Südafrika

Tödliches Unglück im Urlaubsparadies: Mann aus Hessen stirbt bei Hausboot-Brand

Der Jozini-See in Südafrika
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Während einer Hausboot-Fahrt auf dem Jozini-See in Südafrika bricht ein Feuer aus. Ein Mann aus Frankfurt kommt dabei ums Leben. (Symbolbild)

Ein Mann aus Hessen stirbt bei einem Feuer an Bord eines Luxushausboots. Der Sohn rettet sich nur knapp – und erhebt nun schwere Vorwürfe.

Frankfurt/Kapstadt – Ein Mann aus Hessen ist bei einem Unglück in Südafrika ums Leben gekommen. Der Familienvater aus Frankfurt* ertrank in einem See, nachdem auf einem Hausboot ein Feuer ausgebrochen war. An Bord war auch sein Sohn, dessen Bruder und zwei Freunde. Der Sohn hat in einem offenen Brief nun schwere Vorwürfe gegen den Reiseveranstalter erhoben.

Bei der Tragödie auf dem Jozini-See in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal (Südafrika) kam auch ein Mitglied der einheimischen Crew ums Leben. Ein Mitarbeiter der Besatzung wird bis dato noch vermisst.

Unglück in Südafrika: Zwei Tote und ein Vermisster nach Brand auf Luxusboot

Das Feuer war am Sonntag (10.10.2021) während einer Kreuzfahrt im Motorraum des Luxusboots ausgebrochen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die Ursache ist bisher unklar. Durch die starken Winde auf dem Jozini-See, der auch unter dem Namen Pongolapoort-Stausee bekannt ist, breitete sich der Brand rasant aus. Trotz hohen Wellengangs mussten Urlauber und Besatzung in den See springen. Der Vater aus Hessen ertrank daraufhin.

Die südafrikanische Behörde für Sicherheit im Seeverkehr (SAMSA) hatte nach dem Feuer detaillierte Untersuchungen eingeleitet. Die fünfköpfige Gruppe aus Deutschland war mit vier Besatzungsmitgliedern auf der zweitägigen Kreuzfahrt mit einem Luxus-Hausboot unterwegs.

Mann aus Frankfurt stirbt bei Schiffsunglück - Ursache für den Brand bisher noch unklar

Der Sohn des Verstorbenen äußerte sich nach dem Unglück in einem emotionalen Facebook-Post: „Die letzten 48 Stunden waren die schlimmsten unseres Lebens. Unser Papa ist von uns gegangen und wir haben mit den letzten Kräften überlebt“, schrieb er. Der Sohn war mit Freunden kurz vor dem Ausbruch des Feuers mit einem kleinen Beiboot in Richtung Ufer unterwegs, um Elefanten zu beobachten. Da ein Sturm aufzog, wollten sie zum Hausboot zurück, als plötzlich das Feuer ausbrach. Bei ihrer Ankunft stand schon das gesamte Boot in Flammen, schrieb der Sohn des toten Frankfurters auf Facebook. Durch die Flammen explodierten die Gastanks an Bord des Luxusschiffes. Deshalb blieb der Besatzung und den Urlaubern nur noch der Sprung in den See.

„Papa stand bereits so sehr unter Schock, dass er leider keine Energie fand, eigenständig zu kämpfen“, schrieb der Sohn. Er selbst schaffte es wohl noch zu seinem ums Überleben kämpfenden Vater, konnte ihm jedoch nicht mehr helfen. Auch später eingeleitete Reanimationsversuche hatten keinen Erfolg, wie die Bild berichtet.

Unglück auf Hausboot: Schwere Vorwürfe gegen das Reiseunternehmen

In einem offenen Brief erhob der Sohn am Dienstag dann schwere Vorwürfe gegen das Reiseunternehmen. Der Mann aus Frankfurt wirft darin dem Reiseveranstalter Shayamanzi Fahrlässigkeit vor. Bereits zu Beginn der Fahrt habe es wohl Probleme mit dem Motor gegeben. Dafür musste sogar ein Techniker an Bord des Schiffes kommen, sagte der Hesse gegenüber der dpa. Zudem sei die Sicherheitsausstattung an Bord unzureichend gewesen, das Personal nicht geschult, hieß es in dem Schreiben.

Die Eigentümerin des Reiseveranstalters Shayamanzi, Kim Blevin, wies die Vorfwürfe von sich. Laut ihr war das Boot bei der Behörde SAMSA gemeldet und sei regelmäßig „von Bug bis Heck“ gewartet worden. Auch die Papiere seien einwandfrei und auf aktuellem Stand gewesen, so die Eigentümerin gegenüber der Deutschen Presse Agentur. (Lucas Maier) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.