Neue Nationalhymne für Deutschland? Ministerpräsident Ramelow wünscht sich neuen Text

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Deutsche Fans singen Nationalhymne

Ministerpräsident Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne für Deutschland ausgesprochen. Die aktuelle Hymne erinnere ihn an die Naziaufmärsche

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Partei Die Linke hat sich für eine neue Nationalhymne für Deutschland ausgesprochen. Der Grund: Die aktuelle Hymne erinnere ihn noch immer an die Naziaufmärsche zwischen 1933 und 1945.

"Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", so der Linke-Politiker am Donnerstag (9. Mai) der gegenüber der Rheinischen Post.

Die Nationalsozialisten hatten die Hymne der Weimarer Republik, die einst August Heinrich Hoffmann von Fallersleben dichtete, für ihre Zwecke missbraucht. Es wurde stets nur die erste Strophe gesungen ("Deutschland, Deutschland über alles"). Danach folgte meist das Horst-Wessel-Lied.

Viele singen dritte Strophe der Nationalhymne nicht mit

Heute wird lediglich die dritte Strophe des Liedes als Nationalhymne gesungen ("Einigkeit und Recht und Freiheit").

Weiter erklärte Ramelow, dass er sich eine "wirklich gemeinsame Nationalhymne" wünsche. Also eine völlig neue Hymne. Denn: Viele Ostdeutsche würden die Hymne bis heute nicht mitsingen. Daher wäre es Zeit für einen neuen, eingängigen Text, mit dem sich alle identifizieren könnten.

Bislang hatten Vorstöße, eine neue Hymne für Deutschland zu dichten, immer für viel Empörung gesorgt. Selbst kleinere Änderungsvorschläge an dem bisherigen Text, wie die Änderung des Wortes "Vaterland" in "Heimatland", wurden abgelehnt.