Mord an CDU-Politiker Lübcke: Verdächtiger hatte Kontakt zur Dortmunder Nazi-Szene

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Nach dem Mord an Walter Lübcke deutet immer mehr auf eine rechtsextremistische Tat hin. Die Spur führt auch nach Dortmund. Foto: Swen Pförtner/dpa-POOL/dpa

Anfang Juni wurde der Politiker Walter Lübcke erschossen. Nun deutet immer mehr auf eine rechtsextremistische Tat hin. Die Spur führt auch nach Dortmund.

Anfang Juni wurde der hessische CDU-Politiker Walter Lübcke erschossen. Nun hat die Polizei eine Tatverdächtigen festgenommen. Der soll Kontakt zu rechten Extremisten gehabt haben - unter anderem in Dortmund.

  • Walter Lübcke wurde am 2. Juni erschossen.
  • Am Samstag (15. Juni) hat die Polizei eine Verdächtigen festgenommen haben.
  • Wegen einem mutmaßlich rechtsextremistischen Hintergrund der Tat hat die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Update, Montag (17. Juni), 17.10 Uhr: Mittlerweile hat sich auch die Bundesanwaltschaft zu den Ermittlungen geäußert. Demnach steht ein 45-Jähriger im Verdacht, Lübcke heimtückisch durch einen Kopfschuss getötet zu haben. Mittlerweile hat der Tatverdächtige Stephan E. die Tat gestanden.

Zudem lägen Anhaltspunkte für einen rechtsextremen Hintergrund der Tat vor. Da der Mord nun als mögliches politisches Attentat gewertet wird, hat die Bundesanwaltschaft denn Fall übernommen. Angela Merkel kündigte unterdessen an, den Fall lückenlos aufklären zu wollen.

Ursprungsmeldung, Montag (17. Juni), 17 Uhr: Bei den Ermittlungen zum Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke in Hessen mehren sich die Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund. Das berichtet Spiegel Online. So soll der am Samstag festgenommene Verdächtige ein gewaltbereiter Extremist sein.

Mutmaßlicher Lübcke-Mörder hatte Verbindungen nach Dortmund

Laut Spiegel Online sei er Thema in einem NSU-Untersuchungsauschuss gewesen. 1993 soll er zudem wegen eines Anschlags auf ein Asylbewerberheim zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein. Und auch zur Dortmunder Nazi-Szene hatte der 45-Jährige scheinbar Kontakt.

Vor zehn Jahren war er in Dortmund mit rund 400 autonomen Nationalisten von der Polizei festgesetzt worden. Die Rechtsradikalen hatten am 1. Mai 2009 eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds attackiert.

Nach der Tat wurde der Verdächtige zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - wegen Landfriedensbruch. Seitdem sei er nicht mehr extremistisch aufgefallen, wie Spiegel Online aus Sicherheitskreisen erfahren haben will.

Generalbundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen

Am Montag (17. Juni) hat schließlich die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen im Mordfall Lübcke übernommen. Diese verfolgt Taten mit terroristischem oder extremistischem Hintergrund.

Ob es sich tatsächlich um eine rechts-terroristische Tat handelt, ist jedoch noch nicht geklärt. Fest steht aber, dass Lübcke sich wiederholt liberal zu Fragen der Asylpolitik geäußert hatte. Mehrfach wurde er deshalb angefeindet. Auch der Tod des CDU-Politikers war im Internet bejubelt worden - mutmaßlich von Personen aus der rechten Szene.

Währenddessen sinkt in Dortmund die Zahl der rechtsextremen Straftaten. Die Polizei sorgt sich trotzdem.