Hambacher Forst: Verletzte Aktivistin identifiziert und mehrere Polizisten angegriffen

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In Castrop-Rauxel hat ein Mann eine alte Eiche besetzt. Symbolbild: Oliver Berg / dpa

Beim Kampf um den Hambacher Forst ist noch kein Ende absehbar. Das hat nun auch Auswirkungen auf die Polizei NRW. Eine verletzte Demonstrantin heizt den Debatte zusätzlich an.

Beim Kampf um den Hambacher Forst, der im Sommer 2019 auch von Greta Thunberg besucht wurde, ist noch kein Ende absehbar. Das hat nun auch Auswirkungen auf die Polizei NRW. Eine verletzte Demonstrantin heizt die Debatte zusätzlich an.

Update (28. September, 09:46 Uhr): Im Hambacher Forst wurden 14 Einsatzkräfte verletzt. Das berichtet der WDR. Eine ätzende Flüssigkeit rieselte auf sie herab, weshalb sie über Brechreiz, Atemwegs- und Augenreizungen klagten. Ein Kran soll den Behälter mit seinem Greifarm den Behälter beschädigt haben, sodass die Flüssigkeit auf die Einsatzkräfte herab tropfte.

Zudem soll die Identität der verletzten Aktivistin geklärt sein, die am Donnerstag (27. September) mehrere Meter in die Tiefer stürzte. Es soll sich um die 24-jährige Tochter des Musikproduzenten Leslie Mandoki handeln.

Urlaubssperre für Einsatzkräfte

An Urlaub ist für die Polizisten aus NRW momentan nicht zu denken. Das liegt laut Kölner Stadtanzeiger am Streit um den Hambacher Forst. Die NRW-Polizeichefin Daniela Lesmeiser argumentiert mit der "finalen Widerstands- und Kampfstimmung" der Aktivisten im Hambacher Forst. Einer von ihnen besetzt derzeit eine alte Eiche in Castrop-Rauxel. Noch mindestens bis Anfang Januar sollen die Beamten nur noch unter strengen Maßnahmen und in Ausnahmefällen eine Erlaubnis für Urlaub bekommen.

Auch Fortbildungen der Bereitschaftspolizei fallen bis zum Jahreswechsel aus, denn laut Erlass habe die Anwesenheit im Rodungsgebiet eine höhere Priorität. Zudem sollen Schwerpunktaktionen gegen Einbrecher und Raser pausieren.

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Hambacher Forst: Tote und Verletzte

Nachdem bereits ein Journalist im Hambacher Forst ums Leben kam, räumte die Polizei gemeinsam mit Rodungsgegnern die Gedenkstätte. Mit Blumen, Kerzen und Erinnerungsfotos hatten viele Leute an den 27-Jährigen erinnert. Der Journalist stürzte im Hambacher Forst von einer Hängebrücke.

Wie jetzt bekannt wurde, stürzte auch eine Demonstrantin sechs Meter in die Tiefe und verletzte sich.

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Auch die Stadt Dortmund ist beteiligt

Die Stadt Dortmund hängt im Streit mit drin, denn sie hat die größten Anteile am Energiekonzern RWE. Das Unternehmen hatte die Räumung veranlasst, weil dort ab Mitte Oktober Braunkohle gefördert werden soll. Daraufhin hatten viele Aktivisten den Hambacher Forst besetzt, um die Abholzung zu verhindern.

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Warum gibt es Streit um den Hambacher Forst?

Der Hambacher Forst liegt in der Nähe von Köln und ist ein uraltes Ökosystem. Es ist der letzte verbliebene Mischwald in Europa. Seit sechs Jahren besetzen Umwelt-Aktivisten den Wald, um eine Abholzung zu verhindern, doch seit Mitte September räumt RWE die Baumhäuser der Bewohner. Bereits 50 von 70 Baumhäuser räumte die Polizei schon.

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Der Konzern RWE möchte den Wald abholzen, um an die Braunkohle zu gelangen, die unter dem Wald liegt. Das verstehen viele Leute nicht, denn die Kohlekommission will bis Ende des Jahres einen Plan zum Kohleausstieg festlegen.