Qualvolle Hinrichtung: Gericht erlaubt, dass US-Mörder an eigenem Blut ertrinken könnte

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Todesstrafe: Russell Bucklew leidet an einer Krankheit, die eine Hinrichtung mit der Giftspritze sehr schmerzhaft macht. Foto: Missouri Department of Corrections/dpa

Debatte um die Todesstrafe: Ein verurteilter Mörder darf in den USA mit der Giftspritze hingerichtet werden, auch wenn das für ihn qualvoll werden kann.

Debatte um die Todesstrafe: Ein zum Tode verurteilter Mörder darf in den USA mit der Giftspritze hingerichtet werden, auch wenn das für den Verurteilten sehr qualvoll werden kann. Das haben die Richter des obersten US-Gerichts entschieden.

Die Rechtssprecher argumentierten damit, dass in der US-Verfassung den Verurteilten keine schmerzfreie Hinrichtung garantiert wäre.

Anlass für das Urteil ist die anstehende Hinrichtung des Mörders Russell Bucklew. Seine Anwälte argumentieren, dass die Hinrichtung mit der Giftspritze für ihn besonders qualvoll sein würde.

Der 50-Jährige leidet an Gefäßtumoren, die bei der Injektion des Todes-Cocktails aufbrechen könnten. Der zur Todesstrafe verurteilte Mann würde möglicherweise an seinem eigenen Blut ertrinken. Das verstoße gegen das Verbot einer grausamen und unüblichen Bestrafung.

Mörder wünscht sich Hinrichtung durch Gaskammer

Bucklew hatte nicht gegen die Hinrichtung selbst geklagt, sondern eine andere Methode gefordert. Er wünschte sich den Tod in der Gaskammer.

Laut Washington Post argumentierte Richter Neil M. Gorsuch, ein schmerzfreier Tod sei "ein Luxus, der nicht jedermann garantiert werden könne, dazu gehören auch die Opfer von Kapitalverbrechen."

Laut Spiegel Online bezeichnet der Bundesstaat Missouri die Forderung als "vage und ungeprüft". Es wäre nicht belegt, dass der Tod durch Gas die Schmerzen reduzieren würde.

Zweimal wurde die Todesstrafe bereits aufgeschoben

Bereit zweimal konnte die Hinrichtung des verurteilten Mörders gestoppt werden. 2014 und 2018 hatte sich das oberste Gericht gegen die Vollstreckung der Todesstrafe mit der Giftspritze ausgesprochen.

Im Jahr 1996 hat Bucklew den neuen Partner seiner Ex-Freundin erschossen und die 21-Jährige anschließend verschleppt und vergewaltigt.

Die Vollzugsbehörde hat bisher noch keinen neue Hinrichtungstermin für Bucklew festgelegt.