Donald Trump verbreitet falsche Hurrikan-Karte – "Mache mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt"

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US-Präsident Trump und die Karte von Hurrikan Dorian

Trump behauptet das, doch hat es jemals ein Bedrohung für den US-Bundesstaat Alabama durch den Hurrikan Dorian gegeben? Hier gibt es die Fakten.

Hat es jemals eine Bedrohung für den US-Bundesstaat Alabama durch den Hurrikan Dorian gegeben? Donald Trump sagt ja, Meteorologen und Hurrikan-Experten bleiben beim Nein.

  • Donald Trump behauptete, der Hurrikan Dorian würde auch Alabama treffen.
  • Experten widersprechen, es habe nie eine Bedrohung für Alabama gegeben.
  • Um seine Aussage zu stärken, präsentierte Trump eine offensichtlich manipulierte Hurrikan-Karte.

Trump twittert falsche Warnung zu Hurrikan Dorian

Während der Hurrikan Dorian auf den Bahamas Verwüstung hinterlässt und mindestens 20 Todesopfer forderte, streitet Washington über den prognostizierten Verlauf des Hurrikans. Grund für den Streit: Donald Trump hatte mit einem Tweet die Bürger Alabamas in Angst und Schrecken versetzt.

Er hatte behauptet, Dorian würde auch über den Bundesstaat Alabama ziehen. An die Bürger Alabamas gerichtet, appellierte Trump: "Bitte seid auch vorsichtig."

Hurrikan verwüstet Bahamas

Sorgen sollte der Hurrikan in jedem Fall bereiten: Über den Bahamas wütete er bereits schwer - 700 Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Vor Florida drehte er nur knapp ab. Nur kurz wurde der Sturm in seiner Stärke herabgestuft - von Kategorie 5 auf 3. Inzwischen hat Dorian auf seinem Weg entlang der Südostküste der USA aber wieder deutlich an Kraft zugelegt.

Mit Windböen von 300 km/h traf der Sturm die Bahamas. Und noch immer werden Windgeschwindigkeiten von 185 km/h erreicht, Sturmfluten drohen. Doch eines, so scheint es, hat der Hurrikan obgleich der US-Präsidenten anderes behauptet, nie bedroht: Den US-Bundesstaat Alabama.

Experten: Alabama war nie bedroht

In einem Tweet hatte Trump am Sonntag behauptet, dass auch Alabama sehr hart von dem Wirbelsturm getroffen werden könnte. Damit widersprach er offiziellen Vorhersagen des Nationalen Hurrikan-Zentrums (NOAA).

Denn die offiziellen Grafiken der NOAA prognostizierten zu keinem Zeitpunkt heftigere Auswirkungen des Sturms auf Alabama. Am Sonntag, als Trumperstmals Alabama ins Gespräch brachte, zeigten die Karten eindeutig einen prognostizierten Verlauf entlang der südöstlichen US-Küste. Und nicht in Richtung Alabama.

Und obwohl auch der Wetterdienst in Alabama klar stellte, dass es keine Bedrohung gäbe, ließ der Präsident nie von seiner Behauptung ab. Auch jetzt nicht. Im Gegenteil. Wie üblich teilt er - auf Twitter - nun gegen die diejenigen aus, die seinen ursprünglichen Tweet als Falschaussage entlarvten.

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Gleichzeitig versucht Trump seine falsche Behauptung öffentlich zu belegen. Zuletzt mit einer offensichtlich manipulierten Karte über den Verlauf des Hurrikans. Es scheint, als habe jemand mit schwarzem Filzstift den Verlauf von Dorian auf der ursprünglichen Karte geändert.

Die Karte präsentierte Donald Trump bei einem Auftritt im Weißen Haus. Als der Präsident von Journalisten gefragt wurde, wie es zu der veränderten Karte gekommen sei, sagte er nur: "Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht."

Als weiteren Beleg für seine Behauptung zog der Präsident auch eine früh erstellte Karte zu dem mutmaßlichen Verlauf von Dorian heran. Die dünnen Linien der Karte zeigen laut Nationalem Hurrikan-Zentrum allerdings nicht an, wo der Sturm langzieht, sondern nur, wo es Änderungen von Luftdruck oder Temperatur geben könnte.

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Sowohl der Luftdruck als auch die Temperatur sind wichtige Variablen, um Modelle für mögliche Hurrikan-Verläufe berechnen zu können. Mit dpa-Material