"Schlag ins Gesicht": Schockierendes Video erinnert an Amoklauf an Grundschule

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Spuren der Trauer nach dem Winnenden-Amoklauf

Vor sieben Jahren starben bei einem Schul-Amoklauf 28 Menschen. Darunter 20 Kinder. Angehörige erinnern daran mit einem schockierenden Video.

Vor sieben Jahren starben bei einem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im US-Bundesstaat Connecticut 28 Menschen. Darunter waren auch 20 Kinder. Daran erinnern Angehörige der Opfer nun mit einem schockierenden Video.

  • Der Amoklauf war eines der schwersten Schulmassaker in der Geschichte der USA.
  • Der 20-jährige Täter, dessen Motiv unklar blieb, war ein ehemaliger Schüler der Schule.
  • Der Waffenfanatiker schoss scheinbar wahllos mit halbautomatischen Waffen, Pistolen und einer Schrotflinte um sich.

Video zeigt fiktive Szenen eines Amoklaufs

Nach dem Amoklauf am 14. Dezember 2012 gründeten Angehörige der getöteten Kinder und Schulmitarbeiter eine Organisation, die sich bis heute dafür einsetzt, die Waffengewalt in den USA - besonders an Schulen - zu stoppen. Wenn es sein muss auch mit drastischen Mitteln. Und so entstand das jetzt veröffentlichte Video, das aufrütteln und bewegen soll - und bei Betroffenen schlimmste Erinnerungen weckt.

"Schwer zu ertragen" oder "ein Schlag ins Gesicht" - das sind einige der Kommentare zu dem Video, das vor wenigen Tagen von der Organisation "Sandy Hook Promise" im Netz veröffentlicht wurde.

Dabei startet der Film ganz harmlos mit einem fröhlich in die Kamera blickenden Jungen. Es scheint, als präsentiere er die neusten "Must-haves" für den Schulanfang. "Meine Mutter kaufte mir den perfekten Rucksack für die Schule", sagt er lachend.

Video spitzt sich immer weiter zu

Doch je weiter das Video läuft, desto flauer wird das Gefühl bei anschauen und es wird klar: Hier geht es um einen Amoklauf an einer Schule.

So rennt ein anderer Junge mit seinen neuen Sneakern den Schulflur entlang. Allerdings nicht, weil er mit anderen Schulkindern rumbalgt, sondern weil er davon läuft. Im Hintergrund hört der Zuschauer Schüsse und Kinder, die vor Angst kreischen. Der Junge mit seinen neuen Sneaker schaut sich beim Rennen immer wieder ängstlich um.

So geht es dann auch weiter: Das neue Skateboard ist "pretty cool" - um eine Scheibe einzuschlagen, durch die die Kinder fliehen können. Die Bastelschere wird zu Waffe gegen den Amokläufer.

In der letzten Szene des Films sitzt ein Mädchen weinend in einer dunklen Ecke der Schultoilette. Mit Tränen, Panik und Verzweiflung in den Augen aber tapfer lächelnd erzählt sie, dass sie zum Glück nun ein eigenes Handy besitzt. So könne sie ihrer Mutter eine Nachricht schreiben.

Besonders die letzte Szene im Film bewegt

"I love you mom", steht darin. Es wird die letzte Nachricht sein, die das Mädchen ihrer Mutter schreibt. Denn dann öffnet sich mit einem quietschen die Tür. Man sieht es nicht mehr, doch der Zuschauer ahnt: Der Amokläufer hat den Weg in die Schultoilette gefunden.

Das Ziel der Organisation ist es, präventiv zu arbeiten, "die Zeichen zu erkennen" und einzugreifen, bevor die Gewalt ausbricht. "Know the signs" - "Erkenne die Zeichen" steht daher auch unter dem Video. In einem Interview mit der Washington Post betont, Nicole Hockley, eine der Gründerinnen der Organisation, dass sie wenig von reaktiven Mitteln gegen die Gewalt hielte.

Öffnen auf www.youtube.com

Hockley ist selbst Mutter eines der Opfer. Ihr Sohn Dylan starb mit erst sechs Jahren bei dem Amoklauf. Trotzdem ist seine Mutter der Meinung, dass es nicht der richtige Weg sei, Schulen zu Hochsicherheitsorten zu machen oder die Kinder mit schusssicheren Rucksäcken auszustatten.

"I will never put a bulletproof backpack on my kid", sagt Hockley gegenüber der Today. "He’s not a soldier going off to war, he’s a boy going off to math class." ("Ich werde meinem Kind niemals einen schusssichere Rucksack aufsetzen. Er ist kein Soldat, der in den Krieg zieht. Er ist ein Junge, der zum Mathe-Unterricht geht.")

In Schwelm ging eine Amoklauf-Drohung an einer Schule ein. Am Donnerstag (21. November) war die Polizei dort in einem Großeinsatz. Auch in Hagen gab es Droh-E-Mails gegen diverse Schulen.