Michel Platini in Polizeigewahrsam! WM-Vergabe nach Katar soll Grund sein

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Federico Gambarini

Michel Platini soll laut AFP in Polizeigewahrsam sein. Es geht um die Vergabe der WM 2020 nach Katar, an der der Ex-UEFA-Boss beteiligt war.

Michel Platini soll laut französischen Medien in Polizeigewahrsam sein. Ermittler beschäftigen sich seit Jahren mit der Vergabe der WM 2020 nach Katar unter anderem durch den ehemaligen UEFA-Präsidenten und Ex-Fußballprofi.

  • Ermittlungen angeblich wegen "aktiver und passiver Korrpution" von Michel Platini.
  • Der ehemalige UEAFA-Boss gerät nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen.

Gegen den Franzosen bestehe der Verdacht der "aktiven und passiven Korruption", berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP am Dienstag (18. Juni) unter Berufung auf namentlich nicht genannte Justiz-Quellen.

Zum Hintergrund: Im Zuge der skandalumtosten Doppel-Vergabe 2010 erhielt das Emirat Katar überraschend die WM 2022. Die favorisierten USA verloren die entscheidende Wahlrunde mit 8:14-Stimmen.

Korruption nach WM-Vergabe nach Katar

Zahlreiche Mitglieder des damaligen FIFA-Exekutivkomitees sind inzwischen der Korruption überführt, wie auch beim Zuschlag für die WM 2018 an Russland wurde aber Stimmenkauf niemals bewiesen. Probleme wie die hohen Temperaturen oder die Menschenrechtslage in Katar waren damals bekannt - und wurden ignoriert.

2015 war Platini erstmals in öffentlichen Verruf geraten, als die Schweizer Justiz ein Strafverfahren gegen den damaligen FIFA-Chef Joseph Blatter wegen eines fragwürdigen Millionen-Deals mit Platini aus dem Jahr 2011 eröffnete.

Platini durch Ethikkommission gesperrt

Die Ethikkommission sperrte im Oktober 2015 in der Folge Blatter und Platini vorläufig für 90 Tage - wogegen Platini später vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS vorging.

Im Dezember 2015 gab die FIFA-Ethikkommission bekannt, dass Platini für acht Jahre für alle Fußballaktivitäten gesperrt werden würde. Nach mehreren Berufungen wurde die Strafe am Ende auf vier Jahre verkürzt.

Daraufhin verkündete Platini seinen sofortigen Rücktritt vom Amt des UEFA-Präsidenten.

Bei dem Millionendeal von 2011 soll es sich laut Blatter und Platini um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis FIFA-Arbeit in den Jahren 1998 bis 2002 gehandelt haben. mit dpa-Material

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