„Coronavirus-Update“

Drosten gibt Omikron-Prognose für Deutschland ab und zeigt Studienlage: „Macht den Unterschied“

Omikron wird bald auch in Deutschland „das Geschäft übernehmen“, sagt Christian Drosten. Der Virologe mahnt und betont die Bedeutung der Booster-Impfungen.

Berlin - Omikron lässt die Infektionszahlen weltweit in die Höhe schnellen. Australien, Argentinien, Israel, Frankreich – allesamt erreichen derzeit neue Rekordwerte in der Corona-Pandemie*. Die USA meldeten am Dienstag (4. Januar) erstmals mehr als eine Million Fälle an nur einem Tag – eine völlig neue Dimension. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Neuinfektionen rapide an, hat sich am Mittwoch (5. Januar) im Vergleich zum Vortag nahezu verdoppelt.

Drosten: Omikron wird „das Geschäft übernehmen“ – Hospitalisierungs-Risiko geringer

Omikron wird nun hierzulande „das Geschäft übernehmen“, ist sich Christian Drosten* sicher. Ende Januar werde die Variante auch in Deutschland dominant sein, sagte der Virologe in der neuen Folge des NDR-Podcasts „Coronavirus-Update“. Derzeit gehe man von einer Verdopplungszeit der Omikron-Fälle von etwa vier Tagen aus. Doch der Corona-Experte machte auch Hoffnung.

Bislang erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Omikron-Infektionen ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse, erklärte Drosten. „Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist.“ Er verwies dabei auch auf eine Studie des Imperial College London mit Stand kurz vor Weihnachten. Demnach sei das Hospitalisierungs-Risiko bei Omikron insgesamt um bis zu 30 Prozent geringer als bei der Delta-Variante.

Drosten mahnt wegen Omikron: Keine Entwarnung angebracht

Bei doppelt Geimpften sinke das Risiko um 34 Prozent, bei Menschen mit Booster-Impfung sogar um 63 Prozent. Bei Ungeimpften, die sich mit Omikron infizieren, sinkt demnach dieses Risiko immerhin um 24 Prozent. Angesichts der „vielen Ungeimpften, die wir leider in Deutschland haben“, sei das eine gute Neuigkeit, erklärte Drosten.

Jedoch sei zwangsläufig mit unterschiedlich schweren Verläufen zu rechnen und aktuell keine Entwarnung angebracht. Der Virologe warnte eindringlich davor, zu dem Schluss zu kommen, es sei besser, eine Corona-Infektion* durchzumachen als sich impfen zu lassen. Auch junge, vollkommen fitte Menschen riskierten schwere Verläufe und beispielsweise Lungenschäden.

Drosten gibt Omikron-Hoffnung: Booster-Impfung „macht den Unterschied“

Drosten ging auf eine weitere Studie aus Dänemark ein. Sie zeige, dass erst die dritte Dosis der Corona-Impfung*, das Risiko einer Omikron-Infektion signifikant senke. Die zweifache Impfung trage wahrscheinlich weniger zur Eindämmung der Ausbreitung bei, erklärte der Virologe.

„Da sind wir ziemlich ungeschützt gegen Omikron“, so Drosten. Aber: die Booster-Impfung, „die macht den Unterschied.“ Der Virologe stellte klar: „Was richtig schützt gegen Omikron ist die Dreifach-Impfung.“ Das zeigten die Daten der zuvor beschriebenen Studien. Die derzeit starke Konzentration auf Booster-Impfungen in Deutschland sei daher richtig und wichtig.

Drosten ist sicher: die Booster-Impfung „macht den Unterschied“ gegen Omikron. (Archivbild)

Drosten optimistisch: „Viele Karten, die wir noch ziehen können“

Bei seiner Prognose für die kommenden Wochen und Monate zeigte sich Drosten optimistisch. „Wir werden ganz sicher auch eine steile Welle sehen, aber ich glaube, wir sind insgesamt auf einem Weg, so sagen wir mal Richtung Ostern, wo wir viele Möglichkeiten noch haben, viele Karten, die wir noch ziehen können.“ Man müsse das Infektionsgeschehen moderieren und an den richtigen Stellen nachsteuern, forderte er.

Die nächste Möglichkeit dazu hat die Politik bereits an diesem Freitag (7. Januar). Beim Corona-Gipfel wollen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder zum ersten Mal in diesem Jahr Kurs in der Pandemie beraten. Dabei soll es auch um eine mögliche Änderung von Quarantäne-Regelungen gehen, insbesondere für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur. (ph mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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