Jugendlicher (16) rettet hilfloses Mädchen aus dem Fluss - und wird danach dreist bestraft

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Isar in München. Foto: dpa

Ein 16-jähriger Schüler aus München hat ein Mädchen in der Isar vor der Ertrinken gerettet. Doch seine Solidarität wird nicht belohnt. Hier die Infos.

Ein 16-jähriger Jugendlicher aus München hat ein Mädchen aus der Isar vor dem Ertrinken gerettet. Doch seine Solidarität wurde ihm am Ende zum Verhängnis.

  • Das Mädchen trieb hilflos auf der Isar in München.
  • Der Schüler rettete sie aus der eiskalten Strömung.
  • Nach der Rettungsaktion fehlte sein Rucksack.

Wäre Max Steidle (16) nicht gewesen, hätte das Mädchen auf der Isar keine Chance gehabt. Er rettete sie völlig selbstlos aus dem Wasser. Doch nach dem mutigen Einsatz folgte eine böse, dreiste Überraschung. Jemand hat, während der Schüler das Mädchen rettete, seinen Rucksack geklaut.

Mädchen treibt hilflos auf der Isar in München - "Jetzt zählt jede Sekunde"

Passiert ist das Unglück bereits vor zwei Wochen. Der 16-jährige saß mit ein paar Freunden nach der Schule an der Isar in München. Als er nach Hause musste, ging er mit einem der Freunde über die Brücke am Tierpark. Da nahmen die Dinge schnell ihren Lauf.

Der Kumpel von Max habe das hilflose Mädchen zuerst gesehen. „Er hat gerufen: ,Hey Max, da ist eine im Wasser!‘“, erzählt der Jugendliche gegenüber der tz. Mit den Beinen strampelnd trieb sie auf der Isar flussabwärts - für die Jungen zählte jede Sekunde.

Es war eine Kurzschlussreaktion

Im Interview mit der tz schildert der Schüler aus München die dramatischen Szenen. „Wir sind über die Brücke runter zur Isar gerannt. Ich habe meinen Rucksack noch schnell unter der Brücke versteckt.“ Der 16-Jährige habe dann noch seinen Pulli ausgezogen und sein Handy weggepackt. "Es war eine Kurzschlussreaktion", sagt er.

Das Wasser in der Isar war kalt und die Strömung stark. Nach wenigen Metern konnte er das Mädchen aber greifen. „Ich habe sie mit einem Arm festgehalten und ans Ufer geschleppt.“

Freunde unternehmen Ersthelfer-Maßnahmen

Während Max das Mädchen aus der Isar rettete, riefen seine Freunde den Notarzt. „Meine Freundin ist von der anderen Seite ins Wasser zu dem Mädchen hin und wir haben sie an Land gezogen. Sie ist immer wieder ohnmächtig geworden und hat sich auf die Zunge gebissen.“

An Land brachten Max' Freunde das Mädchen in die stabile Seitenlage. Der Rettungsdienst brachte sie schließlich in ein Krankenhaus.

München: Rucksack war nach heldenhafter Rettung weg

Nach der Rettungsaktion kehrte Max zur Brücke an der Isar zurück. Seine Freunde liehen ihm trockene Kleidung - doch wo war sein Rucksack? Die Suche danach verlief erfolglos. Jemand muss ihn mitgenommen haben.

„Es war zum Glück nichts Wichtiges drin. Dass der Rucksack geklaut wurde, ist dreist. Aber ich würde es wieder so machen – für mich ist es selbstverständlich zu helfen, wenn jemand in Not ist", so das Abschluss-Resümee des 16-Jährigen Münchners gegenüber der tz.

Erst Anfang des Jahres wurde ein Baby aus einem Kanal gerettet. Dank der schnellen Reaktion von Passanten überlebte es das Unglück. Wie ihr euch selber vor Badeunfällen schützen könnt lest ihr übrigens hier.