Fridays for Future: Handelsverband warnt Arbeitnehmer vor Streiks - Kündigung droht!

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Fridays for Future. Foto: dpa

Arbeitnehmer sollen am zweiten globalen Streik am 20. September teilnehmen. Der Handelsveband NRW rät von einer unüberlegten Teilnahme ab.

Für den zweiten globalen Klima-Streik am 20. September fordern die jugendlichen Aktivisten von Fridays for Future erstmals auch Arbeitnehmer dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Der Handelsverband NRW sieht das kritisch und warnt vor den Konsequenzen.

  • Am 20. September findet ein globaler Streik von Fridays for Future statt.
  • Erstmals sollen auch Arbeitnehmer mitmachen.
  • Der Handelsverband rät, sich erst mal mit dem Arbeitsrechten auseinander zu setzen.

In rund anderthalb Monaten findet am 20. September der zweite globale Klima-Streik von Fridays for Future statt. Erstmals sollen dort auch Arbeitnehmer streiken. „Wir dürfen die jungen Menschen in ihrem Kampf für eine Zukunft nicht alleine lassen. Das Klima geht uns alle etwas an, Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel“, sagt Marc Schmitt-Weigand, Gründer von Parents for Future.

Doch wie sieht es mit den rechtlichen Konsequenzen für Arbeitnehmer aus, wenn diese einfach nicht auf der Arbeit erscheinen, sondern stattdessen lieber streiken gehen? Der Handelsverband NRW findet dafür klare Worte - und eine Warnung.

Ist Fridays for Future mit Arbeitnehmern rechtlich okay?

"Klimaschutz ist gut und in jedem Fall unterstützenswert. Trotzdem darf der für den 20. September 2019 angekündigte weltweite Protesttag für eine bessere Klima-Politik weder dazu zu führen, dass Beschäftigte eigenmächtig der Arbeit fernbleiben, noch dazu, dass Arbeitgeber und Unternehmen, die auf Vertragserfüllung bestehen, als Verhinderer dargestellt werden", heißt es vom Handelsverband NRW zu der Idee von Fridays for Future.

Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland, hält die Idee eines weltweiten Protesttages zwar für "grundsätzlich gut und richtig", allerdings sollte jeder Streik mit "seinen arbeitsrechtlichen Pflichten in Einklang gebracht werden". Das bedeutet, dass allgemeine Rechtsregeln beachtet werden sollten.

"Wer zur Arbeit verpflichtet ist, darf nicht einfach eigenmächtig der Arbeit fernbleiben; das kann zur Abmahnung oder Kündigung führen. Deshalb sollte jeder Protestwillige frühzeitig mit seinem Arbeitgeber reden und nach einer einvernehmlichen Regelung suchen. Zeit bis zum 20. Septemer ist noch genug“, meint Thomas Schäfer.

Verlängerte Mittagspause oder "auf Sparflamme" arbeiten

Um es Arbeitnehmern sowie Arbeitgebern zu erleichtern, haben Aktivisten von Fridays for Future, die am 23. August eine besondere Aktion in Dortmund starten, vorgeschlagen, am 20. September entweder eine verlängerte Mittagspause einzurichten oder den Betrieb "auf Sparflamme" laufen zu lassen. Außerdem schlugen die Organisatoren vor, dass die inhabergeführten Geschäfte in der Innenstadt zeitweise schließen könnten.

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Insbesondere den letzten Punkt kritisiert Thomas Schäfer und findet äußert klare Worte für den Vorschlag: " Was ist dem Klima damit geholfen, wenn nur inhabergeführte Betriebe und nur diejenigen in der Innenstadt schließen – nichts. Zudem stehen Klimaschutz und Energieeffizienz bei den meisten Einzelhändlern - nicht nur in der City - im besonderen Fokus, beispielhaft sei nur auf die Klimaschutzoffensive des Handels und alle individuellen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs verwiesen."

Übrigens: RUHR24 berichtet am 20. September im Live-Ticker vom Klimastreik in Dortmund.