Mercedes-Werbung löst Klima-Shitstorm bei Twitter aus - "Heizt noch mehr ein"

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Eine Mercedes-Werbung für ein ähnliches Model löst Shitstorm aus. Foto: Nicolas Blandin

Mercedes wirbt für ein neues SUV-Modell und tritt damit in Zeiten der Klimakrise in ein Fettnäpfchen. Die Werbung löste auf Twitter einen Shitstorm aus.

Mit einem feuerroten SUV wirbt Mercedes-Benz auf Twitter für ein neues Modell - und löste damit einen gehörigen Shitstorm aus.

  • Mercedes heizt mit einer Nachricht auf Twitter die Stimmung der Nutzer an.
  • Die Werbung löste einen Shitstorm aus.

Der Klimawandel und seine Folgen sind seit diesem Freitag mal wieder in aller Munde - die Fridays for future-Demonstration fand im Rahmen des Sommerkongresses in Dortmund statt.

Und auch der Automobil-Hersteller Mercedes-Benz will sich zu dem Thema äußern - mit einer ironischen Botschaft. Das ging nach hinten los.

Mit diesem roten Lack heizt Mercedes noch mehr ein

"Wenn dieser Sommer noch nicht warm genug war, dann heizt der Mercedes-AMG GLA 45 4Matic mit diesem heißen roten Lack noch mehr ein" - mit dem Tweet auf Englisch warb der Automobilhersteller für ein neues SUV-Modell des Tochterunternehmens AMG. Daneben stehen der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen - was nicht gerade wenig ist.

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AMG ist bekannt für seine getunten Autos - und gerät deshalb häufig in die Kritik. "Auto-Monster-Großkotz" kritisiert Winfried Hermann, Minister für Verkehr in Baden-Württemberg, das Unternehmen - ebenfalls über Twitter.

Twitter-Nutzer reagieren mit einem Shitstorm

In Zeiten von Höchsttemperaturen und Hitzewellen ist Mercedes-Benz damit eindeutig in ein Fettnäpfchen getreten - und hat einen Shitstorm ausgelöst, wie die Kommentare auf Twitter eindeutig erkennen lassen.

"Danke, mir reichts eigentlich schon mit dem Klimawandel", lautete einer der Kommentare. Ein anderer Nutzer schrieb: "Juli war der heißeste Monat der Aufzeichnungen. Ihr gießt mit euren Verbrennungsmotoren Öl ins Feuer der Klimakrise."

Die Entschuldigung von Mercedes wird nicht ernst genommen

"Wir haben es mit Ironie versucht", sagte ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Doch in Zeiten von Klimakrise geht das leider nicht. Auf Twitter löste die Entschuldigung eine große Empörungswelle aus.

"Leute, das war völlig daneben. Wir bitten um Entschuldigung", schreibt das Unternehmen auf Twitter. Sie hätten die Ambitionen einer CO2-neutrale Mobilität - bis 2039.

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"Hab meinen Eltern versprochen bis 2039 mit dem Rauchen aufzuhören. Sie waren ganz stolz", reagiert ein Twitter-Nutzer ironisch.

Ein anderer Nutzer gibt den Tipp ab, es sei an der Zeit für einen neue PR-Beratung - am besten noch vor 2039. Damit schließt er sich dem generellen Tenor der Reaktionen auf die Entschuldigung von Mercedes an. Sie wird schlicht und einfach nicht ernst genommen.

Auch Lufthansa hatte auf Twitter einen Shitstorm abbekommen - allerdings nicht wegen einer fragwürdigen Klimapolitik, sondern, weil die Airline das Flugticket eines Promis weiterverkauft hatte.