Nach erneutem Haftbefehl gegen Stephan E. - Tatverdächtiger widerruft sein Geständnis

+
Der hessische Landtagsabgeordnete Walter Lübcke ist tot. Foto: Uwe Zucchi dpa/lhe

Der tatverdächtige Stephan E. soll sein Geständnis im Mordfall Walter Lübcke widerrufen haben. Der Politiker wurde Anfang Juni erschossen.

Der tatverdächtige Stephan E. soll den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gestanden haben. Er hatte offenbar Kontakte zur Dortmunder Neonazi-Szene.

  • Der Tatverdächtige Stephan E. soll Mord an Lübcke gestanden haben.
  • Er soll allein gehandelt haben.
  • Der CDU-Politiker wurde Anfang Juni erschossen.

Update, Dienstag (2. Juli), 13.10 Uhr: Stephan E. soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag sein Geständnis im Mordfall Walter Lübcke widerrufen haben. Zuerst hatte das der SWR berichtet. Die Bundesanwaltschaft kommentierte dies nicht.

Update, Dienstag (2. Juli), 11.50 Uhr: Wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes am Walter Lübcke konnte die Bundesanwaltschaft am Dienstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs erneut einen Haftbefehl gegen Stepahn E. erwirken.

Stephan E. bereits seit dem 16. Juni in U-Haft

Der Beschuldigte wurde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Dieser hat Stephan E. den Haftbefehl verkündet und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet.

Der Haftbefehl des Ermittlungsrichters ersetzt den Haftbefehl des Amtsgerichts Kassel, auf dessen Grundlage sich der Beschuldigte bereits seit dem 16. Juni 2019 in Untersuchungshaft befindet.

Erstmeldung, Mittwoch (26. Juni), 9.32 Uhr: Stephan E. soll den Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke gestanden haben. Das berichteten Teilnehmer am Mittwoch aus einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses unter Berufung auf Generalbundesanwalt Peter Frank.

Stephan E. soll Mord an Lübcke allein begangen haben

Demnach soll E. am Dienstag ein Geständnis abgelegt haben. Abgeordnete hätten laut Frank berichteten, der Tatverdächtige habe angegeben, alleine gehandelt zu haben.

Laut Teilnehmern der Sondersitzung sagte Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamts, dass er nicht von einer Verschärfung der Sicherheitslage ausgehe.

Verfassungsschutz müsse Rechtsextremismus stärker bekämpfen

Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, sagte demnach, die Behörden hätten Stephan E. seit 2009 nicht mehr intensiv auf dem Schirm gehabt. Das Bundesamt müsse sich in Sachen Bekämpfung des Rechtsextremismus stärker aufstellen.

Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke war am 2. Juni vor seinem Wohnhaus erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einer politisch motivierten Tat mit rechtsextremem Hintergrund aus.

Der Tatverdächtige hatte auch Kontakte in die Dortmunder Neonazi-Szene. Er war außerdem bei einer Mai-Demo in Dortmund aufgefallen. Mit dpa-Material