Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen haben Verständnis für Schwarzarbeit - 90 Prozent ohne Rechnung

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Putzhilfen gehen oft Schwarzarbeit nach. Foto: dpa

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL hat zwei Drittel der Deutschen hat Verständnis für Schwarzarbeit. Hier mehr erfahren!

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL hat zwei Drittel der Deutschen hat Verständnis für Schwarzarbeit – 90 Prozent lassen ihre Wohnung ohne Rechnung reinigen.

  • Viele Menschen in Deutschland hatten schon Kontakt mit Schwarzarbeit.
  • Neun von zehn Menschen, die eine Putzfrau beschäftigen, melden diese nicht vernünftig an.

Zwei Drittel der Bundesbürger (65 Prozent) haben Verständnis dafür, wenn eine Privatperson jemanden ohne Rechnung beschäftigt, z.B. Reinigungshilfen, Gärtner oder Handwerker. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL Aktuell.

Schwarzarbeit in deutschen Haushalten hoch

Demnach würden sogar 90 Prozent der deutschen Haushalte ihre Reinigungskraft in der Wohnung schwarz putzen lassen. Vor allem unter 45-Jährige zeigten laut der repräsentativen Umfrage mit rund 1000 Teilnehmern Verständnis für Schwarzarbeit.

Was den eigenen Freundeskreis betrifft, gaben in der Umfrage 58 Prozent an, Freunde oder Verwandte würden schonmal jemanden ohne Rechnung beschäftigt haben.

Zoll geht auf Kontrolltour

Um Schwarzarbeit zu unterbinden, gehen die Zollbehörden im Ruhrgebiet regelmäßig auf Kontrolltour. Bei einer bundesweiten Schwerpunktprüfung im Februar etwa, kontrollierte der Dortmunder Zoll die Branche der Kurier- Express- und Paketdienste.

Was private Beschäftigung betrifft, etwa im Bereich der Haushaltshilfen, steht der Zoll aber vor Problemen. Ohne Tipps und Hinweise seien Schwarzarbeiter in dieser Branche kaum aufzuspüren.

Fast drei Millionen Haushalte lassen schwarz putzen und einkaufen

"Geht man von rund 41 Millionen Haushalten insgesamt aus, beschäftigten im Jahr 2017 über 3,3 Millionen Haushalte gelegentlich oder regelmäßig eine Hilfe - und knapp 2,9 Millionen Haushalte ließen schwarz reinigen und einkaufen", erläuterte Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Der Anteil der Schwarzarbeit sei durch die steuerliche Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen sowie der vereinfachten Anmeldung über die Minijobzentrale zwar von rund 93 Prozent im Jahr 2005 auf zuletzt 88,5 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen, erläuterte Enste. Doch noch immer sei der "Arbeitsplatz Privathaushalt" weit davon entfernt, ein normaler Arbeitsplatz zu werden.

Dabei nehmen seit Jahren relativ konstant rund acht Prozent aller Haushalte Hilfe in Anspruch. Enste erwartet, dass die Zahlen sowohl für 2018 als auch für 2019 weitgehend unverändert ausfallen. mit dpa-Material