Ehemaliger Gletscher auf Island bekommt Mahnmal - das ist der traurige Grund

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Der ehemalige Gletscher Okjökull hat seinen Status als Gletscher verloren und bekommt nun ein Mahnmal für zukünftige Generatione. Hier alle Infos.

Forscher der Rice University in Houston, Texas, USA, haben auf dem ehemaligen Gletscher Okjökull auf Island eine Gedenktafel aufgestellt. Es handelt sich um ein Mahnmal für die Menschen und soll zum Kampf gegen den Klimawandel aufrufen.

  • Okjökull aus Island verliert den Status eines Gletschers.
  • Allen isländischen Gletschern droht dasselbe Schicksal in den nächsten 200 Jahren.
  • Mahnmal von Forschern der Rice Universtity, Houston, soll zukünftige Generationen warnen.

Der Klimawandel beschäftigt die Menschen. Nicht nur im Ruhrgebiet, wo mehrere Städte den Klimanotstand ausgerufen haben. Auch oder gerade im fernen Island, wo die Folgen direkt an der Landschaft abzusehen sind.

Mahnmal auf dem Gletscher soll beweisen, dass die Menschheit vom Klimawandel gewusst hat

Cymene Howe und Dominic Boyer, Antropologen der Rice University in Houston, haben zusammen mit isländischen Forscherkollegen ein Mahnmal auf dem Gletscher Oköjull auf dem Vulkan Ok aufgestellt. Es soll im August 2019 eingeweiht werden.

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Auf der kleinen Tafel auf dem ehemaligen Gleschter steht: "Ein Brief an die Zukunft - Oköjull ist der erste isländische Gletscher, der seinen Status als solcher verliert. In den nächsten 200 Jahren werden alle Gletscher dasselbe Schicksal widerfahren.

Dieses Mahnmal soll beweisen, dass wir gewusst haben, was passiert und was wir hätten tun müssen. Nur ihr werdet wissen, ob wir es getan haben."

Cymene Howe und Dominic Boyer haben den Dokumentarfilm "Not Ok" über den Gletscher gedreht. Der Film feierte im Jahr 2018 Premiere.

Forscher haben Dokumentarfilm über den Gletscher auf Island gedreht

Schon im Jahr 2014 hatte der Gletscher Okjökull seinen Status als solchen verloren. Es sei zu wenig Eis übrig gewesen, um noch fließen zu können. Denn das sei das wichtigste Kriterium für einen Status als Gletscher.

Boyer äußerte sich in einer Mitteilung der Rice University über das Mahnmal: "Okjökull war der erste isländische Gletscher, der aufgrund unseres Verhaltens geschmolzen ist. Alle werden sein Schicksal teilen. Es sei denn, wir handeln jetzt und reduzieren radikal unsere Treibhausgasemissionen."

Seine Kollegin Howe zitiert einen isländischen Forscherkollegen, der die perfekten Worte über das Mahnmal auf den Gletscher verloren hat: "Mahnmale und Gedenktafeln sind nicht für die Toten. Sie sind für die Lebenden."

"Mahnmale sind nicht für die Toten"

Howe fügt hinzu: "Mit dieser Aktion wollen wir unterstreichen, dass es auf uns ankommt, auf die Lebenden. Wir müssen Antworten finden auf den Verlust von Gletschern und auf den Einfluss des Klimawandels."

Der Klimawandel beschäftigt nicht nur Forscher, die sich mit Gletschern und geschmolzenen Eis beschäftigten. Vom 31. Juli bis zum 4. August muss sich die Stadt Dortmund auf einen Ansturm zahlreicher Klimaaktivisten von Fridays for Future einstellen.

Auch jeder Einzelne kann etwas dafür tun, um das Klima zu retten. RUHR24 hat sechs einfache Tipps gesammelt, um Klimaschutz direkt vor der Haustür umzusetzen.