A3: Schwerer Unfall - alle bilden eine Rettungsgasse, nur dieser Lkw-Fahrer nicht, der muss dringend aufs stille Örtchen

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Freie Fahrt für Rettungskräfte: Durch die gebildete Rettungsgasse kommen Helfer schnell zur Unfallstelle. Foto: Peter Steffen

Die Polizei und Rettungsdienste in Unterfranken sind wütend. Weil ein Lkw-Fahrer dringend mal musste, blockierte er die Rettungsgasse.

Die Polizei und Rettungsdienste in Unterfranken sind wütend: Weil ein Lkw-Fahrer dringend mal musste, blockierte er die Rettungsgasse.

  • Auf der A3 kam es zu einem Unfall mit Schwerverletzten.
  • Erst nach persönlicher Ansprache der Autofahrer, wurde eine Rettungsgasse gebildet.
  • Rettungskräfte mussten zu Fuß zur Unfallstelle.

Mit einem wütenden Post bei Facebook, berichtet die Polizei Unterfranken davon, was sich am Mittwoch (5. Juni) auf der A3 ereignete.

Nach einem schweren Unfall, bei dem vier Personen - zum Teil schwer - verletzt wurden, versuchten Rettungskräfte über die Autobahn bis zum Unfall vorzudringen.

Lkw blockierte Rettungsgasse

Dazu wollten sie die Rettungsgasse durchfahren. Allerdings kamen sie ganze 300 Meter vor der Unfallstelle nicht weiter, denn ein Lkw-Fahrer nutzte die Rettungsgasse um schnell zum nächsten Rastplatz zu kommen.

Rettungskräfte haben immer wieder Probleme zu Unfallstellen auf Autobahnen durchzudringen. Das nahezu alltägliche Bild was sich ihnen bietet: Es wird keine Rettungsgasse zwischen der linken und den rechten Spuren gebildet.

Auch bei diesem Unfall auf der A43 nutzten Autofahrer die Rettungsgasse für ihre Zwecke.

Das war auch am Mittwoch auf der A3 der Fall. Um zu dem Unfallort vorzudringen arbeiteten sich Rettungskräfte der Feuerwehr zu Fuß vor. Autofahrer die vor ihnen standen, mussten sie durch klopfen an der Autoscheibe und eine persönliche Ansprache dazu auffordern, endlich eine Rettungsgasse zu bilden.

Rettungsgasse: der schnellste Weg zur Toilette

Doch damit nicht genug. Als die Rettungsgasse endlich zustande gekommen war, fuhr ein belgischer Lkw-Fahrer plötzlich mit seinem 38-Tonner durch die Rettungsgasse.

Der Lkw-Fahrer hatte ein dringendes Bedürfnis zu befriedigen: Er musste zur Toilette und wollte schnell die nahe gelegenen Raststätte erreichen.

Zu allem Übel blieb der Lkw dann auch noch in der Rettungsgasse stecken und blockierte diese dadurch zusätzlich. Polizisten, die eigentlich den Unfall aufnehmen wollten, mussten den Lkw-Fahrer umständlich aus der Rettungsgasse in einen Baustellenbereich lotsen.

Der Fahrer musste noch an Ort und Stelle eine Sicherheitsleistung hinterlegen. "Trotzdem zeigte sich der Fahrer uneinsichtig und begab sich zu Fuß zur Rastanlage", so die Polizei gegenüber DerWesten.

Doch nicht nur, dass Autofahrer immer wieder die Rettungsgasse missbrauchen um schneller voran zu kommen, auch mit Gaffern an Unfallstellen hat die Polizei immer wieder zu kämpfen. Diesem Polizisten platzte jedoch der Kragen, als sich mal wieder Schaulustige an einer Unfallstelle einfanden. Auch dieser Polizist im Video stellt Gaffer völlig bloß.

Laut DerWesten wurden bei dem Unfall vier Personen, zum Teil schwer, verletzt. Ein Lkw durchfuhr die Mittelleitplanke. Er war zuvor mit einem Wohnwagen zusammengestoßen. Auf der Gegenfahrbahn kollidierte er mit einem Auto.

Auf der A52 bei Kaarst (NRW) kam es kürzlich ebenfalls zu einem schweren Unfall zwischen zwei Lkw. Ein Führerhaus wurde dabei fast vollkommen zerstört.