 11.20 Uhr: Nach Angaben aus Moskau hat eine Hyperschall-Rakete ein Raketenarsenal im Gebiet Iwano-Frankiwsk im Südwesten des Landes zerstört. Dabei sei ein wichtiges unterirdisches Munitionsdepot der ukrainischen Luftwaffe vernichtet worden.

Russland weitet Offensive aus: Beschuss nahe der Grenze zu Polen

Update, Freitag (18. März), 21.10 Uhr: Mit tödlichen Angriffen auf zivile Ziele in Kiew und Charkiw hat Russland seine Offensive in der Ukraine am Freitag fortgesetzt. Auch eine Flugzeugwerkstatt nahe der Grenze zu Polen geriet unter Beschuss. Bei dem Angriff auf ein Theater mit hunderten Schutzsuchenden in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gab es nach jüngsten Angaben der Behörden offenbar keine Todesopfer. Zwei Tage nach der Attacke werden aber weiterhin zahlreiche Menschen unter den Trümmern vermutet.

Die Aufräumarbeiten in Mariupol dauerten an, erklärte die Stadtverwaltung auf Telegram. Nach ersten Informationen gebe es keine Toten, ein Mensch sei aber schwer verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor gesagt, mehr als 130 Menschen seien aus den Trümmern des Theaters gerettet worden, hunderte weitere säßen noch unter dem Schutt eingeschlossen.

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs im Ruhrgebiet: Thyssenkrupp schickt Mitarbeiter in Kurzarbeit

Update, Freitag (18. März), 18.57 Uhr: Um einen Stellenabbau in den Stahlwerken von Thyssenkrupp angesichts des Ukraine-Kriegs zu vermeiden, setzt der Betriebsrat laut einem Medienbericht auf Kurzarbeit. Mit dem Vorstand sei eine Einigung zum Thema Kurzarbeit erzielt worden, sagte der Gesamtbetriebsratschef von Thyssenkrupp Steel, Tekin Nasikkol, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstag). Die Vereinbarung stehe am 25. März im Arbeitnehmergremium zur Entscheidung.

Kurzarbeit werde im April kommen, „aber nicht sofort“, sagte Nasikkol der Zeitung. Die Vereinbarung gelte für rund 17.000 Beschäftigte von Thyssenkrupp Steel. Ausgenommen seien Tochterfirmen, darunter Electrical Steel in Gelsenkirchen sowie die Standorte Rasselstein und Hohenlimburg.

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp hatte am Mittwochabend (16. März) mitgeteilt, dass er infolge des Krieges in der Ukraine mit einer „Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung“ rechnet. Es sei davon auszugehen, dass die globalen Störungen an verschiedenen Stellen der Lieferketten Folgen vor allem für die Stahl- und Autozuliefergeschäfte des Konzerns haben werden.

Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf Unternehmen im Ruhrgebiet

Update, Freitag (18. März), 15.15 Uhr: Der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine ist auch im Ruhrgebiet spürbar. Mehr als 100 Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna haben dazu an einer Umfrage der IHK Dortmund teilgenommen, bundesweit waren es sogar 3.700.

Über alle Wirtschaftszweige hinweg meldete jedes zweite Unternehmen, dass es die Auswirkungen indirekt spüre – direkt war es immerhin noch jedes Vierte. Rund neun von zehn Unternehmen klagen über höhere Energiepreise, jedes Siebte kämpft mit Lieferschwierigkeiten und jedes Sechste wird seine Preise erhöhen müssen. Die IHK fordert deshalb staatliche Unterstützung.

Ukraine-Krieg: Arnold Schwarzenegger spricht russischen Soldaten ins Gewissen.

Update, Freitag (18. März), 06.20 Uhr: „Terminator“ Arnold Schwarzenegger hat auf Twitter ein circa neunminütiges Video geteilt und wendet sich auf bewegende Art und Weise an die russischen Soldaten. Er erzählt dabei die Geschichte seines Vaters, der selbst Wehrmachtssoldat und überzeugte Nationalsozialist war.

Er habe sich von Propaganda belügen lassen und sei vor Leningrad (das heutige St. Petersburg) schwer verwundet worden. Diese Erfahrung, so Arnold Schwarzenegger, habe seinen Vater geistig und körperlich gebrochen. Auch die russischen Soldaten lüge man an. Dies sei ein illegaler Krieg und nicht der Verteidigungskrieg, in dem die Großeltern und Urgroßeltern der Russen gekämpft haben.

Arnold Schwarzenegger fordert die Russen auf, die Desinformationen und Propaganda zu durchschauen, die ihnen erzählt werde.

Arnold Schwarzenegger hat ein neunminütiges Video in den Sozialen Medien geteilt.

Krieg in der Ukraine: Bombenangriff auf Theater in Mariupol

Update, Mittwoch (17. März), 20.25 Uhr: Mehr als 1.000 Menschen haben in einem Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol Zuflucht gesucht. Die Stadt ist besonders hart vom Krieg in der Ukraine betroffen und wird seit Tagen von Russland belagert. Ein Bombenangriff auf das Theater hat das Gebäude fast vollständig zerstört.

Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig, den Angriff durchgeführt zu haben. Wie durch ein Wunder soll dabei kein Mensch ums Leben gekommen sein. Selbst Kinder hatten sich in dem Theater befunden. Dies wurde, wie Satellitenbilder zeigen, als Warnung auf Russisch auf den Asphalt vor das Gebäude geschrieben. Genützt hat dies offenbar nichts.

Flüchtlinge aus der Ukraine sollen Chance für Deutschland sein

Update, Mittwoch (17. März), 19.13 Uhr: Franziska Giffey (SPD), die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, hat dafür geworben, die Kriegs-Geflüchteten als Chance und nicht als Belastung zu sehen. „Denn es gibt in Deutschland ein großes Wachstumshemmnis, und das ist der Fachkräftemangel“, erklärte sie nach einer Bund-Länder-Schalte.

Zudem führte die Politikerin weiter aus, dass sich unter den Geflüchteten auch viele Menschen mit einer beruflichen Qualifikation befinden würden, die bereit seien zu arbeiten. „Diese Chancen müssen wir nutzen“, führte sie dazu an.

Krieg in der Ukraine: Europarat warnt vor Gefahr des Menschenhandels

Update, Mittwoch (17. März), 14.16 Uhr: Der Europarat hat vor der Gefahr des Menschenhandels mit ukrainischen Flüchtlingen gewarnt. In den Ländern, in denen die Menschen ankämen, müssten Beamte und Hilfsorganisationen „vor den Risiken von Menschenhandel und Ausbeutung gewarnt werden“, teilte das Expertengremium des Europarats für Menschenhandel (Greta) mit. Demnach sind schätzungsweise 90 Prozent der mehr als drei Millionen Menschen, die aus der Ukraine seit Kriegsbeginn geflohen sind, Frauen und Kinder.

Das Gremium des Europarats forderte behördliche Maßnahmen, „um betrügerische Angebote“ von Transport, Unterbringung und Arbeit zu vermeiden. Die Greta-Experten wiesen dabei auf das besondere Risiko für allein fliehende Kinder hin. Es gebe Berichte, dass Menschenhändler auf unbegleitete geflüchtete Kinder abzielten, teilte das Gremium mit.

Putins Krieg in der Ukraine: Fluchtkorridore für Zivilisten geplant

Update, Mittwoch (17. März), 11.31 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge sind für heute landesweit neun Fluchtkorridore geplant, über die sich Zivilisten aus umkämpften Gebieten in Sicherheit bringen können. In die von Russland belagerte Hafenstadt Mariupol, wo die Lage besonders dramatisch ist, solle zudem von Saporischschja aus ein Tanklaster mit Kraftstoff für Privatautos geschickt werden, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Vormittag in einer Videobotschaft.

Weitere Fluchtkorridore soll es laut Wereschtschuk auch aus der ostukrainischen Stadt Charkiw nach Wowtschansk sowie aus den Orten Borodjanka und Schewtschenkowe bei Kiew nach Schytomyr und Browary geben. Außerdem sollen Lebensmittel und Medikamente in fünf weitere Orte gebracht werden, darunter Hostomel in der Kiewer Region.

Ukraine-Krieg: NRW-Ministerpräsident Wüst fordert Bund zu Kostenübernahme für Flüchtlinge auf

Update, Mittwoch (17. März), 10.06 Uhr: Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), hat den Bund zur Kostenübernahme für die aus der Ukraine kommenden Flüchtlinge aufgefordert. Vor den Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstagnachmittag sagte Wüst im ARD-Morgenmagazin: „Wir dürfen die Kommunen nicht im Stich lassen.“ Die Länder müssten in die Lage versetzt werden, ihren Städten und Gemeinden gut zu helfen.

Selenskyj zum Ukraine-Krieg: „Besatzer haben 108 Kinder getötet“

Update, Mittwoch (17. März), 9.54 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet in einer Videoansprache an die Bundestagsabgeordneten um mehr Hilfe für sein Land. Die Menschen in der Ukraine wollten frei leben und sich nicht einem anderen Land unterwerfen, sagt Selenskyj laut Übersetzung in einer Videobotschaft an die Abgeordneten des Bundestags. In seinem Land seien nun Zivilisten und Soldaten wahllos Ziel russischer Angriffe. „Wieder versucht man in Europa, das ganze Volk zu vernichten“, sagt er laut Übersetzung. Die Bundestagsabgeordneten waren vor der Rede aufgestanden und begrüßten den auf einer Videoleinwand zugeschalteten Selenskyj mit Applaus.

„Russland bombardiert unsere Städte und zerstört alles, was in der Ukraine da ist. Das sind Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, alles. Mit Raketen, mit Luftbomben, mit Artillerie. In drei Wochen sind sehr viele Ukrainer gestorben, Tausende. Die Besatzer haben 108 Kinder getötet, mitten in Europa, bei uns im Jahre 2022“, sagte Selenskyj. 

Update, Mittwoch (17. März), 9.26 Uhr: Drei Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wendet sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft an die Abgeordneten des Bundestags. Solche Ansprachen hat er unter anderem auch schon im US-Kongress und im EU-Parlament gehalten. Es wird erwartet, dass Selenskyj Deutschland zu weiterer Unterstützung auffordern wird – finanziell und mit Waffenlieferungen. Für die Rede sind 20 Minuten vor dem Beginn der regulären Sitzung vorgesehen.

Alle früheren Entwicklungen im Ukraine-Konflikt gibt es im alten Ticker.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/DPA

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