Vater ertrinkt mit Tochter (2) im Arm - schreckliche Bilder zeigen Flüchtlingsdrama an der US-Grenze zu Mexiko

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Trauer der Oma: Sie hält ein Foto ihrer kleinen Enkelin. Foto: dpa

Die Welt schaut erschüttert auf das, was sich an der US-Grenze zu Mexiko zugetragen hat: Ein Vater ertrank mit seiner kleinen Tochter im Rio Grande.

Die Welt schaut erschüttert auf das, was sich vor wenigen Tagen an der US-Grenze zu Mexiko zugetragen hat: Ein Vater ertrank zusammen mit seiner kleinen Tochter im Rio Grande.

Hinweis: Die Bilder, die in diesem Artikel gezeigt werden, können verstörend wirken!

  • Fotos zeigen die Leiche eines Mannes und seiner Tochter am Ufer des Rio Grande.
  • Vater und Tochter waren auf der Flucht von Mexiko in die USA ertrunken.
  • Mutter musste mit ansehen, wie das Wasser beide fortriss.

Es sind Fotos, die das ganze Grauen einfangen, welches Flüchtlinge ertragen müssen. Die Fotos, die der US-Nachrichtensender CNN veröffentlichte, erschüttern zutiefst: Eng umschlungen liegen Vater und Tochter im Grenzfluss Rio Grande.

Im T-Shirt des Mannes steckt seine kleine Tochter: Gerade einmal 23 Monate alt. Vielleicht wollte er sie so aus der reißenden Strömung retten, sie an sich binden, damit sie nicht von ihm fortgerissen wird. Doch jetzt sind beide tot.

Mexiko: An der Grenze zu den USA endete ihre Flucht

Gestorben, weil sie ein besseres Leben suchten - so formuliert es die Mutter. Sie musste mit ansehen, wie ihr Mann Oscar Alberto Martinez Ramirez und die gemeinsame Tochter Valeria von der Strömung des Rio Grande mitgerissen wurden.

Die Familie stammt aus El Salvador und war unterwegs in die USA. Dort, so hofften sie, könnten sie ihrer Tochter ein besseres Leben ermöglichen.

Doch an der mexikanischen Grenze endete ihre Reise in die USA. Wie die Bild unter Berufung auf die Zeitung La Jornada berichtet, mussten die drei vor dem katastrophal endenden Fluchtversuch zwei Monate in einem Migrantenlager im Grenzort Matamoros ausharren. Vergeblich warteten sie dort auf eine Gelegenheit, in den USA Asyl zu beantragen. Dann ging ihnen das Geld aus.

Vater sieht nur einen Ausweg: Den Rio Grande überqueren

Oscar Martinez Ramirez beschließt daher: Wir müssen es anders versuchen - er ist überzeugt, dass er es schaffen könnte, den Fluss zu durchqueren. Doch der Versuch am vergangenen Sonntag (23. Juni) endet tödlich für Vater und Tochter.

Das Bild dokumentiert auf dramatische Weise die Realität der Flüchtlinge weltweit. Verzweiflung und Angst treibt die Menschen auf lebensgefährliche Routen, um die Familien und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Die UNO-Flüchtlingshilfe zeigt sich zutiefst erschüttert und appelliert an alle Länder, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um weitere derartige Tragödien zu verhindern

Bilder erinnern an Foto von syrischem Flüchtlingskind

"Es ist unser aller Aufgabe, Geflüchtete weltweit zu schützen - sowohl mit humanitärer Nothilfe als auch mit koordinierten Maßnahmen, um Fluchtrouten sicherer zu machen", kommentiert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

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Schon einmal, vor vier Jahren, hielt die Welt den Atem an. Damals war es das Foto des leblosen Körpers des syrischen Flüchtlingskindes Alan Kurdi - angespült an den Ufern des Mittelmeeres. Auch dieses Bild zeigte die ganze Dramatik, Verzweiflung sowie Gefahr und Ausweglosigkeit einer Flucht. Mit dpa-Material

Flüchtlinge in Lateinamerika

Sie fliehen vor Verfolgung, Gewalt und Perspektivlosigkeit. Sie haben keinen Schutz vor den Behörden in ihren eigenen Ländern und benötigen dringend internationalen Schutz. Venezuela haben beispielsweise inzwischen mehr als vier Millionen Menschen verlassen.

In Mittelamerika kommen als Fluchtgründe Gewalt und Verfolgung durch kriminelle Banden hinzu. Menschen werden entführt, bedroht und getötet. In Ländern wie Honduras oder El Salvador ist das bitterer Alltag.

Bisher starben allein in diesem Jahr Dutzende von Menschen bei dem Versuch, den Rio Grande zu überqueren.