Lebensmittel-Horror: Deutschland mit Gammelfleisch aus Österreich beliefert

Gammelfleisch aus Österreich gelangte nach Deutschland. Symbolfoto: dpa
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Gammelfleisch aus Österreich gelangte nach Deutschland. Symbolfoto: dpa

Ein Schlachthof aus Österreich hat offenbar Gammelfleisch an Deutschland und mehrere andere EU-Länder geliefert. Hier die Infos.

Aktuellen Erkenntnissen zufolge könnte genussuntaugliches Fleisch in Umlauf geraten. Es stammt aus Österreich und wurde auch nach Deutschland geliefert.

  • Ein österreichischer Schlachthof hat Gammelfleisch in Umlauf gebracht.
  • Die genussuntauglichen Lebensmittel gelangten auch nach Deutschland.
  • Jetzt wird geprüft, wo das Fleisch überall sein könnte.

Wie das Verbraucherschutz-Portal "produktwarnung.eu" am Samstag (26. Oktober) mitteilt, könnte genussuntaugliches Fleisch in Umlauf geraten sein. Das lassen entsprechende Erhebungen vom 22. Oktober in einem österreichischen Schlachthof vermuten.

Das Gammelfleisch war eigentlich für die Tierkörperverwertung gedacht, schaffte es aber aus bislang unbekannten Gründen in die Lebensmittelkette. Es wurde offenbar auch nach Deutschland geliefert. Der betroffene Schlachthof muss das betroffene Fleisch nun zurückholen - insofern dies noch möglich ist.

Gammelfleisch aus Österreich gelangte an 30 Empfänger

Einem Bericht des österreichischen Kurier zufolge, ist von dem Rückruf Fleisch betroffen, das bereits im September produziert wurde. In dem Artikel heißt es, dass es sich nach Aussage des Leiters der Landesveterinärdirektion um etwa 7000 bis 8000 geschlachtete Schweine handelt.

Ersten Ermittlungen zufolge handelt es sich um etwa 600 Tonnen Fleisch, die an rund 40 Empfänger in Österreich und ins Ausland gingen.

Das Fleisch wurde in Österreich in mehrere Bundesländer geliefert (Steiermark, Niederösterreich, Wien, Salzburg, Kärnten). Die Veterinär- und Lebensmittelbehörden der Länder überprüfen derzeit die genauen Vertriebswege. Im Fokus der Ermittlungen steht insbesondere bereits zerlegtes Fleisch.

Gammelfleisch ging auch nach Deutschland

Die aktuellen Kontrollen der Vertriebswege umfassen Großabnehmer und verarbeitende Betriebe. Genussuntaugliches Fleisch wird sofort aus dem Verkehr gezogen.

Das Gammelfleisch des betroffenen Schlachthofs in Österreich wurde an mehrere europäische Länder geliefert. Darunter:

  • Deutschland
  • Bosnien
  • Slowenien
  • Kroatien
  • Italien
  • Slowakei

Das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) informierte die oben genannten Länder.

Was bedeutet genussuntaugliches Fleisch?

Normalerweise kontrollieren die Veterinärbehörden jeden Schlachtvorgang. So untersuchen sie nicht nur die Tiere vor der Schlachtung, sondern auch das Fleisch nach der Schlachtung. Entspricht das Fleisch den veterinär- und lebensmittelrechtlichen Erfordernissen, bekommt es den Genusstauglichkeits-Stempel“.

Kranke Tiere dürfen selbstverständlich nicht geschlachtet werden. Zeigt sich nach der Schlachtung, dass das geschlachtete Tier nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht, muss es ausgesondert, separat gelagert, als genussuntauglich gekennzeichnet werden und darf der Lebensmittelkette nicht zugeführt werden.

In dem Fall in Österreich ist bei diesen Kontrollvorgängen offenbar etwas falsch gelaufen. Sonst hätte das Gammelfleisch erst gar nicht in Umlauf gebracht werden können.

In Deutschland kam in den vergangenen Wochen immer wieder zu Rückrufen bei tierischen Lebensmitteln. Zuletzt war diese wurst von Aldi betroffen - allerdings nicht, weil es sich dabei um Gammelfleisch handelte.