Nach Chemo-Therapie: Russ will im Winter wieder spielen

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Nach der Krebsdiagnose und der überstandenen Chemo-Therapie macht Eintracht Frankfurts Verteidiger Marco Russ schon Pläne für seine Rückkehr.

Es war ein bewegender Moment bei der Saison-Eröffnung von Eintracht Frankfurt. Gezeichnet von seiner Chemo-Therapie zeigte sich Verteidiger Marco Russ erstmals den Fans - und machte schon erste Pläne für seine Rückkehr.

Frankfurt - "Mein Ziel ist, im Winter-Trainingslager in Abu Dhabi dabei zu sein“, sagt Russ im Gespräch mit der BILD-Zeitung.

Erst am 18. Mai 2016 gab sein Verein Eintracht Frankfurt bekannt, dass Russ an Krebs erkrankt ist. Er war nach dem Spiel gegen den SV Darmstadt 98 am 30. April 2016 positiv auf das Hormon hCG getestet worden, was sich aber im Nachhinein nicht als Doping, sondern als durch den Tumor bedingter Blutwert herausstellte. Am 23. Mai 2016 wurde er operiert.

Kurz zuvor hatte Russ mit der Eintracht noch die Relegation um den Verbleib in der Ersten Bundesliga gekämpft, sogar ein Eigentor geschossen - doch am Ende ging alles gut. Frankfurt rettete sich.

Körper nach Chemo wieder in Schwung bringen

Mittlerweile geht es dem Verteidiger der Frankfurter schon besser. Die Chemo-Therapie scheint gut überstanden zu sein. Und wie fühlt sich Russ jetzt? „Gut! Seit zwei Wochen echt gut, vorher hatte ich Probleme mit dem Kreislauf. Jetzt kann ich wieder ein bisschen Yoga machen, um einfach meinen Körper ein bisschen in Schwung zu bringen. Was in den Wochen davor nicht möglich war", sagte er bei der Saison-Eröffnung der Frankfurter am vergangenen Wochenende.

Während der Chemo-Therapie hatte sich Russ abgeschottet, musste viel Zuhause bleiben. „Nach der ersten ging’s noch. Natürlich viel Übelkeit während der Chemo. Aber man kriegt viele Medikamente dagegen. Die zweite Chemo war echt hart. Da habe ich mir zeitweise gesagt: Es nervt mich! Ich habe keinen Bock mehr drauf."

Umso besser, dass Russ sich auf sein Umfeld verlassen konnte, das ihm während der harten Zeit Halt gab. Frau, Kinder, das Krankenhauspersonal - sie alle haben dafür gesorgt, dass Marco Russ die wohl härteste Zeit seines Lebens überstehen konnte.