Raser tötet unbeteiligte Frau - jetzt droht ihm lebenslang wegen Mordes

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Raser

Ein 18-Jähriger Raser muss sich seit heute (Donnerstag, 18. Juli) vor Gericht verantworten. Er tötete bei einem Unfall die Mutter eines Zehnjährigen.

Ein 18-Jähriger Raser aus Hessen muss sich seit heute (Donnerstag, 18. Juli) vor Gericht verantworten. Er tötete bei einem Unfall die Mutter eines Zehnjährigen.

  • Der Raser könnte in der Verhandlung wegen Mordes schuldig gesprochen werden.
  • Dann droht ihm lebenslange Haft.
  • Der Mann verursachte einen Unfall auf einem Rastplatz, bei dem eine Frau starb.

Es ist rund ein halbes Jahr her, dass der 18-Jährige mit gut 150 Sachen auf einen Autobahnrastplatz raste. Dabei krachte er in das Fahrzeug einer Familie, die gerade dort Pause machte. Die Mutter eines Zehnjährigen starb bei dem Unfall. Der Junge überlebte schwer verletzt. Der Vater, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Toilette befand, erlitt einen Schock.

Raser nahm Tod der Mutter billigend in Kauf

Der Unfall in Südhessen war von dem Raser in Kauf genommen worden. Die Staatsanwaltschaft geht sogar soweit, dass der Angeklagte in Kauf genommen habe, dass durch das rasende Auto Menschen sterben könnten. Und das alles nur, weil er einer Strafe entkommen wollte.

Der 18-Jährige ist vor dem Landgericht Darmstadt deshalb nicht etwa wegen Totschlags oder fahrlässiger Tötung angeklagt, sonder wegen Mordes.

Der Deutsche, der keinen Führerschein hat, war am 30. Dezember 2018 auf der A5 vor einer Zivilstreife der Polizei davongefahren. Die Beamten wollten ihn wegen der abgelaufenen Versicherung des Wagens kontrollieren.

Um der Kontrolle zu entgehen, raste er mit 150 km/h auf einen Parkplatz bei Heppenhiem. Dort krachte sein Fahrzeug gegen das parkende Auto einer Familie aus Düsseldorf. Die 39 Jahre alte Mutter wurde dabei tödlich verletzt.

Mit Tempo 150 auf den Rastplatz

Die Staatsanwaltschaft hat den 18-Jährigen wegen Mordes angeklagt, weil sie die Merkmale "Verdeckung einer Straftat" und "gemeingefährliche Mittel" erfüllt sieht. Der Angeklagte habe einer Strafe entkommen wollen und dabei in Kauf genommen, dass durch das rasende Auto Menschen sterben. Der junge Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Immer wieder gefährden Raser Unbeteiligte. Anfang März hatte der Bundesgerichtshof erstmals ein Mordurteil gegen einen Raser bestätigt. 2017 hatte in Hamburg ein vor der Polizei flüchtender Taxidieb einen Menschen getötet. Auch bei einem illegalen Rennen in Stuttgart starben zwei Menschen.

Wird der 18-Jährige wegen Mordes verurteilt, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Da der Angeklagte zwar volljährig, aber noch nicht 21 Jahre alt ist, könnte er auch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden. Hier liegt die Höchststrafe für Mord bei zehn Jahren. Mit dpa-Material