Geköpft und erschossen: Massen-Hinrichtung in Saudi-Arabien

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Die Hinrichtungen wurden unter anderem in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad vollzogen. Foto: dpa

Todesstrafe in Saudi-Arabien: 37 Menschen werden hingerichtet. Die Behörden werfen ihnen Terrorismus vor. Menschenrechtler sehen andere Gründe.

Todesstrafe in Saudi-Arabien: 37 Menschen sind zum Tode verurteilt und werden hingerichtet. Sie werden geköpft oder erschossen. Die Behörden werfen den Verurteilten Terrorismus vor. Menschenrechtler haben Zweifel und sehen hinter den Urteilen andere Gründe.

In Saudi-Arabien sind nach Angaben des Innenministeriums 37 Menschen nach Terrorismus-Vorwürfen hingerichtet worden. Die saudischen Staatsbürger sollen unter anderem Terrorgruppen aufgebaut, Sicherheitskräfte angegriffen und terroristische Ideologie angenommen haben. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Dienstag (23. April).

Todesstrafe: Alarmierende Eskalation der Urteile

Amnesty International dagegen kritisierte die "Massenhinrichtung". Die Organisation sprach von einer alarmierenden Eskalation von Todesurteilen in dem arabischen Königreich.

"Es ist ein weiteres, grauenvolles Anzeichen dafür, wie die Todesstrafe als politisches Instrument missbraucht wird", teilte Lynn Maalouf von Amnesty International mit. Die Mehrheit der Hingerichteten komme aus der schiitischen Minderheit des Landes. Die Männer seien in Scheinverhandlungen verurteilt worden. Diese würden jeglichen internationalen Standards widersprechen.

Wegen Spionage und Protesten zum Tode verurteilt

Unter den Hingerichteten seien elf Männer, die wegen Spionage für den Iran verurteilt worden seien, berichtete Amnesty. Mindestens 14 weitere Personen seien wegen ihrer Teilnahme an Anti-Regierungsprotesten verurteilt worden. Die Proteste fanden im Osten Saudi-Arabiens in den Jahren 2011 und 2012 statt.

Zu den Verurteilten zählte demnach auch ein junger Mann, der zum Zeitpunkt der Proteste erst 16 Jahre alt war. Nach internationalem Recht ist die Todesstrafe gegen Minderjährige verboten, wie Amnesty betonte.

Bereits 104 Menschen hingerichtet

In diesem Jahr seien bereits mindestens 104 Menschen hingerichtet worden. Die meisten im Zusammenhang mit Drogendelikten. Im vergangenen Jahr wurden nach unterschiedlichen Angaben von Menschenrechtsgruppen zwischen 139 und 149 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet.

Das Königreich steht wegen der Todesstrafe international in der Kritik. In der Regel werden die Verurteilten - zum Teil öffentlich - mit dem Schwert geköpft oder erschossen.

Viele Länder stehen immer wieder in der Diskussion, weil sie die Todesstrafe verhängen. Unter anderem halten die USA, China und weitere arabische Länder an den Hinrichtungen fest. Auch in Thailand wurde nun wieder die Todesstrafe für einen Vergewaltiger und Mörder verhängt. Zuletzt wurde Brunei stark kritisiert: Der Kleinstaat hat die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt. Mit dpa-Material