Vor dem früheren Büro von Walter Lübcke: Dortmunder Neonazis demonstrieren in Kassel

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Rund 120 Neonazis haben am Samstag in Kassel demonstriert. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Vor dem Büro des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben am Samstag rund 120 Neonazis demonstriert. Hier mehr erfahren:

Rund 120 Neonazis haben in Kassel gegen eine vermeintliche mediale Vorverurteilung rund um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die Dortmunder Kleinstpartei "Die Rechte".

  • Rechte und Rechtsradikale haben am Samstag (20. Juli) in Kassel demonstriert.
  • Rund 120 Neonazis trafen auf etwa 10.000 Gegendemonstranten.
  • 31 Personen wurden zeitweise festgenommen, zu größeren Ausschreitungen kam es aber nicht.

Zur Demonstration gegen vermeintliche "Pressehetze und Verbotsirrsinn" hatte die Dortmunder Kleinspartei "Die Rechte" aufgerufen. Rund 120 Neonazis sind diesem Aufruf gefolgt. Sie demonstrierten unter anderem vor dem früheren Amtssitz des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU). Dieser war von einem mutmaßlich rechtsextremen Täter erschossen worden.

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Nazi-Demonstration in Kassel: 10.000 Gegendemonstranten

Den Rechten gegenüber standen rund 10.000 Gegendemonstranten. Obwohl die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz war, kamen sich Rechtsextreme und Gegendemonstranten laut dpa zeitweise bis auf wenige Meter nahe. Es seien Flaschen geflogen, teilweise habe es Gerangel mit den Einsatzkräften gegeben.

Immer wieder fallen Rechtsextreme durch Gewalt auf. Im September wurde der bekannte Rechtsextreme "SS Siggi" nach einer Attacke mit seinem Gehstock in Dortmund von der Polizei festgenommen.

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Laut Polizei wurden insgesamt 31 Personen zeitweise fest- oder in Gewahrsam genommen worden. Unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz oder verfassungswidriger Symbole. Einem von der Stadt Kassel angestrebten Verbot der Demonstration hatte der hessische Verwaltungsgerichtshof zuvor widersprochen. mit dpa-Material