50 Jahre Mondlandung: Wieso die amerikanische Flagge auf dem Mond flatterte

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Mondlandung am 21. Juli 1969: Die Fahne flattert auf dem Mond - und befeuerte Verschwörungstheorien. Foto: Nasa/dpa

Eine der berühmtesten Verschwörungstheorien ist, dass die Mondlandung vor 50 Jahren ein großer Bluff war. Doch was ist an den Theorien dran?

Am 21. Juli 1969, am Sonntag vor 50 Jahren, setzte Neil Armstrong als erster Mensch den Fuß auf den Mond und sagte den legendären Satz: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit". Seitdem gibt es einige Verschwörungstheorien - was ist an ihnen dran?

  • Flatternde Fahne, Schattenbilder und fehlende Sterne befeuern seit 50 Jahren Verschwörungstheorien
  • All diese Theorien lassen sich physikalisch widerlegen
  • Die Sowjetunion empfing Funkwellen der Apollo 11

Viele Menschen glauben heute noch, dass Armstrong nur einen kleinen Schritt in einem Fernsehstudio machte und einen riesigen Bluff für die Menschheit produzierte. Das zeigt: Das Thema Fake-News gab es schon vor Jahrzehnten - und nicht nur in Trump-Zeiten. Was ist an den Verschwörungstheorien dran?

Flatternde Fahne ohne Wind?

"Aber die amerikanische Fahne weht auf den Bildern - das kann doch gar nicht sein!" Das ist wohl das häufigste Argument von Verschwörungstheoretikern, die behaupten, dass die Mondlandung ein großer Fake war.

Klar, ohne Atmosphäre hat man auf dem Mond kein Wind und ohne Wind flattert dort auch keine Fahne. Verschwörungstheoretiker glauben deshalb, dass die Amerikaner im Studio mit der Windmaschine ein bisschen nachgeholfen haben.

Dabei lässt sich die flatternde Fahne ganz einfach physikalisch erklären. Guckt man sich die Bilder ganz genau an, dann sieht man, dass die Flagge auch gar nicht weht, sondern sich nur bewegt, wenn die Astronauten sie berühren. Und natürlich bewegt sich eine Fahne, wenn man sie an einer Stange in den Boden rammt - auch auf dem Mond.

Die längeren Schwingungsbewegungen kommen ganz einfach daher, dass die Gravitation auf dem Mond sechsmal kleiner ist als auf der Erde. Außerdem: An der Fahne ist deutlich erkennbar eine Querstange befestigt, damit sie nicht lasch herunter hängt.

Sternenloser Weltallhimmel

Eine weiteres Verschwörungsargument: Am Himmel sind keine Sterne zu sehen. Als ob man vom Mond aus keinen Sternenhimmel sehen kann!

Auf den Fotos sind sie ganz einfach nicht zu erkennen, weil die Fotos mit kurzer Belichtungszeit und langer Blende aufgenommen wurden. Bei längeren Belichtungszeiten könne man natürlich auch die Sterne sehen - dafür wäre dann aber alles andere unscharf und überbelichtet.

Einen fantastischer Sternenhimmel sah die Besatzung der Apollo 11 bei der Mondlandung sowieso nicht: Es war dort gerade Tag und die Mondoberfläche leuchtete durch die Sonne so stark, dass das Sternenlicht dagegen sehr schwach aussah.

Schräge Schatten auf dem Mond

Drittes Argument: Die Schatten. Auf den Bildern der Mondlandung erkennt man schräg zueinander verlaufende Schatten - aber es gibt doch nur eine Sonne?

Auch dieses Argument lässt sich leicht entkräften. Erstens ist die Oberfläche des Mondes sehr uneben und verzerrt die Schatten, die Kamera kann solche dreidimensionalen Informationen schlecht verarbeiten.

Das Wissenschaftsmagazin "Spektrum" zeigt außerdem auf, dass hier auch sogenannte Projektionseffekte hineinspielen. Diese enstehen, wenn wir unsere dreidimensionale Welt auf zweidimensionalen Kameras festhalten. Ein gutes Beispiel für Projektionseffekte sind Fotos von Bahnschienen: Am Horizont scheinen sie zusammenzulaufen, dabei sind sie eigentlich immer parallel.

Kein kleiner Sprung im Hollywood-Studio

Selbst die Sowjets haben übrigens bestätigt, dass die Amerikaner tatsächlich auf dem Mond waren. Die Funkwellen, die die Apollo 11 sendete, konnte nämlich nur nur die NASA, sondern auch die Sowjetunion empfangen - und so einsehen, dass die Amerikaner das Wettrennen auf den Mond gewonnen haben.

Die Mondlandung vor 50 Jahren war also tatsächlich kein kleiner Schritt in einem amerikanischen Hollywood-Filmstudio. Sondern sie war, wie Neil Armstrong gesagt hat, ein großer Sprung für die Menschheit.