Rammstein: Umstrittenes Musikvideo ist erfolgreicher als Rapper Capital Bra

+

Rammstein schockiert die Nation mit dem Video zum Song "Deutschland". Trotzdem stürmen sie die Charts und stoßen Rappper Capital Bra vom Thron der Charts.

Es ist Rammstein mit voller Wucht und in ihrer dunkelsten Facette: Man kennt die Band als Provokateure - doch so übel wie in diesem Video, mit dem sie für ihre neue Single werben, haben sie selten mit den Emotionen der Zuschauer gespielt.Trotzdem klickten die Zuschauer das Video millionenfach und der Song ist aktuell erfolgreicher als Rapper Capital Bra.

Update, Mittwoch (12. Juni): Neue Schlagzeilen für Rammstein. Frontmann Jan Lindemann hat einem Hotelgast den Kiefer gebrochen.

Update, Freitag (24. Mai): Aktuell ist die Band erneut in den Schlagzeilen. Dieses Mal mit "Kokain", einem Parfum, dass Rammstein über Rossmann verkaufen.

Update, Montag (8. April): Die deutsche Rockband erreichte bereits fast 30 Millionen Aufrufe mit dem umstrittenen Video. Aktuell steigt der Song auf direkt auf Platz 1 der Deutschen Single-Charts ein und ist damit erfolgreicher als Rapper Capital Bra.

Update, Freitag (29. März), 7.29 Uhr: Am Donnerstagabend (28. März) hat die Band um 18 Uhr ihr neues Lied "Deutschland" mit dem dazugehörigen Musikvideo veröffentlicht. Auch nach der Veröffentlichung wird die Band um Till Lindemann weiterhin von den Medien für ihr provokantes und grenzwertiges Teaser-Video kritisiert.

Die Kritik zum eigentlichen Lied fällt jedoch etwas milder aus: So schreibt Spiegel Online, dass "der kalkulierte Tabubruch den Verkäufen der Platte dienen wird" - Werbung für Faschismus sei "Deutschland" aber nicht.

Öffnen auf www.youtube.com

Stattdessen hadere die Band in ihrem Song mit ihren Gefühlen gegenüber dem Land, wie die Zeile "Deutschland, mein Herz in Flammen, will dich lieben und verdammen" ausdrücken soll. In mehr als neun Minuten präsentiert die Band in ihrem neuen Musikvideo mehr als 2000 Jahre deutsche Geschichte.

Ursprungsmeldung (28. März): In dem Video wird die Band in KZ-Häftlingskleidung gezeigt. Alle vier haben einen Strick um den Hals. Gitarrist Paul Landers trägt einen Judenstern auf der Brust. Statt mit Musik, wird das Video nur von düsterem und bedrohlichem Sound untermalt.

Rammstein provoziert mit neuem Video

Nach gerade einmal 35 Sekunden ist das Video zu Ende. Dann wird in altdeutscher Schrift "Deutschland" eingeblendet sowie das heutige Datum (28. März 2019) in römischen Ziffern (XXVIII.III.MMXIX).

Öffnen auf www.youtube.com

Das Video XXVIII.III.MMXIX veröffentlichte die Band am Dienstag (26. März) und sorgte damit für heftige Reaktionen. Schuld ist die unmissverständliche Symbolik des kurzen Trailers.

Die gestreifte Sträflingskleidung, die Stricke um den Hals: Rammstein stellt sich selbst als todgeweihte Häftlinge in einem Konzentrationslager der Nazis dar. Missbraucht die Band tatsächlich die dunkelste Epoche in der deutschen Geschichte, die Ermordung von Millionen Menschen, für Werbezwecke?

Rammstein überschreitet rote Linie

Gegenüber der Bild zeigte sich der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, empört und bestürzt: Eine Inszenierung als todgeweihte KZ-Häftlinge überschreite eine rote Linie. Auch sprach er von Geschmacklosigkeit und Ausnutzung der Kunstfreiheit.

Deutliche Worte gegenüber der Band fand auch Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Gegenüber der Bild spicht sie von einer "Instrumentalisierung und Verharmlosung des Holocaust".

Intention der Band auf Twitter heiß diskutiert

In mehreren Tweets sprechen sich Fans allerdings dafür aus, dass ein Statement der Band, oder zumindest weitere Zeilen des Liedtextes, abgewartet werden sollte. Eine erste Zeile aus dem Song ist bereits bekannt: "Deutschland, mein Herz in Flammen, will dich lieben und verdammen".

Öffnen auf twitter.com

Welche Intention hinter dem - unbestreitbar provokanten - Video steckt, bleibt abzuwarten. In vielen Tweets heben Fans hervor, dass Rammstein für Skandale und als Provokateure bekannt sind, und sich zudem vom Rechtsradikalismus distanzieren.

Unter #duhastvielgeweint veröffentlichte die Band außerdem ein weiteres Video, in dem sie ihr neue Single "Deutschland" ankündigt.

Kurios war auch die Insta-Story von Till Lindemann, wo er nackt an einem See angelt.