Gündogan und Can sorgen für Unmut - unterstützen sie die türkische Militäroffensive in Syrien?

Emre Can (links) und Ilkay Gündogan. Fotos: dpa; Montage: RUHR24
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Emre Can (links) und Ilkay Gündogan. Fotos: dpa; Montage: RUHR24

Ilkay Gündogan und Emre Can sorgen vor dem EM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft für einen kleinen Skandal. Dabei geht es um ein brisantes Foto.

Gleich zwei Nationalspieler sorgten heute (13. Oktober) kurz vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Estland für einen kleinen Skandal. Auf Instagram likten Ilkay Gündogan und Emre Can ein Bild. Darauf zu sehen: Türkische Nationalspieler, die ihre Unterstützung für die Militäroffensive der Türkei in Syrien bekunden.

  • Die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can haben auf Instragram ein brisantes Foto mit gefällt mir markiert.
  • Ihre Geste könnte als Zustimmung zur türkischen Militäroffensive in Syrien verstanden werden.
  • Derweil ermittelt die Uefa gegen die Türkei.

Update, Sonntag (13. Oktober), 20.34 Uhr: Mittlerweile hat sich auch Ilkay Gündogan zu dem brisanten Bild auf Instagram geäußert. "Glauben Sie mir: nach dem letzten Jahr ist das Letzte, was ich wollte, ein politisches Statement zu setzen", zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Gündogan betont, er habe den Like für das umstrittene Bild bewusst zurückgenommen.

Skandal um Gündogan und Can wegen eines Fotos auf Instagram

Ursprungsmeldung, Sonntag (13. Oktober) 19.24 Uhr: Es ist nur ein Foto - doch sein Inhalt ist brisant. Darauf zu sehen sind Spieler der türkischen Fußball-Nationalmannschaft die in Richtung Kamera salutieren und so ihre Unterstützung für die türkische Militäroffensive in Syrien zum Ausruck bringen.

„Für unsere Nation, vor allem für jene, die für unser Land ihr Leben riskieren“, schreibt der türkische Nationalspieler Cenk Tosun dazu. Er hatte das Bild auf Instagram hochgeladen.

Unterstützen die Nationalspieler die Militäroffensive der Türkei?

Für einen Eklat in Bezug auf das Bild sorgten jetzt die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan (28) und Emre Can (25). Sie likten das Foto auf Instagram. Wollen die beiden so ebenfalls ihre Unterstützung für den Syrien-Einsatz der Türkei ausdrücken? Suat Serdar hat auf Schalke Ozan Kabak bereits für den Militär-Salut in Schutz genommen.

Die Türkei hatte am Mittwoch mit Unterstützung arabisch-syrischer Rebellen eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens begonnen. Durch den Militäreinsatz ist bereit jetzt mit mehr als 100 Toten zu rechnen - mehr als 100.000 Menschen sollen auf der Flucht sein.

Gündogan und Can entliken das brisante Bild

Wie die Bild berichtet, hätten Gündogan und Emre Can, der zuletzt in den Fokus des BVB für einen Winterwechsel gerückt sein soll, das brisante Foto später wieder "entliket". „Ich habe den Post von Tosun, den ich schon lange kenne, beim Scrollen geliked, ohne jegliche Intention und auf den Inhalt zu achten. Ich bin ein absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg", zitiert die Zeitung Emre Can.

Öffnen auf www.instagram.com

Auch der DFB hat die Angelegenheit bereits zu Kenntnis genommen. Vor dem Spiel sei aber keine seriöse Einordnung möglich gewesen, äußerte sich der Verband gegenüber der Bild. Man wolle nach der Partie mit den Spielern sprechen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass der ehemalige Borusse Ilkay Gündogan wegen seiner mutmaßlichen Sympathien für den türkischen Präsidenten Erdogan und dessen Politik in die Schlagzeilen gerät. 2018 hatte sich der Nationalspieler mit seinem Teamkollegen Mesut Özil in London mit dem türkischen Präsidenten fotografieren lassen. Özil trat daraufhin aus der Nationalmannschaft zurück - Gündogan äußerte sich nicht.

UEFA ermittelt wegen ähnlichem Bild gegen die Türkei

Ob das Foto für die türkische Nationalmannschaft Konsequenzen haben wird ist derzeit noch unklar. Fest steht aber: Die UEFA ermittelt bereits gegen die Türkei. Der Grund für die Ermittlungen ist ebenfalls ein Foto. Im Spiel gegen Frankreich gab Ex-Schalke-Profi Kaan Ayhan (24) ein klares Statement ab, indem er den Salut-Jubel verweigerte.

Auf dem ist die Mannschaft nach dem Sieg gegen Albanien (1:0; 11. Oktober) in der Kabine zu sehen. Alle türkischen Spieler salutieren in Richtung Kamera, dazu heißt es "Gewidmet den tapferen Soldaten und Märtyrern". UEFA-Pressechef Philip Townsend äußerte sich dazu in der Welt: Politische Äußerungen seien in dern Regularien der UEFA Verboten. "Deshalb werden wir dem Verdacht definitiv nachgehen."

Auch in Amateur-Fußball gibt es mittlerweile Diskussionen um Salut-Grüße. Alles dazu erfahrt ihr hier.