Lollapalooza-Festival in Berlin: Anwohner können umziehen

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Das Land Berlin macht den Veranstaltern des Lollapalooza-Festivals in diesem Jahr strengere Auflagen beim Lärmschutz. Davon profitieren vor allem die Anwohner.

Das Land Berlin macht den Veranstaltern des Lollapalooza in diesem Jahr strengere Auflagen beim Lärmschutz. Davon profitieren vor allem die Anwohner.

Das Land Berlin macht den Veranstaltern des Lollapalooza-Festivals in diesem Jahr strengere Auflagen beim Lärmschutz. Davon profitieren vor allem die Anwohner.

  • Der Veranstalter muss Anwohnern eine Ersatzunterkunft anbieten.
  • Rund 1.400 Haushalte sind betroffen.
  • Es ist nicht der erste Fall für die Veranstalter, dass sie zahlen sollen.

Laut Entwurf des Landes Berlin sind die Veranstalter des Lollapalooza dazu verpflichtet, Anwohnern eine angemessene Ersatzunterkunft zu besorgen. Der Entwurf liegt dem Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) vor. Das betrifft die beiden Festivaltage am 7. und 8. September.

Vier Dezibel machen den Unterschied

Die betroffene Zone rund um das Festivalgebiet im Olympiapark in Berlin-Charlottenburg hat eine Schallgrenze von 76 Dezibel. Die Lärmschutzgrenze betrifft rund 1.400 Haushalte rund um das große Gelände.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr galt für das Lollapalooza noch eine Höchstlautstärke von 80 Dezibel. Damals waren nur rund 80 Haushalte betroffen.

Doppelzimmer mit Halbpension für zwei Personen

Laut Entwurf ist eine Ersatzunterkunft angemessen, wenn zum Beispiel für eine Wohnung mit zwei Personen ein Doppelzimmer inklusive Halbpension zur Verfügung gestellt wird. Die Unterkunft darf außerdem nicht weiter als zehn Kilometer von der eigentlichen Wohnung entfernt sein.

Wenn die Anwohner die Alternative nicht in Anspruch nehmen möchten, erhalten sie von den Veranstaltern des Lollapalooza dennoch eine Entschädigung.

"Das bedeutet eine massive Ausweitung für uns, die wir nicht nachvollziehen können", zitiert der RBB die Veranstalterin Jule Kauert. Nicht nur die strengen Auflagen, auch Entschädigungen seien schwer umsetzbar. "Dadurch werden uns Handschellen angelegt", so Kauert. "Wir müssen den Entwurf erst gründlich prüfen."

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Lollapalooza musste 2017 für 3.000 Anwohner zahlen

Es ist nicht das erste Mal, dass es wegen dem Lärmschutz zu Streitigkeiten zwischen dem Lollapalooza und den Behörden kommt. Im Jahr 2017 legte der Landkreis eine Entschädigung für rund 3.000 Anwohner fest. Der Veranstalter legte Widerspruch ein. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg lehnte den Widerspruch ab, der Veranstalter musste die Entschädigung zahlen.

Musik-Events müssen immer wieder mit Protest aus der Anwohnerschaft rechnen. Der Betreiber der Phoenixhalle in Dortmund hatte es auch mit Streitigkeiten einzelner Anwohner zu tun und musste dafür sorgen, dass die Konzerte in Wohngebiet-Nähe Lärmschutz-Auflagen erfüllen.