Nobelpreis 2019: Warum Äthiopiens Premier Abiy Ahmed Preisträger wurde - und nicht Greta Thunberg

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Friedensnobelpreis 2019 ging an Abiy Ahmed, nicht an Greta Thunberg

Der Nobelpreis gilt als eine der ehrenvollsten Auszeichnungen der Welt. 2019 ging der Preis an Abiy Ahmed. Greta Thunberg ging leer aus. Hier mehr.

Der Nobelpreis gilt als der renommierteste politische Preis der Welt. Der Friedensnobelpreis ist eine Kategorie der ehrenvollen Auszeichnung. 2019 ging die Auszeichnung an Abiy Ahmed. Greta Thunberg ging leer aus.

  • Im Vorfeld der Verleihung galt Klimaaktivistin Greta Thunberg als aussichtsreiche Kandidatin.
  • Als der Friedensnobelpreis verliehen wurde, ging die 16-Jährige überraschend leer aus.
  • Der äthiopische Premier Abiy Ahmed wurde für seine entschlossene Friedensarbeit geehrt.

Nobelpreis ehrt Einsatz für den Frieden

Der berühmteste Nobelpreisträger ist wohl Albert Einstein. Er erhielt - anders als der jetzt ausgezeichnete äthiopische Premier - 1921 für seine Verdienste in der theoretischen Physik den Physik-Nobelpreis. 2019 erhielten den gleich drei Physiker: James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz.

Der Äthiopier Abiy Ahmed hingegen erhielt 2019 den Friedensnobelpreis. Für einige stach er damit überraschend Greta Thunberg aus. Der jungen Klimaaktivistin waren im Vorfeld der Verleihung große Chancen zugesprochen worden, den Friedensnobelpreis zu erhalten.

Damit wäre sie noch vor Malala Yousafzai die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte geworden. Die am 12. Juli 1997 geborene Malala Yousafzai zeichnete die Jury 2014 für "ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung" aus.

Greta Thunberg bekam keinen Nobelpreis

Greta Thunberg kämpft seit August 2018 mit Tränen, Wut und großem Einsatz für einen besseren Klimaschutz. Doch die 16-Jährige ging bei der Nobelpreisverleihung leer aus. Warum?

Die Erklärung klingt erst einmal einfach und einleuchtend: Thunberg kämpft für unser Klima. Nicht für den Frieden. Also auch kein Friedensnobelpreis. So sieht auch Henrik Urdal, Direktor des Friedensforschungsinstituts in Oslo keinen bewiesenen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und bewaffneten Auseinandersetzungen.

Doch so einfach und so zusammenhangslos sind Klima und Frieden nicht für alle. Nicht ohne Grund galt Thunberg als aussichtsreiche Kandidatin vor der Verleihung des Friedensnobelpreises angesehen.

Abiy Ahmed: Preisträger des Friedensnobelpreises

Abiy Ahmed hingegen steht ganz klar für einen mit großem Engagement geführten Kampf für Frieden. Die Jury ehrte ihn mit dem Nobelpreis für "seine Bemühungen um Frieden und internationale Zusammenarbeit und insbesondere für seine entschlossene Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem benachbarten Eritrea“.

Kurz: Ahmed schloss Frieden mit dem langjährigen Erzrivalen Eritrea. In seiner Heimat gilt Abiy Ahmed als großer Hoffnungsträger, berichtet Spiegel Online. Auch in den Nachbarstaaten Äthiopiens tritt er erfolgreich als Vermittler zwischen verfeindeten Parteien auf.

Doch zurück zum Zusammenhang Klima und Frieden. Warum waren sich viele zunächst fast sicher, dass Greta Thunberg - die Klimaaktivistin - den Friedensnobelpreis erhalten würde?

Klima und Frieden: Wo ist der Zusammenhang?

Mit dem Wandel des Klimas werden für viele Menschen auf der Erde die Lebensbedingungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schlechter. Dürre, Überflutungen, Hitzewellen. Die Liste der Folgen des Klimawandels von der Europäischen Komission ist lang.

Bestehende Spannungen, bei denen es darum geht, wer Zugriff auf welche Ressource bekommt, werden sich verschlimmern, erklärt die Süddeutsche.

Bereits jetzt seien die Ressourcen unseres Planeten extrem ungleich verteilt. Manch' einer fühlt sich schon jetzt genötigt, sein Terrain, seinen Zugriff auf Land, Wasser oder Wohlstand, zu sichern.

Konflikte nehmen durch Klimawandel zu

In vielen Ländern der Welt machen sich Flüchtlinge auf den Weg in die Wohlstandsstaaten der Erde. Sie fliehen vor Wasserarmut, Unterernährung und Hoffnungslosigkeit. Doch anstatt sie wohlwollend aufzunehmen, schotten sich bereits jetzt die wohlhabende Staaten ab. Nationalsozialisten wehren sich gegen die "Flüchtlingswelle". Was folgt sind Konflikte und Feindseligkeit.

Verschärft sich diese Situation, wie durch den Klimawandel zu befürchten ist, weiter, würde das auch neue und heftigere Kriege und bewaffnete Konflikte hervorrufen. Und das ist der Zusammenhang zwischen Klima und Frieden - und der Grund warum Greta Thunberg gute Chancen hatte, den Friedensnobelpreis zu erhalten.