Thyssenkrupp will tausende Stellen abbauen - 4000 davon in Deutschland

Thyssenkrupp will 600 Stellen abbauen. Foto: Patrick Seeger/ dpa.
+
Thyssenkrupp will 600 Stellen abbauen. Foto: Patrick Seeger/ dpa.

Die Stahlfusion von Thyssenkrupp und Tata ist vermutlich gescheitert. Jetzt will das Unternehmen Stellen abbauen - unter anderem 4000 Deutschland.

Die Stahlfusion von Thyssenkrupp und dem indischen Konkurrenten Tata ist vermutlich gescheitert. Das hat jetzt schon Auswirkungen auf die Thyssenkrupp-Mitarbeiter. Das Unternehmen will in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen abbauen - 4000 davon in Deutschland.

Am Freitag (10. Mai) hatte der Vorstandschef Guido Kerkhoff über den geplanten Stellenabbau bei Thyssenkrupp informiert. Im Rahmen der Abbaumaßnahmen könne man auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen, so Personalvorstand Oliver Burkhard. In der Gesamtzahl der Stellen, die abgebaut werden sollten, waren 2000 enthalten, die auch bei einer Fusion hätten gestrichen werden sollen.

Thyssenkrupp Mitarbeiter leiden unter Fusions-Veto

Die rund 27.000 Stahlarbeiter hat die voraussichtlich geplatzte Fusion hart getroffen. Eigentlich sollte ihnen die Fusion "eine Zukunftsperspektive [...] geben", so Kerkhoff. Die IG Metall hatte eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. September 2026 sowie eine langfristige Standortsicherung erreicht. Das könne jetzt leider nicht mehr umgesetzt werden, erklärt Burkhard.

Thyssenkrupp hatte bereits am Freitag (10. Mai) mitgeteilt, dass man mit einem Veto der EU-Kommission rechne. Durch eine Fusion mit Tata würde so Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstehen.

Die EU-Kommission wollte die Spekulationen des Unternehmens nicht kommentieren. Ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei. Eine Entscheidung sei bis zum 17. Juni vorgesehen. Die Fusion ist seit mehr als einem Jahr geplant. Mit dpa-Material