Pleite von Thomas Cook: Großbritannien bereitet "Operation Matterhorn" vor

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Als Reaktion auf die Insolvenz von Thomas Cook startet das britische Verkehrsministerium die "Operation Matterhorn". Foto: Christoph Schmidt/dpa

Thomas Cook hat in der Nacht Insolvenz angemeldet. Als Reaktion darauf beginnt das Verkehrsministerium von Großbritannien mit der "Operatio Matterhorn".

Der zweitgrößte Reisekonzern der Welt, Thomas Cook, ist pleite. Um die vielen gestrandeten britischen Urlauber zurückzuholen, bereitet das Verkehrsministerium von Großbritannien die "Operation Matterhorn" vor.

  • Viele Urlauber sind aufgrund der Pleite von Thomas Cook gestrandet.
  • Das britische Verkehrsministerium beginnt, sie mit der "Operation Matterhorn" zurückzuholen.
  • Dabei handelt es sich um die größte Rückholaktion in Friedenszeiten.

Thomas Cook stellt Betrieb ein: "Operation Matterhorn" soll gestrandete Urlauber zurückholen

Weil für den Sanierungsplan nach wie vor eine Menge Geld fehlt, hat Thomas Cook in der Nacht einen Insolvenzantrag gestellt. Die überraschende Meldung trifft besonders die Urlauber hart, die über das britische Unternehmen ihre Reise geplant haben.

Da der Flugbetrieb in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt wurde, wissen viele Briten nicht, wie sie von ihrem Urlaubsort zurück auf die Insel kommen sollen. Das britische Verkehrsministerium bereitet deshalb die "Operation Matterhorn" vor.

"Operation Matterhorn": Britisches Verkehrsministerium plant größte Rückholaktion in Friedenszeiten

Bei der "Operation Matterhorn" handelt es sich um die größte Rückholaktion, die es in Friedenszeiten je gegeben hat. Denn unter den knapp 600.000 Kunden, die zurzeit mit Thomas Cook im Urlaub unterwegs sind, befinden sich auch 150.000 Briten.

Erste Flugzeuge seien nach BBC-Angaben bereits in der Nacht gestartet, um die britischen Urlauber nach Hause zu bringen. Urlauber im Ausland können sich auf der eigens geschalteten Website thomascook.caa.co.uk informieren.

Viele Urlauber sind von der Pleite des Konzerns betroffen. Jetzt versuchen sich aber auch noch Betrüger an der Situation zu profilieren: Sie verschicken derzeit E-Mails an Urlauber um an Kreditkartennummern zu kommen.

Thomas Cook zuletzt immer wieder in Schieflage

Die "Operation Matterhorn" als Reaktion auf die Insolvenz von Thomas Cook ist der vorläufige Gipfel einer langjährigen Unternehmenskrise. Bereits 2012 retteten mehre Banken den Konzern vor der Pleite.

Neben einem Schuldenberg in Milliardenhöhe hat das Unternehmen mit dem Preiskampf im Reise-und Fluggeschäft und auch mit der Reise-Unlust der britischen Bevölkerung als Reaktion auf den Brexit zu kämpfen.

Zwischenzeitlich überlegte der Konzern, die Insolvenz mit einem Verkauf der eigenen Fluggesellschaften, inklusive Tochter Condor, abzuwenden. Nach wenigen Monaten wurde das Vorhaben jedoch ad acta gelegt.