Pleite von Thomas Cook: 600.000 Touristen gestrandet - "Tsunami kommt erst noch"

+
Thomas Cook. Pleite. Foto: Clara Margais/dpa

Thomas Cook steht kurz vor der Pleite. Das hat Auswirkungen auf 600.000 Reisende. Manche trifft es besonders hart. Hier die Infos!

Der britische Tourismuskonzern Thomas Cook steht vor der Pleite. 600.000 Touristen sind auf der ganzen Welt gestrandet. Zahlreiche Unternehmen sind von dem Konkursverfahren betroffen.

  • Der Touriusmuskonzern Thomas Cook ist in finanziellen Schwierigkeiten, eine Pleite des Unternehmens droht.
  • Derzeit sind rund 600.000 Urlauber weltweit mit dem Reiseveranstalter unterwegs.
  • Sie drohen im Fall eines Konkurses in ihren Urlaubsländern zu stranden.

Pleite von Thomas Cook: "Der Tsunami kommt erst noch"

Update, Montag (23. September), 17.03 Uhr: Auch für die Urlaubsregionen ist die Pleite von Thomas Cook ein Schock. Der Präsident des Tourismusverbands Kreta sagte laut Handelsblatt: "Der Tsunami kommt erst noch."

Denn rund 70 Prozent der Hotels auf der beliebten Urlaubsinsel hätten Verträge mit dem Reiseunternehmen gehabt. Auf welchen Kosten sie nun womöglich sitzen bleiben, ist noch völlig unklar. Derzeit werden Unterkünfte und Rückreisen für die gestrandeten Urlauber organisiert.

Schock um Thomas Cook: Condor darf Gäste anderer Reiseveranstalter nicht mitnehmen

Update, Montag (23. September), 12.19 Uhr: Das britische Verkehrsministerium ist als Reaktion auf die Pleite darum bemüht, die Urlauber zurückzuholen. Unter dem Codenamen "Operation Matterhorn" hat Großbritannien das Vorhaben gestartet.

Update, Montag (23. September), 10.30 Uhr: Das Unternehmen Condor darf keine Fluggäste anderer Reiseveranstalter mitnehmen. Es gab in den Sozialen Medien und in einer Mitteilung einen Hinweis für Gäste der Reiseveranstalter Thomas Cook, Neckermann, Oeger Tours, Air Marin und Bucher Reisen.

"Condor wurde von Ihrem Reiseveranstalter informiert, dass eine Gewährleistung zur Durchführung Ihrer Reise heute und morgen nicht gegeben ist. Wir dürfen Sie daher für Ihren Flug nicht annehmen, was uns außerordentlich leid tut", schreibt Condor in einer offiziellen Mitteilung in den Sozialen Medien.

Thomas Cook leitet Konkursverfahren ein - 600.000 Touristen betroffen

Update, Montag (23. September), 9.45 Uhr: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass das Tour Vital zu den Unternehmen gehört, die Teil des Konzerns Thomas Cook sind und dementsprechend von der Pleite direkt betroffen sind.

Tour Vital wurde allerdings im Jahr 2018 von Thomas Cook verkauft. Aus diesem Grund hat das Unternehmen nichts mit der Pleite und dem Konkursverfahren von Thomas Cook zu tun.

Update, Montag (23. September), 9.18 Uhr: Der Touristik-Konzern Thomas Cook leitet ein Konkursverfahren ein. Es habe dazu keine Alternative gegeben, als ein Konkursverfahren einzuleiten. Insgesamt 600.000 Touristen sind von der Pleite von Thomas Cook betroffen.

Condor beantragt Überbrückungskredit

Laut Bild sind auch die deutschen Fluggesellschaften Condor und Neckermann-Reisen von den Problemen betroffen. Die Flüge würden aber nach Informationen der Website stattfinden. Allerdings ist nicht sicher, wie es in Zukunft weitergeht. Condor hat in jedem Fall ein Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt.

Update, Sonntag (22. September), 21.37 Uhr: Nach wie vor steht nicht fest, wie es für den Reiseveranstalter Thomas Cook weitergeht. Die Verhandlungen mit etwaigen Geldgebern laufen. Für Deutsche Urlauber gilt aber: Im Falle einer Pleite wären Versicherungen dafür zuständig, Pauschalurlauber im Notfall zurückzuholen. Extra dafür werden sogenannte Reisesicherungsscheine ausgestellt.

Update, Sonntag (22. September), 18.29 Uhr: Bei rund der Hälfte der 600.000 Menschen, die derzeit mit Thomas Cook unterwegs sind, soll es sich um Deutsche handeln. Das berichtet die Welt. Was für Auswirkungen eine mögliche Pleite des Reiseanbieters für die Urlauber haben könnte, steht derweil noch nicht fest.

Dabei wird ebendieses Szenario immer wahrscheinlicher: Wie die Financial Times berichtet, ist es wohl relativ unwahrscheinlich, dass die britische Regierung dem Unternehmen finanziell aushilft. Zu Flugausfällen soll es laut Condor, einer Tochtergesellschaft von Thomas Cook, aber nicht kommen. Auf Twitter schreibt das Unternehmen: "Flüge mit uns und Thomas Cook Airlines werden weiterhin wie geplant stattfinden."

Trotz Problemen bei Thomas Cook: Condor-Flüge werden regulär durchgeführt

Update, Sonntag (22. September), 16.46 Uhr: Entwarnung für Reisende, die Flüge mit der Fluggesellschaft Condor gebucht haben. Obwohl es sich um eine Tochtergesellschaft von Thomas Cook handelt, läuft bei der Airline alles wie gewohnt. Das berichtet rp-online. "Derzeit werden die Condor Flüge regulär durchgeführt", sagte demnach ein Unternehmenssprecher am Sonntag.

Update, Sonntag (22. September), 15.24 Uhr: Wie die Bild berichtet, wurden am Morgen rund 300 Kunden von Thomas Cook in der Türkei aus ihrem Hotel geworfen. Sie seien nun am Flughafen von Antalya und hätten keine Informationen, wie es weitergeht. Die einzige Äußerung des Reiseunternehmens bisher: Am Abend gegen 22 Uhr sollen die Urlauber mehr erfahren.

Thomas Cook: Droht dem Konzern die Pleite?

Urpsrungsmeldung, Sonntag (22. September), 14.33 Uhr: Rund eine Milliarde Euro schwer ist ein Rettungspaket, dass den britischen Reiseveranstalter Thomas Cook vor der Pleite bewahren soll. Doch das reicht nicht: Dem Unternehmen fehlen mindestens weitere 226 Millionen Euro, wie die Welt berichtet.

Doch private Investoren fehlen, weshalb jetzt die britische Regierung helfen sollen. Die Verhandlungen laufen derzeit - mit ungewissem Ausgang. „Wir haben noch nicht aufgegeben“, zitiert die Welt eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Hotel in Tunesien hält Urlauber als "Geiseln"

Für Urlauber, die mit Thomas Cook auf Reisen sind, haben die finanziellen Problem des Konzerns derweil erste Auswirkungen. Rund 600.000 Menschen könnten weltweit betroffen sein. Bei einer Pleite des Unternehmens wäre ihre Rückreise unter Umständen nicht gewährleistet. Mehr als eine halbe Million Menschen könnten an ihren Urlaubsorten stranden.

Besonders hart trifft das bereits jetzt rund 40 Urlauber in einem Hotel in Tunesien. Sie werden, wie die britische Sun berichtet, in dem Hotel "wie Geiseln" festgehalten, weil ihre Rechnungen nicht bezahlt seien.

Urlauber weigern sich, erneut für ihre Reise zu zahlen

Nach Angaben einer Urlauberin behaupte die Hotelleitung, Thomas Cook hätte offene Kosten für die Reisen nicht beglichen. Deshalb fordere man das Geld jetzt von den Urlaubern. Die wiederum haben aber bereits bezahlt - an den Reiseveranstalter.

Das Hotel habe die Türen verschließen lassen, damit die Urlauber nicht abreisen können, berichtet die Sun weiter. Selbst am Strand würden Sicherheitskräfte die Ausgänge bewachen. Die Urlauber seien quasi Geiseln.

"Wir können das Hotel nicht verlassen."

Thomas Cook Kundin in Tunesien

"Wir können das Hotel nicht verlassen", zitiert die Zeitung die Urlauberin weiter. "Vier Sicherheitskräfte halten die Türen geschlossen und erlauben niemandem zu gehen."

Öffnen auf twitter.com

Diverse Reiseveranstalter betroffen

Betroffen sind von den Auswirkungen der drohenden Pleite mitunter nicht nur Kunden, die direkt bei Thomas Cook gebucht haben. Zu dem Konzern - das immerhin der zweitgrößte Reiseveranstalter der Welt ist - gehören auch folgende Unternehmen:

  • Neckermann Reisen
  • Air Marin
  • Bucher Reisen
  • Öger Tours
  • Condor

Kunden von Thomas Cook hoffen auf die Regierung

Wie es nun für die Urlauber in dem Hotel in Tunesien und die anderen rund 600.000 Kunden von Thomas Cook weiter geht, steht noch nicht fest. Derzeit hoffen viele auf Unterstützung von der britischen Regierung. Sollte diese die rund 160.000 Reisenden aus Großbritannien im Falle einer Pleite auf Staatskosten nach Hause bringen, wäre es laut Welt die größte Rückholaktion, die das Land in Friedenszeiten je erlebt hat.