Fahren lernen im Automatik-Wagen: Verkehrsminister Scheuer will Änderung beim Führerschein

Führerschein: Lernen bald mehr junge Menschen mit einem Automatik-Getriebe fahren? Foto: Marcus Führer dpa/lnw
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Führerschein: Lernen bald mehr junge Menschen mit einem Automatik-Getriebe fahren? Foto: Marcus Führer dpa/lnw

Wer fahren lernt, macht seine Prüfung meist mit Schaltgetriebe. Doch das könnte sich bald ändern, denn der Verkehrsminister hat Pläne für den Führerschein.

Wer mit einem Schaltgetriebe klar kommt, kann auch ein Automatik-Auto fahren. Ganz klar, ganz logisch. Deshalb sind auch fast alle Autos in Fahrschulen mit Schaltgetrieben ausgestattet. Doch wenn es nach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht, könnte sich das bald ändern. Er hat neue Pläne für den Führerschein.

  • Der Verkehrsminister will Automatik-Autos für Fahrschulen attraktiver machen.
  • Dazu strebt er eine Änderung beim Führerschein an.
  • So will Scheuer die Verkehrswende vorantreiben.

Die bisherige Regelung ist klar: Wer seine Fahrprüfung auf einem Auto mit Schaltgetriebe absolviert, darf mit seinem Führerschein sowohl Schalt- als auch Automatik-Wagen fahren. Wer den Test dagegen in einem Automatik-Auto besteht, braucht eine zusätzliche Prüfung, um auch Fahrzeuge mit manueller Schaltung fahren zu dürfen.

Führerschein: Fahren lernen im Automatik-Auto

Doch das könnte sich bald ändern: Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll nach Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Zukunft ein zusätzliches Schalt-Training ausreichen, um mit einem Automatik-Führerschein auch Autos mit Schaltgetriebe fahren zu dürfen.

So will Scheuer den Automatik-Führerschein attraktiver machen - auch, damit mehr E-Autos in Fahrschulen genutzt werden. Dazu laufen laut dpa derzeit "Vorabstimmungen" auf Arbeitsebene zwischen dem Verkehrsministerium und der EU-Kommission, wie das Ministerium mitteilt. Erst vor kurzem hatte Scheuer Pläne vorgestellt, wonach in Zukunft der normale Führerschein zum Motorradfahren reichen soll.

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Wenig begeistert von den Plänen ist derweil der TÜV-Verband. "Im Gegensatz zu Ländern wie den USA ist der Schaltwagen in Deutschland immer noch der Normalfall - gerade bei Fahranfängern", sagte der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler, der Deutschen Presse-Agentur. "Sind diese ohne ausreichende Fahrpraxis mit einem Auto mit Schaltung und Kupplung unterwegs, wird es gefährlich."

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"Fahranfänger müssen nachweisen, dass sie ihr Fahrzeug sicher beherrschen"

Den Vorstoß Scheuers lehnt Bühler deshalb ab. "Mit diesem Vorschlag würde man der Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen einen Bärendienst erweisen. Mit zunehmender Verkehrsdichte, neuen Fahrzeugen wie E-Scootern und zusätzlicher Technik in den Fahrzeugen nehmen die Anforderungen an die Fahrer zu. Deswegen müssen Fahranfänger im Interesse aller Verkehrsteilnehmer nachweisen, dass sie ihr Fahrzeug sicher beherrschen."

Fahrlehrer-Verbände hingegen begrüßen den Vorstoß des Verkehrsministeriums. So spricht der Chef der sächsischen Fahrlehrer laut MDR von einem guten Weg - zumal Fahrschulen schon jetzt verpflichtet seien, ihre Schüler in Sachen Elektromobilität und Fahrerassistenzsystemen von Automatik-Autos zu schulen. Mit dpa-Material