Nach Rauswurf aus dem DFB-Team: Thomas Müller zeigt sich sauer über Löw-Entscheidung

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Nun hat sich auch Thomas Müller zu der Entscheidung von Jogi Löw geäußert. Foto: Federico Gambarini/dpa

Nach dem WM-Debakel 2018 leitet Bundestrainer Löw den Umbruch in der Nationalmannschaft ein. Thomas Müller äußert sich nun in einem Twitter-Video.

Nach dem WM-Debakel 2018 in Russland leitet Bundestrainer Jögi Löw den Umbruch in der Deutschen Nationalmannschaft ein. Ohne drei ehemalige Weltmeister will er in die EM-Qualifikation gehen - Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller werden nicht mehr dabei sein.

Update, Mittwoch (6. März), 22 Uhr: Einen Tag nach der Bekanntmachung hat sich nun auch FC-Bayern-Spieler Thomas Müller mit deutlicher Kritik am DFB und an Bundestrainer Joachim Löw an die Öffentlichkeit gewandt. "Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr macht mich die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, einfach sauer. Kein Verständnis habe ich vor allem für diese suggerierte Endgültigkeit der Entscheidung", sagte Müller in einem Video, das er unter anderem auf Twitter postete.

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Update, Mittwoch (6. März), 13.22 Uhr: Der FC Bayern München hat eine offizielle Stellungnahme im Namen von Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic veröffentlicht.

Grundsätzlich würde der FC Bayern München eine sportliche Entscheidung vom Bundestrainer Löw nicht kommentieren. Allerdings halte man den Zeitpunkt und die Umstände für fragwürdig.

Der Zeitpunkt der Entscheidung von Löw

Der FC Bayern steht vor wichtigen Spielen. VfL Wolfsburg in der Liga und das Rückspiel in der Königsklasse gegen den FC Liverpool. Der Zeitpunkt sei ungünstig. Man sei irritiert.

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Es habe die Verantwortlichen des FC Bayern München zudem überrascht, dass Joachim Löw und Oliver Bierhoff ohne Ankündigung an der Säbener Straße vorbeigekommen wären.

Zusammen haben Thomas Müller (100), Mats Hummels (70) und Jerome Boateng (76) 246 Länderspiele absolviert. Sie gehörten zu eine der erfolgreichsten Dekaden im deutschen Fußball.

Der FC Bayern würdigt in der Stellungnahme die Leistungen

"Der FC Bayern hat größten Respekt vor den sportlichen Verdiensten von Thomas Mats und Jerome für die Nationalmannschaft und den deutschen Fußball", steht es in der Stellungnahme. Ursprungsmeldung, Dienstag (5. März), 16.06 Uhr: Der eine oder andere mag es vielleicht schon geahnt haben, doch nun ist es amtlich: Bundestrainer Joachim Löw streicht Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller - alle Spieler des FC Bayern München - aus dem Kader der Nationalmannschaft.

Ihre Entscheidung teilten Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff den drei Profis nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in München mit. Zuerst hatte die Bild darüber berichtet. "Ich danke Mats, Jérôme und Thomas für die vielen erfolgreichen, außergewöhnlichen und einmaligen gemeinsamen Jahre", sagte Löw.

Löw: Junge Nationalspieler sollen Verantwortung übernehmen

Mit den drei Stars des FC Bayern verliert die DFB-Elf auf einen Schlag viel Erfahrung. Gemeinsam kommen Hummels (70), Boateng (76) und Müller (100) auf 246 Länderspiele. Alle drei hatten zuletzt jahrelang den Stamm der Nationalmannschaft gebildet.

Mit dem "Rausschmiss" treibt der Bundestrainer nach dem WM-Vorrunden-Aus im Vorjahr in Russland und dem Abstieg in der Nations League den Umbruch im DFB-Team radikal voran. Es sei "ein deutliches Signal der Erneuerung: Die jungen Nationalspieler erhalten den nötigen Raum zur vollen Entfaltung. Sie müssen nun die Verantwortung übernehmen", so der 59-Jährige.

Sami Khedira und drei FC-Bayern-Spieler aussortiert

Die Deutsche Nationalmannschaft startet am 24. März in Amsterdam gegen die Niederlande in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020. Zuvor trifft die Mannschaft in einem Test am 20. März in Wolfsburg auf Serbien. Ein weiteres Testspiel findet unter anderem gegen Argentinien am 9. Oktober in Dortmund statt.

Bislang hatte Löw nach dem WM-Debakel lediglich Mittelfeldspieler Sami Khedira von Juventus Turin aussortiert. Mesut Özil vom FC Arsenal trat außerdem im Juli 2018 aus der Deutschen Nationalmannschaft zurück. Der Spieler war zuvor in die Kritik geraten, nachdem er sich mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdoğan hatte fotografieren lassen. Mit dpa-Material