Nestlé: Konzern will Millionen Liter Wasser aus Lagunen pumpen - es droht ein Skandal

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Deutsche Umwelthilfe verleiht Nestlé einen Negativpreis. Foto: dpa.

Schon wieder erntet Nestlé scharfe Kritik für seine Pläne, Wasser abzupumpen. Und auch diesmal geht es um das umstrittene Geschäft mit dem Trinkwasser.

Schon wieder erntet Nestlé scharfe Kritik für seine Pläne. Und auch diesmal geht es um das Geschäft mit dem Trinkwasser. Denn der Konzern plant, Wasser aus Lagunen in Florida zu pumpen.

  • Nestlé steht seit Jahren wegen der Süßwassergewinnung und Vermarktung in der Kritik.
  • Das abgepumpte Wasser will Nestlé gewinnbringend als abgefülltes Trinkwasser vermarkten.
  • Umweltschützer befürchten schwere Schäden am Fluss-Ökosystem.

Nestlé ist den Meisten als Hersteller von Süßigkeiten bekannt: Kitkat, Choco Crossies, After Eight, aber auch Nesquik und Maggi sind Produkte und Marken des Konzerns.

Nestlé verkauft auch Trinkwasser

Was nicht direkt jedem auffällt: Nestlé versorgt uns auch mit abgefülltem Trinkwasser. San Pellegrino oder auch Vittel - beides stammt von dem börsennotierten Unternehmen.

Für das Vorgehen bei der Trinkwassergewinnung und -vermarktung hagelte es für das Unternehmen schon in der Vergangenheit scharfe Kritik. Ein Vorwurf gegen Nestlé Waters war, dass das Unternehmen durch das Anzapfen von Quellen der Bevölkerung vor Ort das Wasser wegnehme.

So sank in einem pakistanischen Dorf durch die Wasserproduktion von Nestlé der Grundwasserspiegel so sehr, dass eine ganze Reihe von Brunnen, aus denen die Bevölkerung ihr Wasser schöpfte, versiegten.

Vittel: Bürger wehren sich gegen Wasserentnahme

Auch im französischen Kurort Vittel lieferten sich Bürger einen Kampf mit dem Mineralwasser-Konzern. Auch hier sinkt der Grundwasserspiegel deutlich, seit Nestlé das Wasser abzapft.

Anschließend verkauft der Konzern das Wasser dann gewinnbringend in Flaschen.

Jetzt hat Nestlé neue Pläne entwickelt, um an Trinkwasser zu kommen. In Florida will das Schweizer Unternehmen nun Wasser aus Lagunen abpumpen. Doch Umweltschützer fürchten um das Ökosystem am Santa Fe River.

Mehr als vier Millionen Liter plant der Süßigkeitenhersteller täglich aus den Quellen zu schöpfen, berichtet der Stern. Wie auch in Vittel und Pakistan sieht der Plan des Unternehmens vor, das Wasser zu einem günstigen Preis zu kaufen, um es anschließend teuer als Trinkwasser zu verkaufen. Der Film "Bottled Life" beschäftigte sich kritisch mit den Wassergeschäften von Nestlé.

Ökosystem leidet unter Wasserentnahme

Umweltschützer betonen, dass es nicht möglich ist, Millionen Liter Wasser aus einem Fluss zu entnehmen, ohne dass das Ökosystem darunter leide.

Doch Nestlé hält gegen die Bedenken der Umweltschützer. Nachhaltigkeit habe für das Unternehmen einen hohen Stellenwert, heißt es im Bericht des Stern. Außerdem bediene man sich nicht an öffentlichen Wasserbeständen, sondern kaufe das Wasser von einer privaten Firma.

Das Vorgehen erinnert abermals an den Streit zwischen den Bürgen in Vittel und Nestlé. "Die Ressource Wasser gehört allen", forderten damals Umweltschützer. Der Konzern allerdings, macht sich die Lebensgrundlage Wasser zueigen.