Wal hatte Magen voller Plastik - Italien schockiert über Fund vor Sardinien

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Toter Wal vor Sardinien hatte Plastik im Magen. Foto: Foto: SEAME Sardinia Onlus/AP/dpa

Vor wenigen Tagen (31. März) entdeckten Tierschützer einen gestrandeten Wal vor Sardinien. Die Wal-Kuh hatte 22 Kilogramm Plastik im Magen.

Vor wenigen Tagen entdeckten Tierschützer der Organisation "Sea Me Sardinia" einen gestrandeten Wal. Sie hatten das Tier tot vor der Küste der italienischen Urlaubsinsel Sardinien entdeckt. Die Wal-Kuh hatte 22 Kilogramm Plastik im Magen.

Besonders traurig: Bevor die Wal-Kuh selbst qualvoll verendete, starb ihr Ungeborenes. Wie der WWF mitteilt, sei das acht Meter lange Pottwal-Weibchen schwanger gewesen. Der Fötus maß zwei Meter und war bereits im Inneren der Mutter verwest.

Wal-Magen war voller Plastik

Der Tod des Wals entfacht die Debatte über die Unmengen Plastikmüll in den Meeren neu. Denn in dem Pottwal fanden die Umweltschützer unter anderem Einkaufstaschen, Schnüre, Einwegteller, eine Waschmittelverpackung und Schläuche von Elektroinstallationen.

Auf der Waschmittelverpackung sei sogar noch die Marke und der Strichcode lesbar gewesen. Der Plastikmüll füllte bereits zwei Drittel des Magens, berichtet die Welt. Tintenfische - die Nahrung von Pottwalen - konnte die Wal-Kuh dadurch nicht mehr verdauen.

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Die schwangere Wal-Dame ist nicht die einzige, die an Plastikmüll im Magen verendete. Erst vor wenigen Wochen, am 16. März, war an der philippinischen Küste ein toter männlicher Cubier-Schnabelwal gestrandet. In seinen Gedärmen fand man insgesamt 40 Kilogramm Plastik.

Meerestiere durch Plastikmüll bedroht

Plastikmüll ist inzwischen mit zur größten Bedrohung für Meerestiere geworden. Immer wieder verenden nicht nur Wale, auch Meeresschildkröten, Delfine und andere Tiere verfangen sich oft in alten Fischernetzen. Auch Seevögel verwechseln Plastik mit natürlicher Nahrung.

Der italienische Umweltminister Sergio Costa postete auf Facebook ein Bild des Wals und fragt darunter: "Gibt es noch jemanden, der sagt, dass das keine wichtigen Probleme sind?"

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Sergio Costa erwägt nun aufgrund des traurigen Vorfalls, ein neues Gesetz vorzuschlagen. Dieses soll die Verwendung von Plastik einschränken. Laut Welt dürften nach dem neuen Gesetz Fischer aus dem Meer geborgenes Plastik zur richtigen Entsorgung an Land bringen. Bislang dürfen sie das nicht.