Deutschlands Anglerwelt begeistert

Sensationsfang in Hamburg: „Diesen Fisch gab es seit 100 Jahren nicht“

Ein nur 55 cm langer Fisch macht derzeit Deutschlands Anglerwelt verrückt und schreibt Geschichte. Erstmals seit einem Jahrhundert holen in Hamburg Angler eine Meerforelle aus dem Stadtfluss Alster.

  • Historischer Fischfang in der Hansestadt. 
  • Comeback der Meerforelle in der Alster.
  • Seit hundert Jahren wieder in Hamburg.

Hamburg – Was für ein sensationelles Fisch-Comeback eines Hamburger Ureinwohners aus der Nordsee ins Hinterland der Hansestadt: Zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert haben Angler in einem Laichgebiet in derAlster eine ausgewachsene Meerforelle (55 cm) gefischt.

Meerforelle in Hamburg gefangen: Über die Elbe in die Nordsee und retour

 „Die Meerforelle muss den Weg in die Nordsee und wieder zurückgeschafft haben“, erklärt Frank Schlichting vom Angelverein „Alster“. Er war es auch, der diesen Fisch Ende November gefangen hat. Angler Schlichting spricht sogar von einer Sensation, denn der Reproduktions-Zyklus sei „extrem komplex“.

Seit mittlerweile über einem Jahrzehnt setzt Schlichting kleine Meerforellen in der Alster und ihrenNebenbächen aus, die sich dann auf den langen, beschwerlichen Weg durch Schleusen und Treppen über die verschmutzte Elbe in die Nordsee machen – vorbei an vielen Fressfeinden. In der Nordsee bleiben die Meerforellen dann bis sie etwa drei Jahre alt und laichreif sind, machen sich dann auf den beschwerlichen Rückweg Richtung „Geburtsstätte“ Alster. Bisher nur theoretisch. Nun belegt der jüngste Fund in der Hamburger Alster den spektakulären Lebensweg der Meerforelle.

Besonders beeindruckt sei Angler Schlichting davon, dass der Fisch nicht nur Fischtreppen genommen hat, sondern vielmehr Schleusen ohne Hilfe übersprungen haben müsse.

Nur 0,1 % der Meerforellen kommen zurück in die Alster 

Wenn alles gut läuft, kehrt ein Prozent der Fische in ihr Heimatgewässer zurück. Fisch-Experte Schlichting geht jedoch davon aus, dass nur ganz wenige Fische, etwa 0,1 Prozent, den Weg zurück in die Alster finden, da der Aufstieg sehr beschwerlich sei. „Bei 25.000 besetzten Kleinforellen wären das 25 Fische. Die aber auf einer Flussstrecke von über 50 km nachzuweisen, gleicht der Suchen nach der Stecknadel im Heuhaufen“, beschreibt Fischer Schichtling. Umso mehr freue es sich über seinen jüngsten Fang, den der nach der gemeinsamen Fotoaufnahme wieder in die Freiheit entließ.

Einen anders gelagerten aber ähnlich spektakulären Fischfang gab dieses Jahr auch in Bayern am Ammersee, als ein Angler mit einem Riesenfisch eine Stunde lang kämpfte, wie merkur.de* berichete.

Wer nicht genug von der Meerforelle bekommt und diesen einzigartigen Fisch in der Nordsee in größerer Stückzahl antreffen will, hat dazu auf der dänischen Insel Bornholm die Möglichkeit: Ruhe, Einsamkeit und Meerforellen (merkur.de*).

* merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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