"Größte Schwulen-Gemeinschaft der Welt" - Autor deckt Staatsgeheimnis des Vatikans auf

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Die meisten Priester sind homosexuell. Das fand ein Autor bei seiner Recherche im Vatikan heraus

Die Spitze der katholischen Kirche ist homosexuell - 80 Prozent aller Priester im Vatikan sind schwul, das deckt Frédéric Martel in seinem Buch "Sodoma" auf

Mit seinem Buch "Sodoma" legt Frédéric Martel seinen Finger in eine Wunde der katholischen Kirche und bohrt ihn tief rein. Nicht nur homosexuell, auch heuchlerisch soll sie sein: die Spitze der katholischen Kirche. 80 Prozent aller Priester im Vatikan seien schwul. Offiziell gilt Homosexualität in der katholischen Kirche noch immer als eine Sünde.

Die Behauptung des Journalisten ist dabei weder haltlos, noch ist sie aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil, sie gründet auf einer sorgfältigen Recherche. Für sein Buch "Sodoma" forschte der Autor vier Jahre lang nach, sprach mit mehr als 1500 Menschen - darunter Kardinäle, Bischöfe und Stricher - und kam zum Schluss: Im Vatikan lebt die größte Schwulen-Gemeinschaft der Welt.

Schwul sein gilt in der katholischen Kirche als Sünde

Doch nach Außen wird vor allem ein Bild von der katholischen Kirche transportiert: Homosexualität ist eine Sünde und nicht naturgegeben. Geistliche leben also eine Doppelmoral. Martel nennt es das "Geheimnis der Homosexualität in Vatikan" schützen.

Selbst im bekannten Schwulenviertel "The Castro" in San Francisco vermutet Martel, gäbe es nicht so viele Homosexuelle, wie an der Spitze der katholischen Kirche. Einer der Befragten habe ihm gesagt, 80 Prozent der Männer im Vatikan seien schwul. Auch in der engsten Umgebung des Papstes.

Staatsgeheimnis Homosexualität

Gegenüber dem französischen Sender TF1 spricht Martel von einem Staatsgeheimnis, von dem viele wüssten, über das aber keiner spricht. In seinem Buch können nun alle nachlesen, was wohl viele lange schon ahnten. Es erscheint Donnerstag (21. Februar) pünktlich zum Gipfel zum Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche.

Die Süddeutsche Zeitung zitiert eine Faustregel Martels: Je harscher einer Schwule verdammt, desto eher ist er selber einer; je rigider einer urteilt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Doppelleben führt. Der Autor spricht in seinem Buch von einem System. Einem System des Leugnens und Verschweigens, in dem es einfach erscheint, auch Kindesmissbrauch zu vertuschen.

Vor allem Jungen waren Opfer des Missbrauchs

Und so stößt das Buch auch eine weitere Diskussion von neuem an: Den Zusammenhang, zwischen dem Missbrauch von Kindern durch Geistliche und ihrer Sexualität, die sie nicht haben dürfen. Denn laut einer Studie der Deutschen Bischofskonferenz sind Jungen weit häufiger Opfer von Missbrauch geworden, als Mädchen.

Doch Homosexualität ist nicht der Ursprung des Missbrauchs. Genauso, wie auch das Zölibat - also die Ehelosigkeit der Priester - wohl kaum als Ursache dafür herangezogen werden kann. Stattdessen ist es laut der Studie die homophobe Umgebung, die auf eine latente homosexuelle Neigungen bei jungen Priestern trifft, die noch unreif ist und nicht ausgelebt werden kann.