Auf der Suche nach Nahrung: Eisbär verirrt sich in sibirische Stadt

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Eisbär sucht in sibirischer Stadt Norilsk nach Futter. Foto: Irina Yarinskaya/Zapolyarnaya Pravda/dpa

Ein Eisbär hat sich nach Norilsk in Sibirien verirrt. Das Tier war offenbar auf der Suche nach Nahrung. Bewohner der Stadt wurden vor dem Bär gewarnt.

Durch den Klimawandel wird die Nahrungssuche für Eisbären immer schwieriger. Auf der Suche nach Fressen verirrte sich jetzt ein Eisbär in Sibirien in ein besiedeltes Gebiet und sorgte für Aufregung.

  • Eisbär muss Hunderte Kilometer zurückgelegt haben.
  • Behörden in sibirischer Stadt Norilsk warnen Anwohner vor dem Tier.
  • Die Robbenjagd ist für die Tiere durch den Klimawandel schwerer geworden.

Der Eisbär wurde weitab seiner Jagdgebiete in der sibirischen Stadt Norils entdeckt. Das ausgehungerte Tier muss laut Experten auf seiner Suche nach Nahrung Hunderte Kilometer vom Nordpolarmeer gelaufen sein, um die Stadt zu erreichen.

Eisbär irrt auf der Suche nach Nahrung durch Norilsk

Bilder zeigen, wie das Tier in Norilsk unbeeindruckt von Autos Straßen überquert und keine Scheu vor Menschen hat. Es sei noch nicht entschieden, ob der Bär zurück an die Küste gebracht werde oder in einen Zoo, berichteten lokale Medien am Mittwoch (19. Juni).

Es sei das erste Mal seit 40 Jahren, dass ein Eisbärin Norilsk, das rund 2.800 Kilometer nordöstlich von Moskau liegt, gesichtet wurde, hieß es. "Ein einzigartiger und seltener Fall", sagte Anatoli Nikolaitschuk von der lokalen Jagdbehörde der russischen Nachrichtenagentur Tass. Laut Aussage des Experten, sehe der Bär nicht besonders erschöpft aus.

In Norilsk leben rund 175.000 Einwohner - sie wurden von den Behörden gewarnt, sich dem Tier zu nähern.

Tiere müssen zunehmend an Land jagen

Erst Anfang des Jahres waren 50 Eisbären auf der russischen Inselgruppe Nowaja Semlja im Polarmeer in eine Siedlung eingedrungen. Als Grund nannten Wissenschaftler, dass die Robbenjagd für die Eisbären durch den Klimawandel schwerer geworden sei.

Weil das arktische Eis schmilzt, wandern die Tiere zunehmend nach Süden, um an Land nach Nahrung zu suchen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt Eisbären als gefährdete Art. Mit dpa-Material

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