Kind in Hundebox eingesperrt: Hundetrainerin erhält für unfassbare Taten zweieinhalb Jahre Haft

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Frau sperrte Tochter in Hundebox, erhält zwei Jahre Haft. Sina Schuldt / dpa

Eine 44-jährige Frau sperrte ihre Tochter mehrmals in eine Hundebox und quälte sie mit weiteren Methoden. Jetzt erhält sie zwei Jahre Haft. Hier die Infos.

Eine 44-jährige sperrte ihre Tochter mehrmals in eine Hundebox und quälte sie durch weitere Methoden. Am Dienstaag (1. Oktober 2019) legte sie ein Geständnis ab.

  • Die Mutter soll ihrer Tochter unter anderem Stromschläge verpasst haben.
  • Sie arbeitet selbst als Hundetrainerin.
  • Das Kind ist seit zwei Jahren nicht mehr in der Obhut der Frau.

Horror: Kind zur Strafe im Wald ausgesetzt

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, kam das Landgericht Hannover zu der Überzeugung, dass die 44-Jährige ihrer damals siebenjährigen Tochter mindestens siebenmal einen Stromstoß mit einem Elektrohalsband für Hunde verpasst hat.

Darüber hinaus habe sie das Kind geschlagen und für längere Zeit in eine Hundebox gesperrt. Die Frau, die selbst als Hundetrainerin arbeitet, habe ihre Tochter sogar zur Strafe im Wald ausgesetzt und sie hinter ihrem Auto herlaufen lassen.

Hundebox verursacht möglicherweise Trauma bei Tochter

Die heute neunjährige Tochter habe bereits ein halbes Jahr stationär in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie verbracht. Richter Stefan Lücke erklärte zur Urteilsbegründung, dass das Kind vermutlich sein Leben lang mit den Folgen der Misshandlungen zu kämpfen habe.

Bereits heute weist es ein "komplexes Störungsbild" ab. Schon das Schlagen einer Tür würde dazu führen, dass sich das Kind sich verkrieche. Außerdem neige es zur Selbstbestrafung und reiße sich sogar die Haare aus.

Tochter nicht mehr in Obhut der 44-jährigen

Bereits im September 2017 wurde das Kind aus der Familie genommen. Eine Ergotherapeutin schöpfte Verdacht: Die Tochter habe bei einer Therapiestunde in einem Gymnastikring gesagt, dort sei in etwa so viel Platz wie in einer Hundebox.

Im Sauerland schockte vor Kurzem ein Fall, in dem ein einjähriges Kind mit einem Staubsauger geschlagen wurde und starb.

Mutter gibt Geständnis ab - Urteil fällt milder aus

Bei der Urteilsbegründung brach die Angeklagte in Tränen aus. Einen Tag zuvor hatte sie ein Geständnis abgegeben und die Vorwürfe schließlich eingeräumt.

Dies sei positiv in das Urteil eingeflossen: Erstmals habe die Mutter ihre Überforderung mit dem Kind zugegeben. Zu Beginn der Verhandlung hatte die Frau die Anschuldigungen noch abgestritten.

Das Urteil lautete auf schwere Misshandlung, Freiheitsberaubung sowie Verletzung der Fürsorgepflicht. Die Staatsanwaltschaft forderte fünf Jahre. Die Verteidigung befand zwei Jahre auf Bewährung als angemessen. Das Urteil von zweieinhalbjahren Haft ist noch nicht rechtskräftig.