Einmalige Studie

Moderna testet Impfstoff an Tausenden Babys und Kindern

Ein Kleinkind erhält eine Impfung.
+
An der Studie des US-Unternehmens Moderna sollen mehr als 6.000 Babys und Kinder teilnehmen.

Das US-Unternehmen Moderna will seinen Corona-Impfstoff an Tausenden gesunden Kindern unter zwölf Jahren testen. Forscher wollen durch eine Studie die Sicherheit und Wirksamkeit besser einschätzen.

Cambridge - Nicht nur Erwachsene können sich mit dem Coronavirus Erreger SARS-CoV-2 anstecken und ihn an andere weitergeben, sondern auch Kinder. Laut aktuellem Kenntnisstand ist die Symptomatik bei Kleinkindern und Babys jedoch oftmals geringer ausgeprägt als bei Erwachsenen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist es deshalb wichtig, dass auch Kinder die Corona-Hygieneregeln beachten.

Neben den Hygieneregeln im Alltag gilt die Impfung gegen das Coronavirus als wichtige Maßnahme, um Herdenimmunität zu erzielen. Auch, wenn es derzeit Probleme mit Nebenwirkungen der Corona-Impfung (*FR berichtete) gibt. Die Eindämmung des Virus bei Kindern ist gerade deswegen so wichtig, weil sie trotz gering ausgeprägter Symptomatik das Coronavirus weitergeben können. Zudem müssen immer mehr Kitas aufgrund von sich schnell ausbreitenden Corona-Infektionen (*FR berichtete) schließen.

Moderna: Unternehmen will Impfstoff an mehr als 6.000 Kindern testen

Bisher steht lediglich ein einziger Impfstoff zur Verfügung, der für Minderjährige ab 16 zugelassen ist: das Vakzin Comirnaty von Biontech/Pfizer. Die Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson können nur Volljährigen verabreicht werden. Nun will das US-amerikanische Unternehmen Moderna in einer einzigartigen Studie seinen Corona-Impfstoff an Kindern testen.

Dafür sollen circa 6.750 gesunde Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren an ihrer klinischen Studie teilnehmen. Wie wgbh.org mitteilt, sollen die Tests von der University of Massachusetts Medical School in Zusammenarbeit mit dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) sowie dem Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) durchgeführt werden. Das Portal GBH News hat dazu mit den beiden Schwestern Zoe (15) und Esme (12) Campbell gesprochen. Auch sie haben sich freiwillig im Rahmen der Studie gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Pflaster danach ist für sie eine Art „Ehrenabzeichen“, wie sie erzählen.

Mit der Versuchsreihe erhofft sich Moderna, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes besser beurteilen zu können und anzupassen. Der Moderna-Impfstoff basiert genau wie das Biontech-Vakzin auf der mRNA-Technologie. Den Kindern aus den USA und Kanada sollen zwei Impfdosen im Abstand von 28 Tagen verpasst werden, wie cnbc.com berichtet. *FR ist ein Angebot von IPPEN.Media.

Mehr zum Thema