Zu viele Todesopfer - Trump bricht Militäraktion gegen den Iran 10 Minuten vor Start ab

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US-Präsident Donald Trump. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Donald Trump hat Militäraktionen gegen den Iran geplant und offenbar bereits eingeleitet. In der Nacht zu Freitag wurde der Angriff dann plötzlich gestoppt.

US-Präsident Donald Trump hat Militäraktionen gegen den Iran geplant und offenbar bereits eingeleitet. In der Nacht zu Freitag (21. Juni) wurde der Angriff jedoch plötzlich gestoppt.

  • Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich seit Monaten zu.
  • Trump hatte den Angriff bereits genehmigt.
  • Militärattacke sollte Reaktion auf den Abschuss einer amerikanischen Drohne sein.

Einem Bericht der New York Times zufolge hatte Donald Trump den Militäraktionen gegen den Iran bereits zugestimmt, dann aber doch abgebrochen.

Warum brach Trump den Angriff ab?

Möglicherweise seien die Angriffe nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden, berichtete die New Yorker Zeitung am Freitag. Ziele sollen demnach Radarstationen und Raketenbatterien im Iran gewesen sein.

Donald Trump selbst schrieb auf Twitter, er habe den Militärschlag gegen den Iran wegen der befürchteten Todesopfer in letzter Minute gestoppt. Die vom US-Militär erwarteten 150 Toten wären im Vergleich zum Abschuss einer US-Drohne durch den Iran "unverhältnismäßig" gewesen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

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+++Zwei Tanker in Seenot – Scheinbarer Angriff vor der Küste des Irans+++

Der geplante Angriff hat sich nach Informationen der New York Times noch im Anfangsstadium befunden. Der Iran hatte am Donnerstag (20. Juni) eine amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen. Die Militäraktionen sollten eine Reaktion darauf sein.

Zwischen den USA und dem Iran braut sich seit Monaten etwas zusammen, der Drohnenabschuss spitzte den Konflikt nun noch einmal dramatisch zu. Im iranischen Fernsehen wurden am Freitag Wrackteile präsentiert, die von der abgeschossenen Drohne stammen sollen.

Trump: Der Iran hat einen schweren Fehler gemacht

US-Präsident Trump sagte am Donnerstag mit Blick auf den Iran: "Sie haben einen sehr schweren Fehler gemacht." Es sei "wissenschaftlich dokumentiert", dass die Drohne in internationalem Luftraum geflogen sei.

Der plötzlich abgebrochene Angriff auf den Iran wäre der dritte Militärschlag der USA unter Präsident Trump in Nahost gewesen, nach den beiden Angriffen auf Ziele in Syrien im Jahr 2017 und 2018.

Der iranische Sicherheitsrat wies am Freitag Berichte zurück, laut denen Trump den Iran über die Regierung des arabischen Golfstaates Oman gewarnt haben soll, dass ein Militärschlag bevorstehe. Ebenso dementierte man, dass es eine Botschaft Trumps gebe, wonach er keinen Krieg, sondern Gespräche mit der Führung in Teheran wolle und dafür eine Frist gesetzt habe.

Gespräche anstelle von militärischen Angriffen

Trump hatte nach dem Abschuss der Drohne zunächst offen gelassen, wie die USA reagieren werden. "Das werden Sie bald herausfinden", so der 73-Jährige gegenüber Journalisten im Weißen Haus.

Wie ernst der amerikanische Präsident seine Angriffspläne auf den Iran wirklich meinte, wurde auch in sozialen Netzwerken kontrovers diskutiert. Schließlich hatte Trump auch in anderen Konflikten zunächst scheinbar die Eskalation gesucht, um schließlich wieder das Gespräch anzustreben. Mit dpa-Material