Halle: Attentäter gesteht - rechtsextremes Motiv bestätigt! Zwei Tote nach Anschlag

+
Nach Angriff in Halle/Saale gesteht Täter rechtsextreme Tat

Nach dem Attentat in Halle soll der 27-jährige mutmaßliche Täter noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm wird unter anderem Mord vorgeworfen.

Nach dem Attentat in Halle soll der 27-jährige mutmaßliche Täter noch heute (10. Oktober) dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm wird unter anderem Mord vorgeworfen. Zwei Menschen waren von ihm erschossen worden

  • In Halle ereignete sich am Mittwoch (9. Oktober) zu einem schrecklichen Attentat, bei dem zwei Menschen ums leben kamen.
  • Die Opfer wurden identifiziert.
  • Dem Täter wird zweifacher Mord und versuchter Mord in neun Fällen vorgeworfen.

Halle: Innenminister Seehofer äußert sich, gibt AfD die Mitschuld

Update, Freitag (11. Oktober), 10.34 Uhr: Der Schütze von Halle hat seine Tat gestanden. Der 27-Jährige bestätigte auch, ein rechtsextremistisches und antisemitisches Motiv gehabt zu haben. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, habe Stephan B. vor dem Ermittlungsrichter eine umfangreiche Aussage gemacht.

Update, Donnerstag (10. Oktober), 16.27 Uhr: In einer Pressekonferenz in Halle verkündete Innenminister Horst Seehofer den aktuellen Stand der Ermittlungen und die politische Einordnung der Geschehnisse. "Dieses Verbrechen gestern ist eine Schande für unser ganzes Land", so Seehofer.

Wie weitere Politiker sieht er eine Mitschuld und "geistige Brandstiftung" bei Parteien wie der AfD. Er sei außerdem "verwundert" darüber, dass die NPD zu Anfang dieses Jahres nicht verboten wurde.

Attentäter hatte vier Kilo Sprengstoff im Auto

Update, Donnerstag (10. Oktober), 15.30 Uhr: In einer Pressekonferenz in Karlsruhe hat Generalbundesanwalt Peter Frank (51) klare Worte zu dem Anschlag in Halle gefunden. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror." Der Täter habe sich das Ziel gesetzt, in der Synagoge ein Massaker anzurichten, wird er von der Süddeutschen Zeitung zitiert.

Insgesamt vier Kilogramm Sprengstoff in mehreren Sprengvorrichtungen seien im Auto des 27-jährigen Täters sichergestellt worden. Ihm werde zweifacher Mord und versuchter Mord in neun Fällen vorgeworfen. Er soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Anschlag in Halle: Opfer identifiziert

Update, Donnerstag (10. Oktober), 13:37 Uhr Die erschossenen Opfer wurden offenbar identifiziert. Es handelt sich um eine 40 Jahre alte Frau aus Halle sowie einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg, wie die dpa berichtet.

Die Frau war am Mittwochmittag von dem schwer bewaffneten Täter vor der Synagoge erschossen worden, der Mann wenig später in einem nahen Dönerladen.

Bundesanwaltschaft will Haftbefehl beantragen

Update, Donnerstag (10. Oktober), 12:46 Uhr Die Bundesanwaltschaft wird heute beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den deutschen Staatsangehörigen Stephan B. stellen.

Attentäter leugnet den Holocaust

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gibt es zwei "Manifeste" des Täters, die für echt gehalten werden: In einem Video leugnet der Täter Stephan B. den Holocaust und beschreibt Feminismus als den Niedergang des Westens. Er nennt sich darin selbst "Anon".

In einem weiteren "Manifest" wird deutlich, dass seine Waffen allesamt selbst gebastelt sind, offenbar mithilfe eines 3D-Druckers. Es wird vermutet, dass der Sprengsatz vor der Tür des Synagoge deshalb nicht funktioniert hat.

Halle: Jüdische Gemeinde wünscht sich Polizeischutz

Update: Donnerstag (10. Oktober), 11:14 Uhr: Wie ntv berichtet beklagt der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, den fehlenden Polizeischutz rund um die Synagoge. "Bei uns gibt es nie Polizeikontrollen", so Privorzki.

Auch nicht bei der Chanukka-Feier, dem Jüdischen Lichterfest, mit mehreren Hundert Menschen gebe es Polizei, "obwohl ich bitte, dass sie kommen". Anders als beispielsweise in Berlin und München sei die Polizei nicht vor der Synagoge präsent.

In Dortmund wurde die - ohnehin vorhandene - Polizeipräsenz rund um die jüdische Gemeinde jetzt weiter verstärkt.

Nach Attentat in Halle: Bürgermeister von Recklinghausen äußert sich

Update: Donnerstag (10. Oktober), 10:27 Uhr: Auch in Recklinghausen löst die schreckliche Tat Fassungslosigkeit aus. Noch am Mittwochabend (9. Oktober) verfasste Bürgermeister Christoph Tesche einen Brief an den Vorsitzenden der dortigen jüdischen Gemeinde, Dr. Mark Gutkin.

Darin heißt es: „Es ist unerträglich, dass Antisemitismus, Rassismus und Hass in unserem Land wieder um sich greifen. Ganz Recklinghausen steht für eine offene Demokratie und freie Gesellschaft. Diese werden wir uns nicht nehmen lassen.“

Video zeigt neue Details zur Tat in Halle

Update, Donnerstag (10. Oktober), 9.14 Uhr: Etwa 2.200 Menschen sollen über eine Online-Plattform das Bekennervideo des Attentäters live gesehen haben. Das teilt das Unternehmen auf Twitter mit.

Nach 30 Minuten soll das Video dann gelöscht worden sein. Außerdem schreibt die Plattform, dass der Täter seinen Account dort zwei Monate vor der Tat erstellt habe und während der Zeit nur einmal einen Stream veröffentlicht habe.

In dem Video sollen die etwa 2.200 Zuschauer mitbekommen haben, wie jemand in einem Döner-Imbiss mehrmals auf einen Mann schießt. Das Opfer soll dabei hinter einem Kühlschrank liegen. Allerdings gibt es bislang noch keine offizielle Bestätigung von der Video-Plattform, dass es sich bei dem Täter in dem Video wirklich um den Attentäter von Halle handelt.

Nach Attentat: Innenminister Seehofer besucht Halle

Update, Donnerstag (10. Oktober), 8.30 Uhr: Innenminister Horst Seehofer (CSU) wird am Mittag in Halle eintreffen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Holger Stahlknecht (CDU) und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, wird er über den Stand der Ermittlungen informieren.

Zuvor hatte Seehofer bereits gesagt, die Tat in Halle habe einen rechtsextremistischen und antisemitischen Hintergrund.