Halle nach Attentat unter Schock: Waffen mit 3D-Drucker gebastelt - Innenminister Seehofer gibt Pressekonferenz

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Die Bürger der Stadt Halle zeigen ihre Anteilnahme vor der Synagoge. Foto: Hendrik Schmidt /dpa

Halle (Sachsen-Anhalt) steht nach dem Attentat unter Schock. Die Waffen wurden offenbar mit einem 3D-Drucker selbst gebastelt. Hier die Infos.

In Halle (Sachsen-Anhalt) hat am Mittwoch (9. Oktober) ein offenbar rechtsextremer Attentäter vor einer Synagoge zwei Menschen erschossen. Die stabile Tür des Gebäudes verhinderte offenbar ein größeres Blutbad.

  • Die neuesten Erkenntnisse vom Donnerstag (10. Oktober) findet ihr hier.
  • In Halle/Saale sind Mittwoch (9. Oktober) nach Schüssen vor einer Synagoge zwei Menschen getötet worden.
  • Heute Mittag wird Innenminister Horst Seehofer (CSU) über den Stand der Ermittlungen berichten.

Tür der Synagoge verhinderte womöglich ein Blutbad

Update, Donnerstag (10. Oktober), 7.30 Uhr: Immer mehr Einzelheiten des Attentats werden bekannt. Der bewaffnete Täter hatte es demnach offenbar auf die Gläubigen in der Synagoge abgesehen. Doch die Tür des Gebäudes hielt seinem Angriff stand.

Von innen hätten die rund 70 bis 80 Menschen die Eingänge mit Mobiliar verbarrikadiert, wie Süddeutsche.de berichtet. So verhinderten sie ein möglicherweise noch größeres Blutbad in dem Gebäude.

Anschließend habe der Angreifer eine Passantin auf der Straße und den Kunden eines Dönerladens erschossen.

Stadt nach Attentat unter Schock - Angela Merkel für Anteilnahme vor Ort

Update, Donnerstag (10. Oktober), 6.30 Uhr: Die schreckliche Tat in Halle hat am Mittwochabend für viel Solidarität gegenüber der jüdischen Gemeinde gesorgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreiche weitere Politiker kamen zu einer Solidaritätskundgebung vor der Synagoge.

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, sagte, die antisemitische Tat sei ein "Angriff auf die gesamte Gesellschaft". Auch Horst Seehofer beschrieb die Tat in einer Pressekonferenz als "Schande".

Derweil hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Dieser ermittelt dann, wenn von einer staatsgefährdenden Tat ausgegangen wird. Dazu zählen etwa politisch motivierte Delikte und terroristische Gewalttaten.

Täter soll Angriff vor Synagoge gefilmt haben

Update, Mittwoch (9. Oktober), 20.25 Uhr: Der 27-jährige mutmaßliche Täter aus Halle soll seine grausame Tat selbst gefilmt und live im Internet gestreamt haben. Das berichtet die Bild.

Der Livestream soll unter anderem die Ankunft des Attentäters vor der Synagoge zeigen und wie er Sprengsätze an dem Gebäude angebracht hat. Das Video soll auch die beiden Morde an einer Frau und einen Mann zeigen.

Großes Entsetzen über Anschlag in Halle

Update, Mittwoch (9. Oktober), 20.10 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen vor einer Synagoge in Halle herrscht großes Entsetzen. Zahlreiche Politiker haben sich mittlerweile zu dem Attentat geäußert. Die Tat sei "ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben im Land", zitiert der Bayerische Rundfunk Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (65, CDU).

Regierungssprecher Steffen Seibert (59) sprach in Berlin außerdem von "schrecklichen Nachrichten" aus Halle. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (63) hat unterdessen zu Solidarität mit den jüdischen Menschen in Deutschland aufgerufen. In Halle sei passiert, was in Deutschland unvorstellbar schien.

Die Polizei weist derweil darauf hin, dass im Internet verschiedene Bilder und Videos kursieren. Diese solle man bitte nicht verbreiten, sondern an das Hinweisportal der Polizei weiterleiten.

Attentat in Halle: Behörden gehen von Einzeltäter aus

Update, Mittwoch (9. Oktober), 19 Uhr: Nach den Schüssen in Halle gehen die Behörden mittlerweile von einem Einzeltäter aus. Das berichtet der Spiegel. Dort heißt es weiter, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den 27-jährigen Stephan B. aus Sachsen-Anhalt handelt.

Demnach liegt den Ermittlern ein Video vor, dass der Angreifer offenbar mit einer Helmkamera aufgenommen hat. Aus dem Video würden sich klare Hinweise auf eine antisemitische und rechtsextreme Tat ergeben.

Die Polizei in Halle hat sich unterdessen erneut an die Bevölkerung gewandt. Die Gefährdungslage werde nicht mehr als akut eingestuft, heißt es auf Twitter. "Wir sind weiter mit starken Kräften im Bereich. Sie können wieder auf die Straße, die Warnungen sind aufgehoben."

Halle: Täter wollte in Synagoge eindringen

Update, Mittwoch (9. Oktober), 17:55 Uhr: Wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr, legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Tür der Synagoge ab. Der Täter habe versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Das bestätigt den Verdacht von Max Privorozki, dem Vorsitzenden der dortigen jüdischen Gemeinde (siehe unten).

Wiedersdorf nahe Halle abgeriegelt

Update, Mittwoch (9. Oktober), 17:43 Uhr: Der Bild zufolge spielt sich derzeit ein Polizeieinsatz im Ort Wiedersdorf östlich von Halle ab. Einsatzkräfte mit Maschinengewehren hätten das Dorf abgeriegelt.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 17:25 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres bewertet den Vorfall als „eine weitere tragische Demonstration von Antisemitismus“, teilte ein UN-Sprecher am Mittwoch mit. Den Familien der Opfer, der deutschen Regierung und den Menschen in Deutschland sprach Guterres sein „tiefstes Beileid“ aus.

Halle: Einer der Täter schwer verletzt

Update, Mittwoch (9. Oktober), 17:15 Uhr: Wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, sei einer der beiden Täter schwer verletzt worden und werde gerade operiert.

Halle: Im nahe gelegenen Landsberg rückt mehr Polizei an

Update, Mittwoch (9. Oktober), 17:02 Uhr: Das etwa 15 Kilometer entfernte Landsberg (Saalekreis) rückt derzeit in den Fokus der Polizei. Zuvor waren auch in der Ortschaft Schüsse gefallen, wie die Polizei Halle bestätigte. Zu den näheren Umständen des Vorfalls in dem Ort östlich von Halle wollte sie zunächst nichts sagen.

Mehrere Mannschaftswagen der Polizei seien vor Ort. Auch zwei Krankenwagen waren zu sehen. Am Mittwochnachmittag gegen 16.00 Uhr landetet auf einem Feld bei Wiedersdorf nach Angaben eines dpa-Reporters zudem ein Hubschrauber der Bundespolizei.

Angriff richtete sich gegen die Synagoge

Update, Mittwoch (9. Oktober), 16:43 Uhr: Der Vorfall in Halle richtete sich laut dem Vorsitzenden der dortigen Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, direkt gegen die Synagoge. "Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", so am Mittwoch der Stuttgarter Zeitung.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 16:26 Uhr: Wie die Bild berichtet, soll einer der Täter einen Frontalunfall auf der B91 zwischen Deuben und Werschen gehabt haben. Das SEK sei vor Ort, es werde vermutet, dass der Verdächtige eine Waffe im Kofferraum habe.

Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung

Update, Mittwoch (9. Oktober), 16:07 Uhr: Die Polizei Halle / Saale bittet derweil weiterhin darum, Ruhe zu bewahren. "Es gab Gerüchte über eine Geiselnahme im Edeka in der Südtstadt. Dies können wir nicht bestätigen", berichtet die Polizei auf ihrem offiziellem Twitteraccount.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 16:02 Uhr: Die Bundesanwaltschaft ermittelt derweil wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, wie ein Sprecher gegenüber der dpa am Mittwoch erklärte.

Halle: Menschen sollen zur Sicherheit in Gebäuden bleiben

Update, Mittwoch (9. Oktober), 15:57 Uhr: Menschen im gesamten Stadtgebiet Halle/Saale sollen zur Sicherheit in Gebäuden bleiben. Zwei Verletzte sind mittlerweile in das Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz gebracht worden.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 15:52 Uhr: Wie Focus Online berichtet, wurde für alle Polizisten des Landes Berlin sowie für alle Bereitschaftspolizisten eine KLE-Lage ausgerufen. Damit ist eine „Komplexe lebensbedrohliche Einsatzlage (KLE)“ gemeint. Alle verfügbaren Beamten müssen sich demnach in ihren Dienststellen oder Kasernen aufhalten.

Schüsse in Landsberg bei Halle: zwei weitere Verletzte

Update, Mittwoch (9. Oktober), 15.25 Uhr: Nach Informationen der Bild wurden durch Schüsse im nur rund 15 Kilometer von Halle entfernten Landsberg zwei Personen verletzt. Ob die beiden Taten zusammenhängen, ist unklar.

Ein Taxifahrer wehrte sich demnach gegen die Angreifer und wurde verletzt, ebenfalls eine Frau. Beide soll man ins Krankenhaus gebracht haben. Die Angaben sind jedoch bislang nicht von der Polizei bestätigt worden.

Halle: Stadt spricht derzeit von einer Amoklage

Update, Mittwoch (9. Oktober), 14:46 Uhr: Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorotziki, sagte gegenüber dem Spiegel, dass die zwei Täter versucht hätten, in die Synagoge einzudringen. Dort seien derzeit 70-80 Menschen. Der Angriff fand am höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungstag oder auch Jom Kippur, statt.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 14:30 Uhr: Die Stadt Halle/Saale spricht derzeit von einer Amoklage und teilt mit: "Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen." Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Tote aus Halle nahe Döner-Imbiss

Update, Mittwoch (9. Oktober), 14.08 Uhr: Bei der toten Frau handelt es sich offenbar um die Kundin eines Döner-Imbiss. Die Schüsse galten laut Focus online allerdings dem Ladenbesitzer.

Der befand sich zum Zeitpunkt der Tat jedoch nicht in seinem Laden. Der Imbiss befindet sich nur rund 600 Meter von der Synagoge entfernt.

Weitere Schüsse nicht weit von Halle entfernt

Update, Mittwoch (9. Oktober), 13.57 Uhr: Focus online berichtet von weiteren Schüssen in Landsberg, rund 15 Kilometer östlich von Halle.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 13.50 Uhr: Die Polizei twittert einen ersten Erfolg: Ein Täter sei festgenommen.

Mehrere Täter auf der Flucht, einer bereits festgenommen

Update, Mittwoch (9. Oktober), 13.47 Uhr: Inzwischen scheint klar zu sein, dass es sich um mehrere Täter handelt. Die bewaffneten Täter sind mit einem Auto auf der Flucht.

Update, Mittwoch (9. Oktober), 13.37 Uhr: Wie die MZ berichtet, wurden alle verfügbaren Polizeieinheiten in Sachsen-Anhalt nach Halle versetzt. Die Behörden gehen von einer "besonderen Lage" aus. Unklar ist, ob es sich dabei um einen Terroranschlag oder einen Amoklauf handeln könnte. Auch der Bahnhof von Halle ist gesperrt.

Schüsse vor einer Synagoge in Halle

Erstmeldung, Mittwoch (9. Oktober), 13.23 Uhr: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge, sollen in der Nähe einer Synagoge in Halle mehrere Schüsse gefallen sein. Zwei Personen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Außerdem soll eine Handgranate auf den Jüdischen Friedhof geworfen worden sein.

Die Polizei bestätigte via Twitter: "Wir haben einen Einsatz in #Halle. Nach ersten Erkenntnissen wurden Personen getötet. Wir fahnden mit Hochdruck. Täter flüchtig. Bleiben sie in ihren Wohnungen oder suchen Sie sichere Orte auf."

Die Schüsse fielen im Paulusviertel in Halle. Die Taten fallen auf den höchsten jüdischen Feiertag: Jom Kippur (Hebräisch für "Tag der Sühne"; im Deutschen meist als Versöhnungstag oder Versöhnungsfest übersetzt).